TITUS
Lamprecht, Alexander (Vorauer Bearbeitung)
Part No. 21
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Chapter: 46  
Alexanders 1. Brief an Darius (Auslegung der Geschenke)


Verse: 1071       Unde alsô Alexander den brîf gelas,
Verse: 1072    
owî wie smâhe ime was,

Verse: 1073    
daz man ime trôte ze slahen.
Verse: 1074    
die boten hiez er alle ûfhâhen.

Verse: 1075    
der boten ainer zim sprach:
Verse: 1076    
'hêre, tût uns nehain ungemach;

Verse: 1077    
wande ez ne dûcht iuch gnâde noch reht,
Verse: 1078    
swâ iwer chneht

Verse: 1079    
iwer botescaf tribe,
Verse: 1080    
daz er drumbe tôt belibe;

Verse: 1081    
unde niene scentet iweren namen.
Verse: 1082    
wir jehen des, hêre, alle samt,

Verse: 1083    
daz under disen chunigen allen
Verse: 1084    
neheiner ziu mach gevallen,

Verse: 1085    
der mit alsô grôzer frumicheit
Verse: 1086    
sîn here uber lant leit,

Verse: 1087    
ir, hêre chunich, tût.
Verse: 1088    
bedwinget iweren mût

Verse: 1089    
unde habet unser mâze.
Verse: 1090    
wande wir getorsten die botscaf niet lâzen.'

Verse: 1091       
Alexander bedâhte sich,
Verse: 1092    
er wart den boten genâdich.

Verse: 1093    
er ne waiz in nieht umbe die scult,
Verse: 1094    
er gab in wider daz selbe golt,

Verse: 1095    
daz ime von ir hêren bechom.
Verse: 1096    
er sprach: 'awî wie ubele ich ime des gan,

Verse: 1097    
daz mir iwer hêre drowet ze slahen.
Verse: 1098    
er hât gelîche getân

Verse: 1099    
alsô der bôse rude toet:
Verse: 1100    
des nahtes alsô er iwiht verstêt,

Verse: 1101    
ne getar er sich dar nâher niuht geziehen,
Verse: 1102    
er beginnet ûzwerd flîhen

Verse: 1103    
unde wîzet iz allez mit sîner cheln
Verse: 1104    
und beginnet darwert belen.'

Verse: 1105    
Er sprach: 'iwers hêren brief mir niuht gevellet,
Verse: 1106    
wande er zer gebe niene gehillet.

Verse: 1107    
diu gâbe diu ist lobelîch
Verse: 1108    
unt der brief der ist redelîch.

Verse: 1109    
er bezeichenet alle ein ander',
Verse: 1110    
sprah der chunig Alexander.

Verse: 1111    
'der stuzel, den mir iwer hêre hât gesant,
Verse: 1112    
dâmit hât er mir rechte bechant,

Verse: 1113    
daiz allez ane mir sul bestân,
Verse: 1114    
swaz unter deme himele is betân,

Verse: 1115    
unt ich is alles hêre sul werden
Verse: 1116    
ûf der scîbligen erde.

Verse: 1117       
Den riemen, den er mir sante,
Verse: 1118    
mite er mir bechante,

Verse: 1119    
daz er sich mir zeigen welle geben
Verse: 1120    
unt iht in mînen genâden iemer welle leben,

Verse: 1121    
daz er mîn dienest welle sîn
Verse: 1122    
ze allen herverten mîn.

Verse: 1123    
daz golt, daz ir mir habet prâht,
Verse: 1124    
mit habet er mir gesaget,

Verse: 1125    
daz iz mir al einem wol gezeme,
Verse: 1126    
daz ich den zins von ime neme

Verse: 1127    
unde dar von allen landen,
Verse: 1128    
unde bedwinge die ze mînen handen.'

Verse: 1129       
Diz sazte man allez an einen brief,
Verse: 1130    
daz was dem chunige Alexander lieb.

Verse: 1131    
er screib in selbe mit sîner hant.
Verse: 1132    
er wart dem chunige Dario gesant.

Verse: 1133    
er inbot im ouch dâmite,
Verse: 1134    
daz er noch trîe mânôt bite.

Verse: 1135    
er sprach, er ne wolte niuht langer lengen,
Verse: 1136    
zehinzech tûsint wolte er bringen

Verse: 1137    
uber daz wazzer Eufrates,
Verse: 1138    
niweht gedanchet er des,

Verse: 1139    
ze Babilonii fur die grôze stat.
Verse: 1140    
alsus wart an den brîf gesazt.

Verse: 1141    
alsô lange er des zinses nieht ne wold enpern,
Verse: 1142    
er solte sîn heime wern

Verse: 1143    
mit alsô getâner mâze,
Verse: 1144    
er solt im sîn houbet lâzen.

Verse: 1145    
unde ob er daz tagedinch liezi,
Verse: 1146    
daz er niemer chunich kehieze,

Verse: 1147    
er bestunde daz volcwîc.
Verse: 1148    
Darios was ein chunich rîch.

Verse: 1149    
unde alsô der brîf fur in chom,
Verse: 1150    
freislîch er in vernam.

Verse: 1151    
mit zorn er ûf fur,
Verse: 1152    
sînem rîche er swûr.

Verse: 1153    
er sprach: 'daz mich ie der bescalt,
Verse: 1154    
des vater mir den zins chalt:

Verse: 1155    
ich salz an die schande chêren,
Verse: 1156    
iz ne regêt im niemer zêren',

Verse: 1157    
er sprach, noch ouch niemer gût ende genâme,
Verse: 1158    
daz er ie durch sîn laster ûz chôme.




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