TITUS
Lamprecht, Alexander (Vorauer Bearbeitung)
Part No. 24
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Chapter: 44  
Alexanders erste Schlacht mit den Persern (Granicus)


Verse: 1195       Unde alsô der bote wider chom
Verse: 1196    
unt Darios der zweier herzogen rede vernam,

Verse: 1197    
sêre zurnet er sich des.
Verse: 1198    
nam er ainen herzogen, der hiez sich Mennes,

Verse: 1199    
unde dar zênzic tûsint man,
Verse: 1200    
die er alle uber naht gewan,

Verse: 1201    
unde sante si Alexander gegen
Verse: 1202    
unde hiez den zwein herzogen sagen,

Verse: 1203    
liezen sin uberz wazzer varen,
Verse: 1204    
ez solt in iemer mêre scaden.

Verse: 1205    
si ne gewunnen sîn niemer frumen,
Verse: 1206    
noch si ne getorsten niemer fur sîne ougen chomen.

Verse: 1207    
er sprach, wurde Alexanders wille gendeth,
Verse: 1208    
si wurden alle der mite gescendeth.

Verse: 1209       
Die zwêne herzogen getorsten niuht lâzen,
Verse: 1210    
al ir man sâzen,

Verse: 1211    
si santen al gerihte
Verse: 1212    
uber allez ir gerihte;

Verse: 1213    
die sie zesamene brâhten,
Verse: 1214    
ze zehen tûsint mahti man si ahten

Verse: 1215    
unde drîzech tûsint dar .
Verse: 1216    
Alexander genante sih ouch ,

Verse: 1217    
er hâte einen ubermûten mût.
Verse: 1218    
er sciffet sich zeforderest uber die flût.

Verse: 1219    
an eime stade chômen si im enkegen,
Verse: 1220    
alsus hôrt ich maister Alberîchen sagen.

Verse: 1221    
hûb sich ein sturm vil grôz,
Verse: 1222    
ein tûsint beleib ime tôt,

Verse: 1223    
von chriechiscen chunne,
Verse: 1224    
ê Alexander den furt ie gewunne.

Verse: 1225       
chom Alexander selbe geriten,
Verse: 1226    
alsô ers vil chûme habeti gebiten.

Verse: 1227    
ûf Buzival er reit,
Verse: 1228    
slûg er alsô der thoner deit,

Verse: 1229    
for dem sich niemen mach bewarn.
Verse: 1230    
swer in fon ferre sach gevaren,

Verse: 1231    
ê er hinder sich gesach,
Verse: 1232    
heter sîn ainen slach,

Verse: 1233    
daz er sîn plût allez spê
Verse: 1234    
unde lebte ouch dar nâch nieweht .

Verse: 1235    
sîn schaft was mâre grôz.
Verse: 1236    
sweme wart ein slach oder ein stôz,

Verse: 1237    
der was des gewissen tôdes
Verse: 1238    
unde ern beiz dar nâch niemer brôtes.

Verse: 1239       
Mennes was ein herzoge genant,
Verse: 1240    
den Darios hete dar gesant,

Verse: 1241    
der was ein helt vrumeclîch.
Verse: 1242    
ein hundert rîter hâter umbe sich

Verse: 1243    
mit swerten vil gûten,
Verse: 1244    
die tâten si im ze hûte.

Verse: 1245    
zime mahte niemen brechen,
Verse: 1246    
wan ders lebenes wolte vergezzin.

Verse: 1247    
Alexander want sîn vanen,
Verse: 1248    
er begunde sîne helide manen.

Verse: 1249    
er sprenget ze Mennes wert
Verse: 1250    
unt liez iz niuht durch die scarphen swert,

Verse: 1251    
durch alle die sîne er brach.
Verse: 1252    
Mennes er durch den schilt stach,

Verse: 1253    
daz daz plût begunde rinnen.
Verse: 1254    
Mennes stach hine wider durch den sînen,

Verse: 1255    
der was feste helfenpein,
Verse: 1256    
daz daz plût an dem spere schain.

Verse: 1257    
ir iewedere stach den anderen nider.
Verse: 1258    
aldâ grifen si zen swerten sider.

Verse: 1259    
a daz fûr dar ûz spranch,
Verse: 1260    
ein stahel wider den ander dranch.

Verse: 1261    
grôzer slege wurden nie getân,
Verse: 1262    
sie ne slûge wîlen Samson,

Verse: 1263    
der die grôzen maht an ime trûch,
Verse: 1264    
daz er mit eines eseles bachen ein tûsint liutes erslûch.

Verse: 1265    
a wie mahte daz ie werden:
Verse: 1266    
Mennes der slûch Alexandern der erde.

Verse: 1267    
aldâ wart ime der helm abgeprochen.
Verse: 1268    
was vil nâch gerochen .

Verse: 1269    
Darius der tûre degen
Verse: 1270    
der manegen grôzen slege,

Verse: 1271    
der der chunich Alexander finch,
Verse: 1272    
Mennes ime giench.

Verse: 1273    
unt wâre er alsô wol gewâfent nieht,
Verse: 1274    
er ne bescowet niemerz tages lieht,

Verse: 1275    
wane daz sînes tôdes noch neweht solte sîn.
Verse: 1276    
ein rîter der hiez Daclym,

Verse: 1277    
der was mit Alexander
Verse: 1278    
unde stunt ime des tages vil .

Verse: 1279    
der ander hiez Jubal,
Verse: 1280    
der sich vil ungerne in dem sturme hal.

Verse: 1281    
der was dar chomen mit teme herzogen
Verse: 1282    
unde hiete daz swert erzogen

Verse: 1283    
unde wolde Alexander geben ainen slach,
Verse: 1284    
er im den hals plôz gesach.

Verse: 1285    
Daclym wart der êror:
Verse: 1286    
er lôste sînen hêren.

Verse: 1287    
er slûch Jubal von oberest sîner zende
Verse: 1288    
al nider durch die lende

Verse: 1289    
unde machet zwêne halbe man.
Verse: 1290    
a wie gût ainen lob daz swert gewan.

Verse: 1291       
Daclym den helm gebranc,
Verse: 1292    
sînem hêren ern ûf daz houbet pant.

Verse: 1293    
sîn houbet was ime erscellet,
Verse: 1294    
er der nider wart gevellet.

Verse: 1295    
niweht verwielt er sich sîner rede,
Verse: 1296    
er was in grôzer unhuge.

Verse: 1297    
er warf sich umbe alsô ain helit:
Verse: 1298    
'nû werth iuch, hêre chunich',

Verse: 1299    
alsus sprach sîn rîter Daclym,
Verse: 1300    
'hiute iwer ellen schîn.

Verse: 1301    
wande ir ein diure kneht sît,
Verse: 1302    
zîhet swert, des ist zît.'

Verse: 1303       
Unde Alexander wart lôs,
Verse: 1304    
spranc er ûf sîn ros.

Verse: 1305    
sîn ougen wâren freislîch;
Verse: 1306    
sîne fient erforhten sich.

Verse: 1307    
unde alsô er zim selben chom,
Verse: 1308    
Buzifal er mit den sporn nam,

Verse: 1309    
er tete Daclyme danch
Verse: 1310    
unde frumit manegen swertslach.

Verse: 1311    
under die menege er reit:
Verse: 1312    
alsô der daz kras nider sleit,

Verse: 1313    
strouwet Alexander;
Verse: 1314    
diz ne mohte nehain ander.

Verse: 1315    
diu menige diu was mâre grôz,
Verse: 1316    
die der hêre slûch unde schôz.

Verse: 1317    
alsô vil lag er reslagen,
Verse: 1318    
daz iu unzallîch wâre ze sagene,

Verse: 1319    
Persen unde Chriechen
Verse: 1320    
ân wunden unde âne siechen.

Verse: 1321    
man saget von dem sturm der ûf Wolfenwerde gescach,
Verse: 1322    
Hilten vater tôt gelach,

Verse: 1323    
zewisken Hagenen unde Waten:
Verse: 1324    
ne mohter herzô nieth katen.

Verse: 1325    
iedoch ne mohte nechain sîn,
Verse: 1326    
noch Herewîch noch Wolfwîn,

Verse: 1327    
der der ie gevaht volcwîch
Verse: 1328    
dem chunige Alexander gelîch.

Verse: 1329    
man list von gûten chnehten,
Verse: 1330    
die wol getorsten vehten,

Verse: 1331    
in Troiâre liede,
Verse: 1332    
ê sich der sturm geschiede,

Verse: 1333    
Achilles unde Hector,
Verse: 1334    
Paris unde Nestor,

Verse: 1335    
die manich tûsint erslûgen
Verse: 1336    
unt die ouch scarfe gêre trûgen:

Verse: 1337    
moht under in allen
Verse: 1338    
Alexander niuht gevallen.

Verse: 1339       
Pincun was ein grâve genant,
Verse: 1340    
der vûrte den vanen an der hant,

Verse: 1341    
den er Alexander abe brach,
Verse: 1342    
den Mennes der nider stach.

Verse: 1343    
unde alsô er den grâven hâte erchorn,
Verse: 1344    
rûrt erz ros mit den sporn:

Verse: 1345    
dem grâven er reit.
Verse: 1346    
er sprach: 'daz was ein michel chintheit,

Verse: 1347    
daz mîn vane chom in iwer hant;
Verse: 1348    
iz wirt iu ze laster gewant.'

Verse: 1349    
der grâve daz ros umbe warf.
Verse: 1350    
a wie schîrer restarb.

Verse: 1351    
er sprach: 'gewisse fûr ich einen vanen,
Verse: 1352    
der churze wîle mit mir sol wonen.

Verse: 1353    
ich sol dirn alsô wider geben,
Verse: 1354    
daz ez dir gât an dîn leben.'

Verse: 1355    
mit samt deme worte
Verse: 1356    
stach er in mit dem orte,

Verse: 1357    
daz an dem spere was,
Verse: 1358    
daz er der wunden wol genas.

Verse: 1359    
oberhalb der ougbrâ
Verse: 1360    
was ter stich ketan.

Verse: 1361    
vernement, waz Alexander sprach,
Verse: 1362    
alsin Pincun gestach:

Verse: 1363    
'dû solt lugenâre wesen
Verse: 1364    
unde ich sol des stiches wol genesen.'

Verse: 1365    
mit dem selben worte
Verse: 1366    
gab er im einen slach mit dem swerte.

Verse: 1367    
ûf daz houbet ern slûch
Verse: 1368    
durch den hals unde durch den hût.

Verse: 1369    
der slach was unsûze,
Verse: 1370    
daz houbet viel ime vur die fûze.

Verse: 1371       
Unt Alexander sînen vanen wider gewan,
Verse: 1372    
Mennes aber ime chom,

Verse: 1373    
den herzogen er der nider stach.
Verse: 1374    
gab er im mit dem swert ainen slach:

Verse: 1375    
ûf den arm er in slûch,
Verse: 1376    
er daz swert inne trîch.

Verse: 1377    
der slach was vone grôzer maht,
Verse: 1378    
durch den arm unde durch den scaph

Verse: 1379    
chom daz swert gedrungen,
Verse: 1380    
unde want ime an der lungen.

Verse: 1381    
aldâ viel Mennes dernider.
Verse: 1382    
Persi ne fuhten niweht sider,

Verse: 1383    
ûzer dem velde si fluhen:
Verse: 1384    
si ne getorsten in selben nieht getrûwen.




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