TITUS
Johannes Fischart, Geschichtsklitterung
Part No. 378
Previous part

Paragraph: 3      ALs der gut Man Grandgoschier2 solche vnverhoffte vnersinliche3 reden, biß in das vnderst vnnd jnnerst gewelb seins verstands reichend, von seim Sohn vername, war er vor wunder verzucket, dann er4 diese wunderliche Grillenstibung bei jm nicht gesucht hatte : Sprach derhalben zu seinen Warterin mit Namen Amlungweiß vnd Saifenschön. Philippus der König inn Macedonien erkant seins Sohns Alexanders hohen Geyst an musteriger dummelung vnnd bereutung eins Pferds, Welchs also schrecklich vnnd vngezämet war, das keiner es zubeschreiten dorfft vnderwinden, weil5 es allen seinen bereutern die sattelraumig Sackade an statt der Strapade gab, vnd sie auff den quetschsack nidersetzt vnd warff, daß sie sich wie die Krotten beseichten. Dann dem einen brach es von solchem Sattelrottaspilen die Schenckel, dem andern das Hirnbecken, dem dritten den Kifel sampt der6 Weinstraß. Welchs als der Alexander ersahe7 im Hippodrom (welchs ein ort war, da man die Pferd abrichtet,8 vnd drumb hieß Hüpffet herumb) nam er Page of re-edition: 208  acht, das diß doben deß Pferds anderswoher nit kam als vom schewen seins eygenen schattens, darab es9, wa es jhn erplickt, schewet vnd stutzet eben wie der wild Käßwürmfresser vnd Crocodylstecher, welcher ab jhm selbst erschrack, wann er sein schön Fatzen Facies im Spiegel besah. Derhalben alsbald er auff10 gedacht Pferd kam, rant ers gegen der Sonnen zu, also daß der Schatten hinder jm plib, vnd durch solchen Fund macht er das Ochssenköpffig Pferd nach seim willen bändig, Laitig vnd zaum gerecht11, also das es auff die Knie fül, wann er auffsitzen wolt.

Next part



This text is part of the TITUS edition of Johannes Fischart, Geschichtsklitterung.

Copyright TITUS Project, Frankfurt a/M, 7.5.2019. No parts of this document may be republished in any form without prior permission by the copyright holder.