TITUS
Ulrich von Eschenbach, Alexander
Part No. 29
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Chapter: 28  
Überfahrt nach Persien


Verse: 4361       Alexandern den künic hêr
Verse: 4362    
sach man varn ûf dem mer

Verse: 4363    
alsô hêrlîche,
Verse: 4364    
man kôs daʒ er was rîche.

Verse: 4365    
er het doch niht volkes
Verse: 4366    
dann als ir habt vernomen ê.

Verse: 4367    
sie wâren aber ze strîte erwelt,
Verse: 4368    
die mit im fuorte der junge helt,

Verse: 4369    
mit den die kiele wârn geladen:
Verse: 4370    
die vorhten wênic der vînde schaden,

Verse: 4371    
guote ors, harnasch in niht gebrach,
Verse: 4372    
wol man sie berihtet sach.

Verse: 4373    
der grôʒen kiele wârn,
Verse: 4374    
mit man sie sach varn,

Verse: 4375    
ân ahzehen zweihundert,
Verse: 4376    
ze ieglîchem gesundert

Verse: 4377    
ein galîne und ein barke.
Verse: 4378    
seigeten snel und starke,

Verse: 4379    
der sie gnuoc mit in fuorten,
Verse: 4380    
die marner vaste ruorten.

Verse: 4381    
ûf des künges galînen
Verse: 4382    
sach man dach erschînen

Verse: 4383    
von rôtem scharlache,
Verse: 4384    
dar ûf von tiurer sache

Verse: 4385    
gekrœnte lewen silberwîʒ
Verse: 4386    
gâben dar abe liehten glîʒ.

Verse: 4387    
die andern hete ouch niht vermiten,
Verse: 4388    
ûf der galînen man het ersniten

Verse: 4389    
seltsæne dach von bilden
Verse: 4390    
nâch der werden schilden.

Verse: 4391    
als ich die wârheit hân vernomen,
Verse: 4392    
sie wâren ûf daʒ mer komen,

Verse: 4393    
daʒ in nihtes gebrach.
Verse: 4394    
rîcheit man an ir verte sach.

Verse: 4395    
mit spîse wârn die kiele bewart,
Verse: 4396    
der in genüeget ûf die vart.

Verse: 4397    
von tambûren dicke erhal
Verse: 4398    
ûf den kocken lûter schal,

Verse: 4399    
von daʒ mer sich erwegt
Verse: 4400    
und die vische wurden erregt.

Verse: 4401    
wart nie künc rîche,
Verse: 4402    
der ie hêrlîche

Verse: 4403    
ûf dem wâge wurde gesehen,
Verse: 4404    
als wir dem Kriechen müeʒen jehen.

Verse: 4405    
was der künec und ouch sîn her
Verse: 4406    
verre komen ûf daʒ mer,

Verse: 4407    
daʒ man ze dem grunde
Verse: 4408    
niht geankern kunde.

Verse: 4409    
er niht wann waʒʒer sach,
Verse: 4410    
seneclich der junge sprach

Verse: 4411    
mîn lant, veterlîcheʒ lant,
Verse: 4412    
wie mich dîn süeʒe hin wider mant!

Verse: 4413    
senet sich daʒ herze mîn
Verse: 4414    
wider ich geborn bin.

Verse: 4415    
alsô kan dîn süeʒe wenen,
Verse: 4416    
daʒ sie ir herze ouch nâch dir senen,

Verse: 4417    
die vlühtic kocke unde kiel
Verse: 4418    
dir sêre enphremden wil.

Verse: 4419    
waʒ du der werden verliusest,
Verse: 4420    
an den du mangel kiusest!

Verse: 4421    
dir was vil wirde von in ,
Verse: 4422    
der du muost wesen frî

Verse: 4423    
und ouch die süeʒen clâren wîp,
Verse: 4424    
die quelen irn lîp,

Verse: 4425    
der ougen stæte vlieʒen
Verse: 4426    
und der regene zeher gieʒen:

Verse: 4427    
der minne sie sich ânen,
Verse: 4428    
die der Persânen

Verse: 4429    
lant wellen besuochen.
Verse: 4430    
durch mich sie des geruochen.

Verse: 4431    
vörht ich daʒ die süeʒen wîp
Verse: 4432    
dar umbe haʒʒen mînen lîp,

Verse: 4433    
daʒ ich in minne unde man
Verse: 4434    
mit dirre vart enphremdet hân.

Verse: 4435    
grôʒe sælde ist mir beschert
Verse: 4436    
daʒ ir deheiner ungerne vert.'

Verse: 4437       
wie er mit sorgen runge
Verse: 4438    
und in die senende twunge,

Verse: 4439    
er kunde doch frô belîben,
Verse: 4440    
dem volke die zît vertriben,

Verse: 4441    
daʒ sie der arbeit niht verdrôʒ.
Verse: 4442    
sie dûhte in wære der sælden lôʒ

Verse: 4443    
ûf der verte vür gevallen.
Verse: 4444    
man hôrte die quecken schallen

Verse: 4445    
und haben frô gemüete:
Verse: 4446    
daʒ machte des hêrren güete,

Verse: 4447    
des herze strîtlich gir besaʒ.
Verse: 4448    
sîner lande er gar vergaʒ,

Verse: 4449    
der muoter und ander friunde.
Verse: 4450    
er ahte niht der ünde,

Verse: 4451    
die ûf dem wâge sich regten
Verse: 4452    
und die kiele vaste wegten.

Verse: 4453    
er bat sie vaste gâhen.
Verse: 4454    
Asîam sach er im nâhen.

Verse: 4455       
der junge fürste rîch
Verse: 4456    
der lande gebirge wunnenclich

Verse: 4457    
gegen im erschînen sach,
Verse: 4458    
ze hant sîn herze verjach,

Verse: 4459    
(daʒ im prîs wolde nâhen,
Verse: 4460    
er hieʒ et vaste gâhen)

Verse: 4461    
er sprach 'trâcheit vliehent!
Verse: 4462    
die ruoder vaste ziehent!

Verse: 4463    
bevelhent iuch dem segel niht,
Verse: 4464    
wir varn uns êre geschiht.'

Verse: 4465    
die ê gemaches phlâgen,
Verse: 4466    
trâcheit sich die bewâgen,

Verse: 4467    
in den schiffen sie umbe sprungen,
Verse: 4468    
umb die ruoder sie sich drungen,

Verse: 4469    
die sie vaste ruorten.
Verse: 4470    
die kiele sie gâhes fuorten,

Verse: 4471    
daʒ sie dem stade kâmen .
Verse: 4472    
nam Alexander

Verse: 4473    
einen grôʒen swæren schaft,
Verse: 4474    
den schôʒ der werde mit kraft.

Verse: 4475    
von der galînen er verwunt
Verse: 4476    
die erde. mit tet er kunt

Verse: 4477    
daʒ er herte wolde sîn.
Verse: 4478    
die marner wurfen die anker în.

Verse: 4479    
waʒ man in den schiffen vant
Verse: 4480    
daʒ brâhte man snelle an daʒ lant.

Verse: 4481    
lûter ein waʒʒer niht ze grôʒ
Verse: 4482    
ûʒ dem gebirge in daʒ mer vlôʒ.

Verse: 4483    
Thanais daʒ waʒʒer heiʒet:
Verse: 4484    
daʒ her erbeiʒet

Verse: 4485    
nider ûf ein schœneʒ gras.
Verse: 4486    
von grôʒen gezelten rîche palas

Verse: 4487    
wurden gâhens ûf geslagen,
Verse: 4488    
die ouch daʒ mer dar hete getragen.

Verse: 4489    
schônheit man ûf dem velde sach.
Verse: 4490    
man hôrte von busînen crach,

Verse: 4491    
von tambûren unde seitenspil
Verse: 4492    
was fremder tœne vil.

Verse: 4493    
sie heten spîse, guoten wîn,
Verse: 4494    
der etlîchem daʒ houbt sîn

Verse: 4495    
mit sîner craft erschellet,
Verse: 4496    
daʒ er wart gevellet

Verse: 4497    
ûf daʒ gras sunder sper.
Verse: 4498    
solich was des trinkens wer,

Verse: 4499    
daʒ sie in Asîam heten brâht.
Verse: 4500    
alsô vertriben sie die naht.




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This text is part of the TITUS edition of Ulrich von Eschenbach, Alexander.

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