TITUS
Konrad von Megenburg, Buch der Natur
Part No. 6
Book: IIID
III.
Line: 12
Line: 13
D.
Line: 14
VON
DEN
VISCHEN
.
Line: 15
Hie
schüll
wir
sagen
von
den
vischen
und
des
êrsten
Line: 16
in
ainer
gemain
.
Aristotiles
spricht
,
daz
kain
visch
ainen
Line: 17
hals
hab
noch
ain
mansruoten
noch
mansgezeugel
noch
Line: 18
tütel
oder
prüstel
.
iedoch
habent
etleicheu
merwunder
Line: 19
diu
vorgenanten
dinch
,
als
vor
geschriben
ist
,
wan
diu
Line: 20
gepernt
in
ir
geleichs
.
ich
wæn
auch
,
daz
der
walvisch
20
Line: 21
under
der
gemain
niht
lig
,
wan
der
unkäuscht
mit
seinr
Line: 22
frawen
,
als
her
nâch
kunt
wirt
.
all
visch
und
alliu
tier
,
Line: 23
diu
linder
häut
sint
,
diu
slâfent
wênich
,
und
wenn
die
Line: 24
visch
slâfent
,
sô
rüerent
si
nicht
wan
die
zägel
gar
ain
Line: 25
klain
.
ez
sprechent
etleich
,
daz
die
visch
von
ainr
ma\nung
25
Line: 26
irr
aigen
nâtûr
vor
auz
dem
land
fliehen
,
dâ
daz
Line: 27
volk
inne
sterben
schüll
oder
auz
dem
die
läut
vertriben
Line: 28
schüllen
werden
.
die
visch
habent
die
art
,
daz
si
niht
Line: 29
laichent
mit
fremden
vischen
,
die
auz
ir
art
sint
,
noch
Line: 30
mit
fremden
tiern
,
sam
ain
hecht
laicht
neur
mit
ainem
30
Line: 31
hecht
und
ain
slei
mit
ainem
sleien
.
aber
daz
vælt
an
Line: 32
der
murên
,
diu
laicht
mit
ainer
slangen
,
und
sprechent
Line: 33
etleich
,
der
æl
tuo
daz
selb
.
all
visch
ezzent
anander
in
Page: 243
Line: 1
dem
mer
,
ân
ain
tier
,
daz
haizt
Aristotiles
fascaleon
,
daz
Line: 2
izt
niht
flaisches
.
kain
mertier
izt
seineu
kint
unz
si
Line: 3
grôz
werdent
und
den
alten
gleich
.
der
mervisch
flaisch
Line: 4
ist
sterker
und
gesünder
die
pei
dem
gestat
wonent
,
aber
Line: 5
die
visch
,
die
in
der
tiefen
gênt
,
die
habent
waicher
flaisch
5
Line: 6
und
sint
niht
sô
gesunt
.
all
stainvisch
sint
gern
vaizt
Line: 7
und
aller
visch
her
hât
ainen
maister
und
ainen
laiter
.
Line: 8
ain
iegleich
visch
,
der
des
raubs
lebt
,
der
swimt
gesellic\leich
,
Line: 9
sam
der
hecht
und
sämleich
visch
.
all
visch
,
die
Line: 10
nâch
der
praiten
swimment
,
die
werdent
vaizt
wenn
der
10
Line: 11
sudenwint
wæt
von
mittem
tag
,
als
die
prähsem
tuont
und
Line: 12
die
halbvisch
und
die
den
geleichent
.
aber
die
sich
nâch
Line: 13
der
leng
streckent
wenn
sie
swimment
,
sam
der
hecht
Line: 14
tuot
,
die
werdent
vaizt
sô
der
nordenwint
wæt
,
der
ze
Line: 15
latein
aquilo
haizt
.
der
visch
weibel
sint
grœzer
wan
die
15
Line: 16
mändel
,
wan
die
rogner
werdent
grœzer
denn
die
milcher
.
Line: 17
der
vischvanch
ist
allerpest
des
morgens
ê
diu
sunn
auf
Line: 18
gêt
,
wan
sô
ist
ir
gesiht
gar
betrieglich
.
si
sehent
auch
Line: 19
des
nahtes
reht
als
an
dem
tag
.
si
sterbent
von
öltrinken
.
Line: 20
daz
mêrer
tail
der
vischair
verderbent
,
wenn
der
rognær
20
Line: 21
diu
air
læzt
in
seim
gang
hin
und
her
.
etleich
visch
ge\pernt
Line: 22
von
in
selber
ân
allez
laichen
,
und
etleich
von
dem
Line: 23
ertreich
anderr
visch
,
dâ
si
geruot
habent
,
etleich
von
Line: 24
ainvaltiger
erden
,
etleich
von
fauler
zerprochner
fäuhten
,
Line: 25
die
man
auf
dem
wazzer
siht
swimmen
sam
daz
öl
.
die
25
Line: 26
visch
habent
die
art
,
daz
si
hin
und
her
swimment
und
Line: 27
spazierent
,
ê
si
gepernt
oder
ê
si
mitenander
laichent
.
Line: 28
etleich
visch
werdent
krank
wenn
si
gepernt
oder
rogen
Line: 29
lâzent
,
und
dar
umb
væht
man
si
denn
leihticleicher
denn
Line: 30
ander
zeit
.
dürrein
schat
den
vischen
sêr
,
wan
si
wer\dent
30
Line: 31
gemaincleich
vaizt
wenn
regenzeit
ist
,
und
ist
in
diu
Line: 32
regenzeit
kreftig
,
reht
als
den
pflanzen
,
die
auz
der
erden
Line: 33
wahsent
,
und
dar
umb
swimment
si
ob
,
sô
ez
regent
,
als
Line: 34
ob
si
sich
des
regens
fräwen
.
ist
daz
man
ain
holz
reibt
Line: 35
mit
ains
mervisches
lebern
,
daz
print
reht
als
öl
,
und
35
Line: 36
dar
umb
spricht
ain
vorscher
,
daz
man
auz
etleicher
mer\visch
Page: 244
Line: 1
lebern
öl
mach
.
etleich
visch
berüernt
daz
vaz
Line: 2
nümmer
dâ
mit
man
si
væht
,
ez
sei
dann
frisch
.
der
Line: 3
visch
weibel
sint
lenger
wan
die
männel
und
sint
herter
Line: 4
an
dem
flaisch
.
die
visch
habent
auch
die
art
,
daz
si
Line: 5
gern
widerkêrent
an
die
stat
,
dâ
si
geporn
werdent
,
wâ
5
Line: 6
si
hin
koment
,
ez
sei
über
sich
oder
under
sich
,
und
dar
Line: 7
umb
nement
si
dick
schaden
.
der
grôz
maister
Basilius
Line: 8
spricht
:
schaw
,
wie
iesleich
gesläht
der
visch
sein
besunder
Line: 9
lant
hât
und
sein
gegent
,
und
nimt
ainr
dem
andern
sein
Line: 10
wonung
niht
:
ez
genüegt
ain
iegsleich
gesläht
der
visch
10
Line: 11
an
seiner
wonung
.
Chapter / Strophe: 1
1.
Line: 12
Line: 13
VON
DEM
ÆL
.
Line: 14
Angwilla
haizt
ain
æl
.
der
visch
ist
ainr
slangen
Line: 15
geleich
und
dâ
von
hât
er
den
namen
ze
latein
,
wan
an\gwis
15
Line: 16
haizt
ain
slang
,
dannen
kümt
angwilla
.
sô
dû
den
Line: 17
visch
ie
vester
druckest
zwischen
den
henden
,
sô
er
ie
Line: 18
leihticleicher
durch
die
hant
slingt
.
er
ist
gar
übel
ze
Line: 19
straufen
.
Plinius
spricht
,
aintweder
under
den
æln
ist
Line: 20
kain
man
oder
kain
weip
.
wer
ainen
æl
tœtt
in
wein
und
20
Line: 21
trinkt
dar
nâch
des
selben
weins
,
dem
wirt
wein
wider\zæm
,
Line: 22
sam
Isidorus
spricht
.
des
âls
vaizten
ist
ain
erznei
Line: 23
den
siechen
ôrn
.
er
hât
gar
ain
swæren
tôt
,
wan
sô
er
Line: 24
schôn
gestrauft
ist
,
dannoch
lebt
er
.
man
muoz
in
paz
Line: 25
kochen
pei
dem
feur
dann
ainen
andern
visch
,
er
wær
25
Line: 26
anders
gar
schad
und
ungesunt
,
und
dar
umb
schol
man
Line: 27
in
prâten
,
sô
ist
er
gesünder
denn
gesoten
,
wan
die
pœ\sen
Line: 28
fäuhten
dünst
gênt
auz
im
,
sô
man
in
præt
.
nu
prât
Line: 29
in
alsô
.
zeuch
im
die
haut
ab
und
stuck
in
denn
in
gan\zeu
Line: 30
stuck
nâch
der
leng
und
stüpp
diu
stuck
mit
guoten
30
Line: 31
edeln
würzen
klain
gestôzen
,
und
dar
nâch
zeuch
die
haut
Line: 32
wider
über
diu
stuck
nâch
der
leng
und
stopf
mit
ainem
Line: 33
scharpfen
mezzer
die
haut
über
al
,
daz
der
trôr
herdurch
Line: 34
müg
,
und
leg
in
dann
in
ain
clamer
spiz
,
daz
ist
ain
Page: 245
Line: 1
clainr
eiseneinr
spiz
gespalten
und
gênt
die
zwai
cle\mern
Line: 2
oben
und
unden
zesamen
und
habent
ringel
,
dâ
mit
Line: 3
man
si
zuo
enander
twingt
.
alsô
prât
in
schôn
und
lank\saim
,
Line: 4
sô
wirt
er
ain
herrenezzen
.
Albertus
spricht
,
daz
Line: 5
in
dem
wazzer
,
daz
Ganges
haizt
,
æl
gên
,
die
sein
drei\zig
5
Line: 6
elnpogen
lang
.
Chapter / Strophe: 2
2.
Line: 7
Line: 8
VON
DFM
HÄRING
.
Line: 9
Allec
haizt
ain
härinch
.
der
visch
hât
allain
die
art
Line: 10
vil
nâhen
under
allen
andern
vischen
,
daz
er
neur
des
10
Line: 11
wazzers
lebt
und
mag
auz
dem
wazzer
ain
stunt
niht
ge\leben
,
Line: 12
wan
er
stirbt
zehant
wenne
er
über
daz
wazzer
Line: 13
kümt
.
sein
augen
scheinent
des
nahtes
in
dem
mer
reht
Line: 14
sam
ain
lieht
,
aber
diu
kraft
der
augen
stirbt
mit
dem
Line: 15
visch
.
wâ
die
häring
in
dem
mer
ain
lieht
sehent
ob
15
Line: 16
dem
wazzer
,
dâ
samnent
si
sich
hin
in
grôzen
scharn
,
Line: 17
und
mit
der
kündichait
pringt
man
si
in
die
netz
.
die
Line: 18
pesten
häring
gênt
pei
Schottenlant
und
die
aller
pœsten
Line: 19
pei
däutschen
landen
.
Chapter / Strophe: 3
3.
Line: 20
Line: 21
VON
DER
GOLTWOLLEN
.
Line: 22
Aureum
vellus
haizt
goltwoll
.
die
zeuht
und
speist
Line: 23
daz
mer
,
sam
Ambrosius
spricht
,
und
daz
gestat
pei
dem
Line: 24
mer
gepirt
die
wollen
,
nâch
dem
gold
etswie
vil
gepildet
,
Line: 25
und
dar
umb
haizt
si
auch
goltwoll
.
der
wollen
varb
kunt
25
Line: 26
noch
nie
kain
maister
an
ander
wollen
pringen
noch
mit
Line: 27
künsten
gemachen
,
wie
guot
er
ie
wart
in
der
verberkunst
.
Line: 28
ez
sprechent
auch
etleich
,
daz
diu
woll
derlai
sei
gewesen
,
Line: 29
dar
umb
vil
und
vil
tausent
menschen
hie
vor
erslagen
Line: 30
wurden
in
der
Troier
lant
.
30
Line: 31
Pei
der
guldeinn
wollen
verstên
ich
die
himlischen
Line: 32
goltpluomen
,
ich
main
die
muoter
der
parmherzichait
Line: 33
Mariam
gotes
muoter
,
in
der
schôz
daz
götleich
himel\taw
Page: 246
Line: 1
her
ab
tawet
mit
den
gâben
des
hailigen
gaistes
und
Line: 2
prâht
uns
gotes
aingepornen
sun
in
den
umbvanch
der
Line: 3
käuschen
clausen
Marien
.
der
varb
(daz
ist
ir
tugent
Line: 4
und
ir
hailichait)
moht
noch
nie
kain
maister
volpilden
Line: 5
mit
geschrift
und
mit
getiht
.
ach
,
obersteu
kaiserinne
,
vol
5
Line: 6
der
gnâden
,
neig
dich
neur
ain
klain
,
diu
zeit
ist
hie
.
Line: 7
gedenke
,
daz
dû
pist
aller
sünder
hoffnung
und
zuofluht
.
Chapter / Strophe: 4
4.
Line: 8
Line: 9
VON
DEM
KLAINEN
VISCHL
.
Line: 10
Afforus
mag
ain
klain
vischel
haizen
,
wan
sam
Isi\dorus
10
Line: 11
spricht
,
daz
vischel
ist
sô
klain
,
daz
man
ez
mit
Line: 12
kainem
hamen
gevâhen
mag
.
Dâ
pei
verstêt
man
die
Line: 13
diemüetichait
unser
frawen
,
wan
diemüetichait
mag
niht
Line: 14
gevallen
,
diemüetichait
ist
ain
ursprinch
aller
tugent
.
Chapter / Strophe: 5
5.
Line: 15
Line: 16
VON
DER
MERSPINNEN
.
Line: 17
Aranea
maris
haizt
ain
merspinn
.
daz
ist
ain
mer\visch
,
Line: 18
sam
Isidorus
spricht
,
der
hât
spitzling
in
den
ôrn
,
Line: 19
dâ
mit
sticht
er
die
im
ze
nâhen
koment
.
iedoch
ist
er
Line: 20
ain
zeitleich
guot
ezzen
.
Pei
dem
visch
verstêt
man
die
20
Line: 21
läut
,
die
leihticleich
ir
ôren
naigent
zuo
pœsem
sagen
von
Line: 22
dem
næhsten
und
verwundent
die
selben
oft
mit
nâchred
Line: 23
oder
mit
schaden
in
rehter
unschult
.
daz
ist
unreht
.
Line: 24
man
scholt
ainz
vor
ze
red
setzen
,
unz
man
die
wârhait
Line: 25
bevindet
.
dar
umb
spricht
diu
geschrift
:
dû
scholt
dein
25
Line: 26
ôrn
umbzäunen
mit
dornen
,
daz
ist
,
dû
scholt
niht
leih\ticleich
Line: 27
allen
redærn
und
sagern
gelauben
.
Chapter / Strophe: 6
6.
Line: 28
Line: 29
VON
DEM
REGENVISCH
.
Line: 30
Bocha
haizt
ze
latein
auch
piscis
pluvialis
,
daz
haizt
30
Line: 31
ze
däutsch
ain
regenvisch
,
dar
umb
,
daz
der
visch
sun\derleich
Page: 247
Line: 1
zuo
nimt
in
dem
regen
.
die
visch
swimment
Line: 2
neur
nâch
der
praiten
,
wan
si
sint
gar
dünn
visch
und
Line: 3
gar
prait
.
si
habent
auch
flozzen
umb
und
umb
nâch
Line: 4
der
praiten
.
sô
die
vischær
den
visch
wellent
vâhen
,
sô
Line: 5
senket
er
sich
an
den
grunt
und
betrüebt
daz
wazzer
ob
5
Line: 6
im
,
dar
umb
,
daz
man
in
iht
gesehen
müg
,
wan
sô
er
Line: 7
sich
nâch
der
praiten
an
daz
ertreich
smucket
,
sô
ist
er
Line: 8
oben
auf
dem
ruck
erdvar
.
Chapter / Strophe: 7
7.
Line: 9
Line: 10
VON
DEM
WALVISCH
.
Line: 11
Cete
haizt
ain
walvisch
.
der
ist
der
grœst
visch
ob
Line: 12
allen
vischen
,
sam
Isidorus
spricht
.
er
hât
in
der
jugent
Line: 13
swarz
zend
,
die
werdent
im
weiz
in
dem
alter
,
und
hât
Line: 14
ain
pain
an
der
stirn
.
etleich
walvisch
sint
sô
grôz
,
daz
si
Line: 15
inseln
dunkent
oder
wäld
,
wâ
man
si
verr
siht
,
oder
schei\nent
15
Line: 16
als
die
grôzen
perg
.
die
walvisch
nement
dick
sant
Line: 17
auf
den
ruck
,
und
sô
die
schefläut
von
nôt
auf
den
sant
Line: 18
getriben
werdent
von
ungewiter
,
sô
wænent
si
,
ez
sei
ain
Line: 19
insel
und
si
haben
lant
funden
.
des
fräwent
si
sich
und
Line: 20
lâzent
ir
segel
nider
und
senkent
ir
anker
in
daz
mer
20
Line: 21
und
slahent
feur
auf
den
sant
und
wellent
ruoen
.
sô
Line: 22
denn
der
walvisch
des
feurs
enpfint
,
sô
wirt
er
gar
er\zürnt
Line: 23
und
senket
sich
under
daz
wazzer
und
zeuht
mit
Line: 24
im
paideu
schef
und
läut
under
daz
wazzer
an
den
grunt
.
Line: 25
wie
auch
daz
sei
,
daz
er
der
grœst
sei
ob
allen
vischen
,
25
Line: 26
iedoch
hât
er
ainen
klainen
slunt
,
und
dar
umb
verslint
Line: 27
er
neur
die
klainen
visch
.
die
locket
er
zuo
im
mit
sei\nem
Line: 28
süezen
âtem
,
der
im
auz
dem
hals
gêt
,
unz
daz
er
Line: 29
si
verslicht
.
wenn
dû
die
walvisch
mit
enander
sæhest
Line: 30
gên
,
dû
wæntest
verrlingen
,
daz
ain
grôz
güzzwazzer
dâ
30
Line: 31
flüzz
und
gar
snell
flüzz
.
Isidorus
spricht
:
ich
hân
daz
Line: 32
selb
beschawet
und
hân
gewundert
an
gotes
weishait
.
Line: 33
wenn
der
walvisch
über
dreu
jâr
kümt
,
sô
unkäuscht
er
Line: 34
mit
seim
weib
,
diu
haizt
ze
latein
balena
,
und
ân
under\lâz
Page: 248
Line: 1
in
ainer
kurzen
stunt
.
in
der
unkäusch
wirt
er
be\raubt
Line: 2
der
kraft
fürpaz
mêr
ze
unkäuschen
,
alsô
daz
sein
Line: 3
mansruot
ân
nutz
wirt
.
und
dar
umb
gêt
er
dan
in
daz
Line: 4
gar
tief
mer
und
wehset
alsô
grôz
,
daz
man
in
mit
kains
Line: 5
menschen
künsten
noch
listen
gevâhen
mag
,
und
scheint
5
Line: 6
sô
grôz
,
sæhest
dû
in
,
dû
wændest
,
ez
wær
ain
grôzer
Line: 7
perg
:
alsô
erhebt
er
sich
dick
über
daz
wazzer
mit
seiner
Line: 8
unmæzigen
grœzen
.
und
dar
umb
mag
man
in
niht
ge\vâhen
Line: 9
denn
sô
er
under
drein
jâren
ist
.
wan
sô
er
hœrt
Line: 10
schalmeien
und
ander
süez
gedœn
,
sô
næhent
er
zuo
den
10
Line: 11
läuten
und
alsô
væht
man
in
.
des
visches
sâm
wirt
ge\vangen
Line: 12
oben
auf
dem
wazzer
,
wan
sô
er
geunkäuscht
hât
,
Line: 13
sô
swimt
der
sâm
oben
,
den
er
gelâzen
hât
,
den
væht
Line: 14
man
denn
und
tuot
in
in
klaineu
fläschel
,
als
triakers
Line: 15
fläschel
sint
,
und
den
walrâm
trinkt
man
nüehtern
,
wan
15
Line: 16
er
sterkt
als
gar
wol
und
kreftigt
vast
,
und
dar
umb
ist
Line: 17
er
gar
schatzpær
und
teur
.
Chapter / Strophe: 8
8.
Line: 18
Line: 19
VON
DEM
KREBZ
.
Line: 20
Cancer
haizt
ain
krebz
.
der
hât
ainen
herten
ruck
,
20
Line: 21
reht
sam
die
kütschdrillen
habent
.
der
krebz
hât
aht
Line: 22
füez
und
arm
und
hât
schær
an
der
hende
stat
.
er
gêt
Line: 23
hinder
sich
,
und
spricht
Adelînus
,
daz
er
nümmer
nâch
Line: 24
seinem
antlütz
gê
.
iedoch
hân
ich
den
krebz
für
sich
Line: 25
sehen
gên
gar
sain
und
trægleichen
.
wenn
er
alt
wirt
,
25
Line: 26
sô
vint
man
zwên
weiz
stain
in
seim
haupt
,
dâ
ist
rôt
ein
Line: 27
gemischt
.
etleich
sprechent
,
daz
die
stain
sô
grôz
kraft
Line: 28
haben
,
wer
si
in
trank
nem
,
si
vertreiben
im
den
herz\stechen
,
Line: 29
und
daz
ist
gar
geläupleich
,
wan
,
als
Galiênus
Line: 30
spricht
,
daz
herz
wirt
gar
vast
gesterkt
von
den
herten
30
Line: 31
stainen
,
als
die
saphir
sint
und
die
margariten
oder
die
Line: 32
veinn
perl
und
die
jâchant
und
ander
sämleich
stain
.
die
Line: 33
krebz
sint
langs
lebens
.
daz
weip
hât
den
êrsten
fuoz
Line: 34
gespalten
und
der
man
hât
in
ainvaltig
und
ungespalten
,
Page: 249
Line: 1
der
reht
arm
ist
vil
nâhen
allen
krebzen
grœzer
denne
Line: 2
der
denk
.
deu
männel
habent
zwên
dorn
zwischen
dem
Line: 3
leib
und
dem
swanz
,
der
diu
weibel
niht
habent
.
wenn
Line: 4
die
krebz
air
habent
in
dem
leib
,
sô
sint
si
ain
erznei
Line: 5
wider
der
slangen
hecken
.
wenn
der
krebz
getrenket
ist
5
Line: 6
mit
milich
ân
wazzer
,
sô
lebt
er
vil
tag
.
des
krebzs
därm\lein
Line: 7
strecket
sich
von
dem
leib
unz
an
daz
end
seins
Line: 8
swanzes
.
wenn
daz
swarz
ist
und
vol
,
sô
ist
der
krebz
Line: 9
guot
;
ist
aber
ez
eitel
und
weiz
,
sô
ist
der
krebz
erhun\gert
Line: 10
und
ist
ain
schedleich
ezzen
.
10
Chapter / Strophe: 9
9.
Line: 11
Line: 12
VON
DEM
SNECKEN
.
Line: 13
Concha
oder
coclea
haizt
ain
snek
und
ist
ze
däutsch
Line: 14
als
vil
gesprochen
als
ain
flächlink
oder
ain
eitlink
,
wan
Line: 15
sô
der
môn
abnimt
,
sô
werdent
ir
schaln
flach
oder
hol
15
Line: 16
und
eitel
.
wan
als
Rabanus
spricht
,
alleu
mertier
,
diu
Line: 17
mit
schaln
beslozzen
sint
,
diu
nement
zuo
wenn
der
môn
Line: 18
aufnimt
und
nement
ab
wenn
der
môn
abnimt
.
ez
spricht
Line: 19
auch
Rabanus
,
daz
die
visch
margariten
machen
,
daz
sint
Line: 20
vein
perl
.
die
mersnecken
habent
die
art
,
daz
si
des
nah\tes
20
Line: 21
an
daz
gestat
gênt
und
werdent
swanger
von
dem
hime\lischen
Line: 22
taw
,
und
dâ
von
werdent
die
margariten
in
irm
Line: 23
flaisch
.
Solînus
spricht
,
die
mersnecken
unkäuschent
ze
Line: 24
gewisser
zeit
in
dem
jâr
und
gevâhent
zuo
.
si
begernt
des
Line: 25
himeltawes
reht
als
ain
fraw
irs
liebes
begert
und
tuont
25
Line: 26
ir
schaln
auf
und
ginent
gegen
dem
tawe
.
und
sô
des
Line: 27
mônen
fäuhten
,
daz
ist
der
taw
,
allermaist
vellt
,
sô
trin\kent
Line: 28
si
daz
begert
taw
in
sich
und
werdent
swanger
und
Line: 29
swær
von
dem
taw
.
und
als
daz
taw
geschicket
ist
,
alsô
Line: 30
schickent
sich
die
margariten
,
die
dâ
von
koment
;
wan
30
Line: 31
ist
daz
taw
clâr
und
lauter
,
sô
werdent
die
margariten
Line: 32
gar
vein
und
scheinig
;
ist
aber
ez
trüeb
,
sô
werdent
si
Line: 33
plaich
oder
rôtelot
,
und
alsô
gepernt
die
sneken
mêr
von
Line: 34
dem
himeltaw
wan
von
dem
merwazzer
.
Page: 250
Chapter / Strophe: 10
10.
Line: 1
Line: 2
VON
DEM
MERRABEN
.
Line: 3
Corvi
maris
haizent
merraben
,
und
habent
den
na\men
Line: 4
von
ir
stimm
,
sam
Isidorus
spricht
,
wan
si
kroch\zent
Line: 5
mit
der
prust
als
die
raben
,
und
sô
si
sich
gemel\dent
5
Line: 6
mit
der
stimm
,
sô
væht
man
si
.
Der
visch
bedäutt
Line: 7
die
läut
,
die
auzwendig
sweigent
als
ob
si
gar
gedultig
Line: 8
sein
und
mürmelnt
doch
in
sich
selber
mit
dem
herzen
,
und
Line: 9
dâ
von
werdent
si
dick
gevangen
mit
des
teufels
stricken
.
Chapter / Strophe: 11
11.
Line: 10
Line: 11
VON
DEM
CLAUREN
.
Line: 12
Claurius
haizt
ain
claur
und
haizt
auch
glaius
.
der
Line: 13
visch
hât
die
art
,
daz
er
in
die
geätzten
hamen
peizt
,
Line: 14
aber
er
izt
ir
niht
,
er
beraubt
si
des
dar
inne
ist
und
Line: 15
wirt
alsô
vaizt
.
Der
visch
bedäutt
die
menschen
,
die
offen\pærleich
15
Line: 16
die
unkäusch
vliehent
,
dar
umb
,
daz
diu
künf\tigen
Line: 17
kindel
si
iht
melden
,
aber
inwendig
sint
si
vol
un\käusch
Line: 18
mit
gir
und
treibent
ir
unfuor
mit
küssen
,
mit
Line: 19
unzimleichen
reden
und
mit
mærlein
und
verunrainent
Line: 20
sich
lesterleich
und
pœsleich
,
dâ
von
niht
mêr
ze
reden
ist
.
20
Chapter / Strophe: 12
12.
Line: 21
Line: 22
VON
DEM
DELPHIN
.
Line: 23
Delphinus
ist
ain
visch
,
der
haizt
delphin
.
iedoch
Line: 24
ist
er
niht
daz
merwunder
delphin
,
dâ
von
wir
vor
gesait
Line: 25
haben
.
der
visch
ist
klainer
denn
daz
selb
merwunder
,
25
Line: 26
sam
Isidorus
spricht
.
die
visch
habent
die
art
,
wenn
ain
Line: 27
ungewiter
komen
schol
,
sô
springent
si
auf
dem
wazzer
Line: 28
und
spilent
,
und
dâ
pei
erkennent
die
schefläut
künftigz
Line: 29
ungewiter
.
si
sint
sô
snell
in
iren
sprüngen
,
sam
Solînus
Line: 30
spricht
,
daz
si
etswenn
über
die
schefsegel
springent
,
und
30
Line: 31
die
vischær
besamnent
sich
und
werfent
eisnein
rechen
Page: 251
Line: 1
auf
,
dar
inn
beslahent
sich
die
delphin
und
reibent
sich
Line: 2
an
den
sant
dâ
mit
,
alsô
die
rechen
in
ir
flaisch
gedrukt
Line: 3
werdent
,
und
sô
wirft
si
daz
mer
dann
auz
an
daz
lant
.
Chapter / Strophe: 13
13.
Line: 4
Line: 5
VON
DEM
ECHEN
Line: 6
Echinus
haizt
ain
ech
.
der
visch
ist
halpfüezig
,
sam
Line: 7
Jacobus
und
Isidorus
sprechent
,
und
ist
sô
kreftig
,
daz
Line: 8
er
ain
schef
still
helt
,
daz
ez
sich
nindert
wegt
,
ez
sla\hen
Line: 9
die
wind
in
daz
mer
oder
ez
slahen
die
ünden
,
und
Line: 10
wie
sêr
die
wazzerflüzz
diezzen
,
sô
mag
daz
schef
weder
10
Line: 11
für
sich
noch
hinder
sich
,
reht
als
ob
ez
dâ
gruntvest
Line: 12
hab
und
dâ
gewurzelt
sei
,
niht
dar
umb
,
daz
ez
daz
Line: 13
vischel
wider
ziehe
,
neur
dar
umb
,
daz
daz
vischel
dar
Line: 14
an
hanget
.
daz
sprechent
auch
Ambrosius
,
Jacobus
Line: 15
Aquensis
,
Aristotiles
,
Isidorus
und
der
grôz
Basilius
.
nu
15
Line: 16
spricht
Albertus
,
daz
man
des
grôzen
wunders
an
dem
Line: 17
vischel
kain
ander
sach
müg
gehaben
denn
daz
got
ze
Line: 18
verstên
gibt
in
seinen
crêatûren
seineu
wunderleicheu
Line: 19
werk
,
und
seineu
wunder
læzt
schawen
,
und
dar
umb
,
daz
Line: 20
die
ketzer
geschant
werden
,
die
anders
niht
gelauben
wel\lent
20
Line: 21
denn
der
nâtûr
gemainen
lauf
.
die
echen
sint
der
Line: 22
krebzen
geslähtes
,
sam
Plinius
spricht
,
wan
si
habent
Line: 23
auch
dorn
an
der
füez
stat
.
den
visch
schol
man
niht
Line: 24
ezzen
oder
man
izt
den
tôt
dar
an
.
wan
sô
er
gezzen
Line: 25
wirt
,
sô
verändert
er
den
menschen
auz
dem
satz
seiner
25
Line: 26
rehten
nâtürleichen
schickung
.
der
ech
bestelt
diu
schif
Line: 27
ze
mittest
in
dem
mer
und
mag
sich
selber
niht
bestellen
,
Line: 28
er
muoz
daz
von
dem
staindel
petlen
,
daz
er
den
schiffen
Line: 29
milticleich
gibt
.
wan
sô
er
ain
künftigz
unwiter
siht
,
sô
Line: 30
umbgreift
er
ain
staindel
,
daz
in
die
wazzerschuck
iht
30
Line: 31
auzwerfen
,
und
helt
doch
ain
grôz
schif
,
als
vor
gespro\chen
Line: 32
ist
.
die
visch
habent
ir
münd
ze
mitelst
an
dem
Line: 33
leib
und
sint
vil
nâhent
als
si
glesein
sein
an
dem
leib
Line: 34
und
habent
ains
schorpen
gestalt
.
si
habent
auch
an
der
Page: 252
Line: 1
zend
stat
swær
und
scharpf
sticheling
in
dem
mund
.
Line: 2
ireu
air
sint
pitter
und
der
sint
fünfeu
an
der
zal
,
sam
Line: 3
Ambrosius
und
Aristotiles
sprechent
.
Ich
pit
dich
,
tuo
Line: 4
als
der
visch
tuot
gegen
dem
ungewiter
,
und
sô
dâ
in
Line: 5
leiden
seist
,
sô
begreif
ain
staindl
,
daz
ist
,
rüef
ainen
5
Line: 6
hailigen
an
,
der
dich
auf
halt
in
deinen
leiden
.
ich
rât
Line: 7
aber
dir
allermaist
zuo
unser
frawen
,
diu
wirt
snell
gewert
.
Chapter / Strophe: 14
14.
Line: 8
Line: 9
VON
DEM
HAUSEN
.
Line: 10
Esox
haizt
ain
haus
.
der
visch
gêt
in
der
Tuonaw
,
10
Line: 11
zuo
dem
gesellt
sich
der
stür
gar
gern
,
daz
er
mit
im
Line: 12
scherz
.
und
sô
sein
der
haus
innen
wirt
,
sô
fleuht
er
Line: 13
zehant
und
der
stür
volgt
im
nâch
,
wan
si
sint
paid
grôz
,
Line: 14
dar
umb
mügent
si
sich
niht
verpergen
in
den
grôzen
Line: 15
wazzern
.
wenn
si
alsô
jagent
und
daz
wazzer
vor
in
trei\bent
,
15
Line: 16
sô
væht
man
si
dick
paid
mit
enander
.
wenn
der
Line: 17
haus
gevangen
ist
,
der
in
denn
trenkt
mit
gar
starkem
Line: 18
wein
oder
mit
milch
,
unz
daz
er
trunken
wirt
,
sô
lebt
er
Line: 19
vil
tag
.
er
trinkt
aber
wol
vier
sehstail
weins
,
ê
daz
er
Line: 20
trunken
werd
,
daz
sint
vier
gar
grôz
angstær
.
er
hât
20
Line: 21
neur
ainen
darm
und
hât
klaineu
pain
in
dem
leib
und
Line: 22
hât
der
wênig
und
diu
pain
sint
waich
als
die
kruspeln
Line: 23
aber
in
dem
haupt
hât
er
vil
pain
und
diu
selben
sint
Line: 24
hert
.
Pei
den
hausen
verstên
ich
die
läut
,
die
mit
des
Line: 25
herzen
gir
grôz
sint
und
an
irm
fürsatz
der
tugent
,
aber
25
Line: 26
si
sint
waich
an
den
werken
.
Chapter / Strophe: 15
15.
Line: 27
Line: 28
VON
DEM
GRAN
.
Line: 29
Granus
haizt
ain
gran
.
daz
ist
ain
mervisch
,
sam
Line: 30
Aristotiles
spricht
.
der
visch
hât
ain
aug
oben
auf
dem
30
Line: 31
haupt
wider
aller
anderr
tier
nâtûr
.
mit
dem
aug
siht
Line: 32
er
allzeit
über
sich
und
hüet
sich
vor
schaden
.
Der
visch
Page: 253
Line: 1
bedäut
ainen
iegleichen
spiegelschawer
,
der
tag
und
naht
Line: 2
alleu
ding
betraht
und
beschawet
in
dem
spiegel
seiner
Line: 3
vernunft
und
siht
got
in
seinen
werken
und
die
crêatûr
Line: 4
in
götleicher
güet
.
der
selb
mag
wol
von
im
selber
spre\chen
:
Line: 5
mein
augen
sehent
allzeit
zuo
dem
herren
,
daz
ist
:
5
Line: 6
zuo
got
schüllen
unsreu
augen
stên
ân
underlâz
,
wan
er
Line: 7
zuckt
unser
füez
auz
dem
strick
des
êwigen
tôdes
.
Chapter / Strophe: 16
16.
Line: 8
Line: 9
VON
DER
MERSWALBEN
.
Line: 10
Hirundo
maris
haizt
ain
merswalb
.
daz
ist
ain
mer\visch
10
Line: 11
gar
geleich
ainer
swalben
,
sam
Plinius
spricht
.
der
Line: 12
visch
hât
allain
an
im
ain
art
,
diu
allen
andern
vischen
Line: 13
wider
ist
ân
einen
mervisch
,
der
haizt
luligo
,
und
ân
Line: 14
ainen
andern
mervisch
,
wan
diu
merswalb
beleibt
pei
den
Line: 15
vischen
in
dem
wazzer
und
hât
auch
flügel
,
dâ
mit
si
15
Line: 16
fleugt
in
die
lüft
.
Der
visch
bedäut
die
menschen
,
die
Line: 17
etleich
zeit
werltleich
amt
habent
und
mit
werltleichen
Line: 18
sachen
umbgênt
und
dar
nâch
sich
versinnent
und
ge\denkent
Line: 19
an
daz
êwig
leben
und
bekêrent
sich
zuo
göt\leichem
Line: 20
leben
und
werdent
gar
guot
.
20
Chapter / Strophe: 17
17.
Line: 21
Line: 22
VON
DEM
KALOS
.
Line: 23
Kalaos
haizt
ain
kalos
.
daz
ist
ain
mervisch
man\gerlai
Line: 24
gestalt
und
mangerlai
schickung
,
sam
Aristotiles
Line: 25
spricht
.
der
visch
hât
die
art
wider
all
ander
visch
,
daz
25
Line: 26
im
daz
regenwazzer
schad
ist
,
daz
doch
allen
andern
Line: 27
vischen
ain
trôst
und
ain
hilf
ist
und
dâ
von
kreftig
und
Line: 28
vaizt
werdent
.
aber
der
kalus
wirt
plint
von
dem
regen\wazzer
,
Line: 29
sô
mag
er
denn
sein
ezzen
niht
vinden
und
muoz
Line: 30
sterben
in
dem
hunger
.
Pei
dem
visch
verstên
ich
die
30
Line: 31
läut
,
die
des
gots
wortes
niht
gehœren
mügent
,
alsô
daz
Line: 32
ez
in
nütz
sei
an
leib
oder
an
sêl
.
Page: 254
Chapter / Strophe: 18
18.
Line: 1
Line: 2
VON
DEM
HECHT
.
Line: 3
Lucius
haizt
ain
hecht
.
daz
ist
ain
visch
,
als
daz
Line: 4
puoch
von
den
nâtürleichen
dingen
sait
,
der
auch
ain
waz\zerwolf
Line: 5
haizt
,
der
izt
ander
visch
und
waz
er
frösch
vindet
,
5
Line: 6
die
in
der
andern
visch
münden
sint
,
alsô
daz
si
nâhen
Line: 7
als
grôz
sint
als
er
selber
,
die
frizt
er
auch
.
er
izt
ainen
Line: 8
andern
visch
alsô
.
wenn
er
in
überwindet
,
sô
frizt
er
daz
Line: 9
haupt
des
êrsten
und
wenn
er
daz
verdäut
,
sô
izt
er
daz
Line: 10
ander
tail
dar
nâch
,
ie
ain
stuck
nâch
dem
andern
,
unz
10
Line: 11
daz
er
in
gar
vrizt
.
er
izt
auch
ainen
andern
hecht
,
alsô
Line: 12
gräuleich
ist
er
von
nâtûr
und
sô
girig
auf
den
raup
.
er
izt
Line: 13
auch
seinen
aigenne
sâmen
,
er
sei
denn
ze
vischeln
worden
.
Line: 14
Pei
dem
hecht
verstên
ich
all
wüetreich
,
die
arm
läut
Line: 15
frezzent
und
auch
ir
aigen
mâg
und
freunt
verderbent
.
15
Chapter / Strophe: 19
19.
Line: 16
Line: 17
VON
DER
MURÊN
.
Line: 18
Murena
haizt
ain
murên
.
der
visch
hât
kainen
man
Line: 19
seins
geslehtes
oder
seinr
nâtûr
,
ez
sint
eitel
weip
,
sam
Line: 20
Isidorus
spricht
,
und
gevæht
zuo
von
der
slangen
.
wan
als
20
Line: 21
Basilius
spricht
,
diu
slang
locket
die
murên
auz
dem
waz\zer
Line: 22
mit
sänftem
wispeln
und
unkäuscht
dann
mit
ir
.
und
Line: 23
dar
umb
lockent
ir
die
vischer
mit
wispeln
auz
dem
waz\zer
Line: 24
und
vâhent
si
.
Ambrosius
spricht
,
wenn
diu
slang
Line: 25
unkäuschen
well
mit
der
murên
,
sô
lâz
si
vor
all
ir
ver\gift
25
Line: 26
von
ir
.
Albertus
spricht
,
daz
man
dâ
pei
verstên
Line: 27
schol
,
wie
grôz
sänftikait
und
tugent
der
man
haben
Line: 28
schol
zuo
seiner
frawen
,
wan
ain
man
und
sein
fraw
Line: 29
werdent
gesament
an
dem
kind
,
daz
ir
paider
fruht
ist
.
Line: 30
Alexander
spricht
,
daz
diu
murên
ir
sêl
in
dem
swanz
30
Line: 31
hab
,
wan
sô
man
ir
daz
haupt
zersleht
,
dannoch
lebt
si
;
Line: 32
aber
sô
man
ir
den
swanz
absleht
,
sô
stirbt
si
zehant
.
die
Page: 255
Line: 1
murên
habent
ainen
vergiftigen
piz
;
aber
sô
man
ir
haupt
Line: 2
pulvert
,
daz
pulver
ist
guot
für
die
selben
pizz
.
Chapter / Strophe: 20
20.
Line: 3
Line: 4
VON
DEM
MEGAR
.
Line: 5
Megarus
haizt
ain
megar
.
daz
ist
ain
mervisch
,
sam
5
Line: 6
daz
puoch
sagt
von
den
nâtürleichen
dingen
,
und
ist
zwair
Line: 7
tener
lang
.
er
dunket
pœs
in
den
landen
,
dâ
man
in
Line: 8
væht
,
aber
sô
man
in
selzet
und
in
verr
füert
,
sô
wirt
Line: 9
er
wert
umb
sein
selzein
.
iedoch
sô
er
frisch
ist
,
sô
ist
Line: 10
er
pezzer
ze
ezzen
,
wan
sô
er
gesalzen
wirt
.
der
visch
10
Line: 11
bedäut
die
in
irm
vaterlant
versmæht
sint
,
wan
als
Chri\stus
Line: 12
spricht
,
niemant
ist
ain
genæmer
weissage
in
seins
Line: 13
vater
lant
und
die
man
doch
in
fremden
landen
gar
wert
Line: 14
hât
und
si
wirdigt
und
grœzleichen
êret
.
Solînus
spricht
,
Line: 15
daz
die
megarn
mit
den
sneken
des
nahtes
an
daz
gestat
15
Line: 16
gên
und
trinken
daz
himeltaw
und
werdent
swanger
der
Line: 17
margariten
oder
der
veinn
perl
,
und
daz
taw
nement
die
Line: 18
mersneken
ze
mettenzeit
und
dar
umb
sint
die
perll
vei\ner
Line: 19
und
liehter
;
wan
der
taw
,
der
ze
mettenzeit
gevangen
Line: 20
wirt
,
ist
liehter
wan
der
des
nahtes
gevangen
wirt
,
und
20
Line: 21
sô
der
snek
des
tawes
ie
mêr
nimt
,
sô
die
perll
ie
veiner
Line: 22
und
grœzer
werdent
.
sô
den
offenn
sneken
ain
plitzen
oder
Line: 23
ain
himelplitzen
her
velt
von
dem
ungewiter
,
sô
druckent
Line: 24
si
sich
zesamen
und
swimment
mit
ainr
schar
mitenander
Line: 25
und
der
witzigist
swimt
vor
und
füert
die
andern
.
25
Chapter / Strophe: 21
21.
Line: 26
Line: 27
VON
DEM
KAINVISCH
.
Line: 28
Nullus
haizt
ain
kainvisch
.
der
hât
den
namen
dar
Line: 29
umb
,
sam
Isidorus
spricht
,
daz
er
waich
ist
und
gar
un\lustich
Line: 30
ze
ezzen
.
er
macht
die
läut
unlustig
und
macht
die
30
Line: 31
augen
trüeb
,
und
die
den
visch
dick
ezzent
,
die
smeckent
Line: 32
und
stinkent
vast
.
wer
den
wein
trinkt
,
dâ
der
visch
inn
Page: 256
Line: 1
ertœtt
ist
,
dem
wirt
der
wein
widerzæm
,
sam
Rabanus
Line: 2
spricht
.
Pei
dem
visch
verstên
ich
den
menschen
,
der
Line: 3
weder
im
selber
noch
der
werlt
nütz
ist
noch
got
êrleich
.
Chapter / Strophe: 22
22.
Line: 4
Line: 5
VON
DEM
OSTER
.
Line: 6
Ostrea
haizt
ain
oster
.
daz
ist
ain
mervisch
und
ist
Line: 7
der
sneken
geslähtes
,
von
den
wir
vor
gesait
haben
,
sam
Line: 8
Plinius
spricht
.
der
sneken
flaisch
izt
der
krebz
gar
gern
.
Line: 9
dar
umb
,
wenn
die
sneken
diu
häusel
auf
tuont
durch
des
Line: 10
sänftigen
weters
willen
,
sô
werfent
die
krebz
staindl
zwi\schen
10
Line: 11
die
schaln
,
daz
si
sich
niht
zuo
mügen
tuon
,
und
Line: 12
nagent
dann
der
sneken
flaisch
.
der
sneken
schaln
sint
Line: 13
weiz
und
sinwel
und
tragent
die
pilgrein
die
selben
schaln
Line: 14
an
irn
hüeten
;
aber
daz
flaisch
geröst
mit
öl
und
mit
Line: 15
zwival
ist
gar
guot
in
der
vasten
.
15
Chapter / Strophe: 23
23.
Line: 16
Line: 17
VON
DEM
MERSWEIN
.
Line: 18
Porcus
marinus
haizt
ain
merswein
und
ist
ain
visch
,
Line: 19
den
man
izt
.
der
ist
vil
nâch
als
ain
rehtez
swein
an
der
Line: 20
gestalt
.
sein
zung
ist
ledig
sam
ains
rehten
sweins
,
aber
20
Line: 21
ez
hât
niht
ain
stimm
sam
ain
rehtz
swein
.
ez
hât
auf
Line: 22
dem
ruck
dorn
,
dâ
ist
vergift
inn
.
aber
des
visches
gall
Line: 23
ist
ain
erznei
wider
die
vergift
.
diu
merswein
leident
vil
Line: 24
angst
und
nôt
,
sam
Plinius
spricht
,
und
suochent
ir
na\rung
Line: 25
an
des
mers
grunt
und
wüelent
in
die
erd
sam
diu
25
Line: 26
rehten
swein
.
si
habent
den
rüezel
pei
der
keln
.
Chapter / Strophe: 24
24.
Line: 27
Line: 28
VON
DEM
STÜRN
.
Line: 29
Sturio
haizt
ain
stür
.
daz
ist
ain
grôzer
visch
und
Line: 30
gêt
in
den
vliezenden
wazzern
und
nimt
gar
clain
ezzens
30
Page: 257
Line: 1
in
seinen
leip
.
er
lebt
allermaist
des
liehten
lautern
Line: 2
luftes
und
dar
umb
hât
er
ainen
clainen
pauch
.
er
hât
Line: 3
ingewaid
,
aber
daz
ist
gar
clain
nâch
seinr
grœz
.
er
hât
Line: 4
ain
grôz
lebern
,
und
diu
ist
alsô
süez
,
daz
man
si
kaum
Line: 5
izt
ân
des
magen
wüllen
,
und
dar
umb
reibent
die
köch
5
Line: 6
die
lebern
mit
des
stürn
gallen
,
daz
si
die
überigen
süe\zen
Line: 7
verlies
.
er
hât
kainen
munt
,
wan
daz
selb
tail
Line: 8
ist
ganz
,
dâ
andreu
tier
ir
münd
habent
.
iedoch
hât
er
Line: 9
ain
klain
loch
under
der
keln
und
daz
öffent
er
wenn
er
Line: 10
wil
.
wenn
der
sudenwint
wæt
,
sô
wirt
er
vaizt
und
swimt
10
Line: 11
oben
in
dem
wazzer
;
wenn
aber
der
nordenwint
wæt
,
sô
Line: 12
ligt
er
an
dem
grunt
.
wenn
er
in
milch
stêt
,
sô
lebt
er
Line: 13
lang
ân
wazzer
.
Chapter / Strophe: 25
25.
Line: 14
Line: 15
VON
DEM
HAMFREZZEN
Line: 16
Scolopendra
mag
ain
hamfrez
haizen
,
dar
umb
,
wan
Line: 17
als
Plinius
spricht
,
die
visch
sint
den
lanttiern
geleich
,
Line: 18
diu
ze
latein
centipedes
haizent
und
haizent
ze
däutsch
Line: 19
hundertfüezel
,
und
habent
die
art
,
daz
si
den
hamen
Line: 20
frezzent
,
dâ
mit
man
si
væht
,
und
wenn
si
in
gezzen
20
Line: 21
habent
,
sô
undäwent
si
auz
dem
hals
allez
ir
ezzen
,
unz
Line: 22
si
den
hamen
auz
gewerfent
,
und
sô
verslindent
si
denn
Line: 23
daz
ungedäut
ezzen
anderstund
.
Pei
dem
visch
verstê
Line: 24
wir
die
läut
,
die
an
in
selber
verstênt
,
daz
in
die
werlt\leichen
Line: 25
reichtüem
schedleich
sint
an
leib
und
an
sêl
,
und
25
Line: 26
dar
umb
gebent
si
die
werlt
auf
und
varnt
in
ainen
or\den
,
Line: 27
und
sô
si
etswie
lang
in
dem
orden
gestênt
und
in
Line: 28
daz
gemain
leben
in
dem
orden
niht
genüegt
,
sô
samnent
Line: 29
si
aber
aigen
guot
in
dem
orden
und
werdent
pœser
in
Line: 30
dem
orden
wan
si
in
der
werlt
wâren
,
und
tuont
als
die
30
Line: 31
hund
,
die
ain
ezzen
undäwent
und
slindent
ez
wider
.
Der
Line: 32
hamfrez
hât
die
art
,
daz
er
sich
in
daz
tief
wazzer
senket
Line: 33
und
fleucht
der
sunnen
glast
und
ir
hitz
und
fleucht
auch
Line: 34
den
hagel
,
wan
diu
zwai
schendent
des
visches
varb
.
wenn
Line: 35
man
die
visch
in
ezzich
legt
,
sô
entsliezent
si
sich
schier
,
35
Page: 258
Line: 1
alsô
daz
si
mar
werdent
.
die
visch
haizent
auch
ainer
,
Line: 2
wan
man
vint
niht
zwên
in
ainer
schaln
noch
mêr
denn
Line: 3
neur
ainen
.
in
des
visches
schaln
vindet
man
ainen
stain
,
Line: 4
wer
den
zereibet
und
in
aigencleichen
beraitt
,
sô
ist
er
Line: 5
guot
wider
des
magen
kranchait
.
der
stain
hât
die
kraft
,
5
Line: 6
daz
er
frid
und
ainung
machet
zwischen
den
läuten
und
Line: 7
machet
den
menschen
käusch
der
in
tregt
.
Chapter / Strophe: 26
26.
Line: 8
Line: 9
VON
DEM
MERSCHERN
.
Line: 10
Salpa
hât
ain
puoch
und
daz
ander
hât
talpa
,
daz
10
Line: 11
ist
pezzer
,
und
daz
ist
ain
pœs
visch
und
stinkend
,
sam
Line: 12
Plinius
spricht
,
und
mag
nümmer
gekocht
werden
,
man
Line: 13
plew
in
dann
vor
mit
ainem
plewel
oder
mit
ainem
steken
,
Line: 14
als
man
den
dürren
stokvisch
tuot
,
und
mag
aigencleich
Line: 15
ain
merscher
haizen
.
Pei
dem
visch
verstêt
man
die
sün\der
,
15
Line: 16
die
sô
gar
pœs
an
irm
leben
sint
,
daz
si
nümmer
Line: 17
gerainigt
mügen
werden
mit
dem
feur
und
mit
der
lieb
Line: 18
des
hailigen
gaistes
,
daz
si
ain
zimleichz
ezzen
sein
des
Line: 19
götleichen
willen
,
si
werden
dem
vor
geslagen
mit
kranc\hait
Line: 20
und
mit
leiden
gestrâft
.
20
Chapter / Strophe: 27
27.
Line: 21
Line: 22
VON
DEM
MERSNEKEN
.
Line: 23
Testudo
haizt
ain
snek
,
dar
umb
,
sam
Isidorus
spricht
,
Line: 24
daz
er
mit
ainr
schaln
bedecket
ist
,
als
er
in
ainem
häu\sel
Line: 25
sitz
,
wan
testa
ze
latein
haizt
ain
schal
ze
däutsch
;
25
Line: 26
dannen
kümt
daz
wort
testudo
.
ez
sint
vierlai
sneken
.
Line: 27
die
êrsten
sint
lantsneken
,
die
auf
dem
land
wonent
,
in
Line: 28
den
gärten
und
in
den
wälden
.
die
andern
sint
mer\sneken
,
Line: 29
die
in
dem
mer
wonent
und
von
den
wir
vor
ge\saget
Line: 30
haben
.
die
dritten
sint
ûfersneken
,
die
an
dem
30
Line: 31
ûfer
und
an
dem
gestat
ligent
in
der
faulen
erden
und
Line: 32
in
den
pfüeln
oder
in
den
lachen
,
dâ
faulz
ertreich
ist
.
Line: 33
die
vierden
sint
pachsneken
,
die
in
den
pächen
und
in
Page: 259
Line: 1
den
süezen
wazzern
wonent
.
etleich
sprechent
(aber
ez
Line: 2
ist
ungeläupleich)
,
daz
diu
schef
træger
sein
in
irm
gang
,
Line: 3
sô
die
sneken
zder
rehten
seiten
dar
an
hangen
.
Chapter / Strophe: 28
28.
Line: 4
Line: 5
VON
DEM
TRIBIAN
Line: 6
Trebius
haizt
ain
tribian
.
daz
ist
ain
swarzer
visch
Line: 7
und
ist
ains
fuozes
lang
,
und
Plinius
spricht
,
daz
er
die
Line: 8
kraft
hab
,
sei
daz
man
sein
ain
stuck
in
salz
leg
und
ez
Line: 9
dar
inn
behalt
,
vall
ain
stuck
goldes
in
ainen
tiefen
prun\nen
Line: 10
und
hab
man
daz
stuck
des
visches
dar
zuo
,
ez
zieh
10
Line: 11
ez
her
auz
dem
gar
tiefen
prunnen
.
Chapter / Strophe: 29
29.
Line: 12
Line: 13
VON
DER
MERSLANGEN
.
Line: 14
Vipera
marina
haizt
ain
merslang
.
daz
ist
ain
mer\visch
,
Line: 15
der
ist
zeitleich
klain
,
wan
er
ist
wênig
mêrer
15
Line: 16
denne
ains
elnpogen
lang
.
er
tregt
an
dem
haupt
ob
den
Line: 17
augen
ain
spitzigz
horn
,
daz
ist
klain
und
vergiftig
unz
in
Line: 18
den
tôt
.
welichen
menschen
er
verwunt
mit
dem
horn
,
Line: 19
den
vergift
er
unz
in
den
tôt
,
und
daz
behüetent
die
Line: 20
vischær
.
wan
sô
si
in
gevangen
habent
,
sô
enköpfent
si
20
Line: 21
in
,
und
daz
ander
tail
nützent
die
menschen
,
wan
ez
ist
Line: 22
gar
guot
ze
ezzen
.
This text is part of the
TITUS
edition of
Konrad von Megenburg, Buch der Natur
.
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TITUS Project
, Frankfurt a/M, 12.9.2008. No parts of this document may be republished in any form without prior permission by the copyright holder.