TITUS
Konrad von Megenburg, Buch der Natur
Part No. 7
Book: IIIE
III.
Line: 23
Line: 24
E.
Line: 25
VON
DEN
SLANGEN
Line: 26
UND
DES
ÊRSTEN
IN
AINER
GEMAIN
.
Line: 27
Wir
schüllen
nu
sagen
von
den
slangen
und
des
Line: 28
êrsten
in
ainer
gemain
.
Aristotiles
spricht
,
der
slangen
Page: 260
Line: 1
zung
ist
behend
,
lang
,
swarz
und
gespalten
und
dar
umb
Line: 2
gêt
si
verr
her
auz
auz
dem
mund
.
der
slangen
herz
ist
Line: 3
ze
næhst
nâch
dem
hals
und
ist
geleich
aim
niern
.
die
Line: 4
grôzen
slangen
habent
ir
vergift
an
der
lebern
,
aber
die
Line: 5
klainen
habent
ir
vergift
in
dem
ingewaid
.
verplendet
5
Line: 6
man
ain
slangen
,
si
wirt
wider
gesehend
.
sleht
man
ir
Line: 7
den
swanz
ab
,
er
wehset
ir
wider
von
nâtûr
,
sam
der
Line: 8
egdehsen
.
diu
slang
hât
dreizig
rippe
.
die
slangen
ko\ment
Line: 9
sô
nâh
zuo
enander
in
irr
unkäusch
,
daz
ainen
Line: 10
menschen
dunket
,
si
sein
neur
ain
leip
und
hab
der
leip
10
Line: 11
zwai
haupt
.
ain
iegleich
slang
izt
ân
underschaid
kraut
Line: 12
und
auch
flaisch
.
diu
slang
trinkt
wênig
,
aber
si
begert
Line: 13
sêr
weins
und
dar
umb
zement
und
lockent
si
die
slangen\vâher
Line: 14
mit
wein
.
wenn
diu
slang
den
menschen
getœtt
Line: 15
hât
mit
irm
hecken
,
sô
nimt
si
daz
ertreich
niht
mêr
noch
15
Line: 16
haimet
si
mêr
:
si
muoz
ir
sünd
püezen
,
wan
si
stirbt
Line: 17
kürzleich
dar
nâch
,
sam
Plinius
spricht
.
diu
slang
mag
Line: 18
niht
mêr
denn
neur
ains
ertœten
,
neur
ze
aim
mâl
und
Line: 19
niht
mêr
,
denn
neur
allain
der
salamander
der
ertœtt
mêr
Line: 20
denn
ains
.
Plinius
spricht
,
daz
diu
vergift
niht
anderz
20
Line: 21
sei
denn
der
slangen
fäuht
in
der
gallen
und
diu
fäuht
Line: 22
gêt
von
der
gallen
under
dem
ruck
in
den
âdern
zuo
Line: 23
dem
mund
und
zuo
dem
zagel
oder
zuo
dem
swanz
,
als
Line: 24
man
auch
siht
an
dem
schorpen
.
die
slangen
in
der
Line: 25
Syren
lant
laidigent
niemant
und
dar
umb
tœtent
si
die
25
Line: 26
läut
in
dem
land
niht
.
alsô
spricht
auch
Aristotiles
,
daz
Line: 27
in
dem
land
Lacedonia
ain
perg
sei
,
dâ
kain
schorp
die
Line: 28
gest
laidig
,
aber
si
laidigen
die
wirt
und
die
in
dem
land
Line: 29
wonent
.
die
slangen
sint
von
nâtûr
hitzig
und
dar
umb
,
Line: 30
wenn
si
erkaltent
,
sô
schadent
si
wênig
oder
gar
niht
.
30
Line: 31
si
schadent
des
nahtes
minner
denn
an
dem
tag
,
wan
si
Line: 32
werdent
des
nahtes
kalt
von
dem
taw
.
die
von
vergift
Line: 33
sterbent
die
erstarrent
des
êrsten
,
aber
sô
diu
vergift
er\hitzt
,
Line: 34
sô
tœtt
si
den
menschen
mit
derren
und
mit
dürr
Line: 35
machen
.
aber
man
spricht
,
daz
diu
vergift
dem
menschen
35
Line: 36
niht
geschaden
müg
,
si
rüer
denn
sein
pluot
des
êrsten
.
Page: 261
Line: 1
man
spricht
auch
,
daz
die
slangen
den
nakenden
men\schen
Line: 2
förhten
und
vliehen
und
getürren
in
niht
gelai\digen
.
Line: 3
Ambrosius
spricht
,
daz
ains
nüehtarn
menschen
Line: 4
spaichel
die
slangen
ertœt
,
wan
ist
daz
diu
slang
der
Line: 5
spaicheln
ain
klain
berüert
,
sô
stirbt
si
zehant
.
eyâ
,
5
Line: 6
mensch
,
nu
sich
,
wie
grôze
kraft
diu
vaste
hât
,
daz
si
Line: 7
mit
der
spaicheln
ain
erdisch
slangen
ertœt
!
treun
,
sô
ist
Line: 8
daz
pilleich
,
daz
diu
vast
auch
wider
die
gaistleichen
Line: 9
slangen
helf
,
daz
ist
wider
die
pœsen
gaist
.
ez
ist
als
Line: 10
mangerlai
vergift
,
diu
von
den
slangen
kümt
,
als
man\gerlai
10
Line: 11
slangen
sint
.
ez
sint
sô
vil
pôshait
merkleicher
an
Line: 12
in
,
als
vil
ir
nâtûr
gezwaiet
ist
.
si
tuont
sô
vil
smerzen
Line: 13
den
läuten
,
als
vil
varb
an
in
gezwaiet
ist
.
der
slangen
Line: 14
milz
ist
clain
und
sinbel
.
diu
slang
pirgt
ir
haupt
und
Line: 15
slingt
den
ganzen
leip
dar
umb
und
wirft
sich
alsô
gegen
15
Line: 16
dem
veind
,
wan
sô
si
daz
haupt
beschirmt
,
sô
beleibt
si
Line: 17
lebendig
ân
daz
ander
tail
des
leibs
.
wenn
diu
slang
in
Line: 18
daz
wazzer
wil
,
sô
læzt
si
vor
die
vergift
,
und
wenn
si
Line: 19
wider
auz
dem
wazzer
kümt
,
sô
nimt
si
die
vergift
wider
,
Line: 20
und
vermisset
si
der
vergift
,
alsô
daz
si
ir
niht
vindet
,
20
Line: 21
sô
sleht
si
daz
haupt
oft
auf
die
erd
,
unz
daz
si
vor
lait
Line: 22
stirbt
.
diu
slang
fleuht
allen
guoten
smack
und
stirbt
Line: 23
oft
dâ
von
.
man
spricht
auch
,
daz
auz
des
menschen
Line: 24
mark
slangen
werden
und
allermaist
auz
des
ruks
dorn
.
Line: 25
Rabanus
spricht
,
daz
ze
latein
vergift
als
vil
gesprochen
25
Line: 26
sei
als
ain
æderling
,
dar
umb
,
daz
diu
vergift
in
die
âdern
Line: 27
gêt
,
wan
vena
ze
latein
haizt
âder
,
dannen
kümt
daz
Line: 28
wort
venenum
ze
latein
,
daz
haizt
vergift
,
wan
als
vor
Line: 29
gesprochen
ist
,
diu
vergift
schadt
niht
,
ê
si
daz
pluot
Line: 30
berüert
.
all
vergift
ist
kalt
von
nâtûr
und
dâ
von
fleuht
30
Line: 31
daz
leben
die
vergift
,
wan
daz
leben
stêt
an
wirm
und
Line: 32
an
fäuhten
.
Aristotiles
spricht
,
daz
der
slangen
aigenchait
Line: 33
sei
,
daz
si
daz
haupt
gewegen
müg
ân
den
leichnamen
.
Line: 34
Rabanus
spricht
,
all
slangen
habent
trüebz
gesiht
und
Line: 35
dar
umb
siht
si
daz
ir
widerwârtig
ist
selten
,
wan
die
35
Line: 36
slangen
habent
ir
augen
niht
an
der
stirn
,
si
habent
si
Page: 262
Line: 1
an
dem
slâf
und
dar
umb
hœrent
si
ê
daz
si
sehen
.
Line: 2
Alexander
spricht
,
diu
slang
vertreibet
ir
plinthait
mit
Line: 3
fenchel
ezzen
,
und
dar
umb
,
wenn
si
enpfindet
,
daz
ir
Line: 4
augen
vinster
sint
,
sô
kan
si
ir
selber
erzneien
mit
kunst
,
Line: 5
diu
si
niht
betreuget
.
Aristotiles
spricht
,
daz
kain
ander
5
Line: 6
tier
sein
zungen
sô
snell
weg
sam
die
slang
,
wan
si
wegt
Line: 7
ir
zungen
sô
snell
,
daz
ainz
dunket
,
si
hab
drei
zungen
,
Line: 8
und
hât
doch
neur
ain
.
Augustînus
spricht
,
diu
vergift
Line: 9
ist
des
menschen
tôt
und
der
slangen
leben
.
Chapter / Strophe: 1
1.
Line: 10
Line: 11
VON
DER
ASPEN
.
Line: 12
Aspis
haizt
ain
asp
.
daz
ist
ain
slang
wahsvar
oder
Line: 13
gel
.
diu
læzt
vergift
in
irm
piz
und
zesträwet
ir
gift
mit
Line: 14
irm
peizen
und
dâ
von
hât
si
den
namen
,
wan
aspis
in
Line: 15
kriechisch
ist
als
vil
gesprochen
als
vergift
.
Jacobus
der
15
Line: 16
maister
spricht
,
daz
diu
slang
von
etleicher
wort
kraft
Line: 17
gepunden
werd
,
alsô
daz
si
mit
irr
gift
niht
geschaden
Line: 18
müg
,
und
wirt
auch
dar
umb
mit
den
selben
worten
an\gesprochen
,
Line: 19
daz
man
si
dester
fridleicher
vâh
und
daz
Line: 20
man
auz
ir
stirn
genemen
müg
ainen
edeln
stain
,
der
20
Line: 21
von
nâtûr
dâ
wehset
.
aber
si
hât
ain
kündichait
wider
Line: 22
daz
ansprechen
,
wan
si
druket
ain
ôr
auf
die
erden
und
Line: 23
verschoppet
daz
ander
ôr
mit
dem
zagel
,
daz
si
des
an\sprechers
Line: 24
stimm
iht
hœr
.
Lucânus
haizt
die
slangen
ain
Line: 25
slâfpringerinne
,
wan
wer
von
ir
verwunt
wirt
,
der
slæft
25
Line: 26
unz
in
den
tôt
.
Solînus
spricht
,
daz
diu
asp
ir
leben
Line: 27
vertreib
neur
mit
irem
geleichen
und
dar
umb
,
wenn
ir
Line: 28
gemahel
ertœt
wirt
,
sô
sleicht
si
dem
tœter
ümmer
mêr
Line: 29
nâch
,
dar
umb
,
daz
si
ir
liep
rech
,
und
wâ
si
in
vindet
,
Line: 30
wie
mit
grôzem
volk
ez
sei
,
auf
wazzer
oder
auf
erd
,
30
Line: 31
sô
ertœtt
si
irs
liebes
morder
,
dâ
mag
niht
vor
gesein
.
Line: 32
als
ain
vorschær
spricht
,
diu
asp
schadet
den
läuten
von
Line: 33
dem
land
Africa
niht
noch
schadet
den
läuten
von
Syria
,
Line: 34
und
dar
umb
legent
die
läut
iriu
kint
für
derlai
slangen
.
Page: 263
Line: 1
ist
dan
daz
si
die
slangen
laidigent
,
sô
habent
si
si
niht
Line: 2
für
ireu
kint
und
mainent
,
diu
kindel
sein
pankhärtel
.
Line: 3
ist
aber
,
daz
si
diu
kindel
niht
laidigent
,
sô
ziehent
si
Line: 4
die
läut
als
ir
aigeneu
kint
.
Chapter / Strophe: 2
2.
Line: 5
Line: 6
VON
DER
ANSIBÊN
.
Line: 7
Ansibena
oder
amphisibena
haizt
ain
ansibên
.
daz
Line: 8
ist
ain
slang
,
diu
hât
zwai
haupt
,
ainz
an
der
rehten
Line: 9
hauptstat
,
daz
ander
hinden
an
dem
swanz
oder
an
dem
Line: 10
zagel
und
daz
selb
haupt
machet
,
daz
diu
slang
kraiz\lingen
10
Line: 11
lauft
und
hin
und
her
zeuht
.
die
slangen
haizt
Line: 12
Solînus
in
seinem
puoch
amphis
,
daz
ist
in
kriechisch
als
Line: 13
vil
gesprochen
als
ain
zweivel
,
wan
ez
ist
zweivel
,
mit
Line: 14
welhem
haupt
diu
slang
für
well
gên
.
aber
Aristotiles
Line: 15
sagt
von
slangen
in
den
landen
gegen
der
sunnen
auf\ganch
,
15
Line: 16
die
zwai
haupt
haben
,
und
spricht
,
daz
diu
zwai
Line: 17
haupt
komen
von
ainem
geprechen
der
nâtûr
in
der
Line: 18
muoter
leib
oder
in
irr
gepurt
.
die
selben
slangen
habent
Line: 19
zwai
haupt
und
ainen
leip
und
paideu
haupt
ezzent
in
Line: 20
ainen
leip
.
si
slingent
sich
auch
mit
paiden
haupten
20
Line: 21
gegen
den
veinden
.
maister
Jorach
spricht
in
seinem
Line: 22
puoch
von
den
tiern
,
daz
diu
slang
amphisibena
sô
gar
Line: 23
wächig
sei
,
wenn
si
ir
air
prüett
,
daz
ain
haupt
allzeit
Line: 24
slâf
und
daz
ander
wach
.
Chapter / Strophe: 3
3.
Line: 25
Line: 26
VON
DEM
UNKEN
.
Line: 27
Basiliscus
haizt
ain
unk
.
der
ist
ain
künich
aller
Line: 28
slangen
,
sam
Jacobus
spricht
,
wan
basiliscus
in
kriechisch
Line: 29
haizt
ain
künigel
ze
däutsch
.
der
unk
ist
ain
sunderleich
Line: 30
übel
auf
ertreich
.
an
der
leng
ist
er
halbfüezig
und
hât
30
Line: 31
weizeu
flekel
auf
dem
haupt
,
reht
als
ob
er
geziert
sei
Line: 32
mit
ainer
krôn
.
den
unk
vliehent
all
slangen
und
Page: 264
Line: 1
fürhtent
in
,
wan
er
tœt
si
neur
mit
seim
anhûchen
,
aber
Line: 2
er
tœt
die
läut
neur
mit
seinem
vergiftigen
anplik
.
wan
Line: 3
ist
,
daz
er
den
menschen
ê
an
siht
,
sô
stirbt
der
mensch
;
Line: 4
siht
aber
der
mensch
den
unken
ê
,
sô
stirbt
der
unk
,
Line: 5
sam
Jacobus
spricht
.
kain
vogel
mag
ân
schaden
für
5
Line: 6
den
unk
komen
,
wan
wâ
der
unk
wont
,
dâ
vergift
er
Line: 7
den
luft
ze
mâl
und
verderbt
die
kräuter
und
vergift
die
Line: 8
paum
und
verwüest
si
.
er
verderbt
die
schüzling
und
Line: 9
velscht
den
luft
alsô
vast
,
daz
kain
vogel
dâ
durch
ge\vliegen
Line: 10
mag
ân
schaden
.
er
zepricht
die
herten
stain
10
Line: 11
neur
mit
seim
âtem
,
der
auz
seim
hals
gêt
.
wenn
er
sich
Line: 12
wegt
,
sô
erhebt
er
sich
neur
ze
mitelst
und
erhœht
sich
Line: 13
dâ
und
slingt
alsô
waz
er
mit
seinem
piz
rüert
.
daz
Line: 14
vliehent
alleu
tier
und
allez
gefügel
.
sein
wispeln
fürh\tent
Line: 15
all
ander
slangen
,
wan
er
tœtt
andreu
tier
mit
wis\peln
.
15
Line: 16
iedoch
gesigt
im
diu
wisel
an
und
dar
umb
nement
Line: 17
die
weisen
läut
wiseln
und
lâzent
si
in
diu
hölr
,
dâ
die
Line: 18
unk
wonent
;
und
sô
der
unk
tôt
ist
,
sô
sterbent
auch
Line: 19
die
wiseln
,
sam
Plinius
spricht
.
iedoch
hât
der
tôt
unk
Line: 20
sein
kraft
,
wan
wâ
man
den
aschen
hin
klaibt
,
der
auz
20
Line: 21
dem
unk
geprant
wirt
,
dâ
mag
kain
spinn
ir
netz
ge\weben
Line: 22
und
mag
kain
vergiftez
tier
dâ
gewonen
noch
Line: 23
mügent
die
vogel
dâ
gesmaizen
.
und
daz
ist
wâr
:
in
Line: 24
welhem
tail
des
hauses
sein
ein
stuck
wont
,
dâ
mag
kain
Line: 25
vergiftig
tier
hin
.
man
spricht
auch
,
daz
der
asch
auz
25
Line: 26
dem
unk
geprant
die
art
hab
,
wer
silber
dâ
mit
salb
Line: 27
und
temperier
,
daz
nem
goltvarwe
.
ez
ist
ainerlai
unk
,
Line: 28
die
vliegent
;
aber
si
koment
auz
dem
land
niht
,
dâ
si
inn
Line: 29
geporn
werdent
.
ez
ist
auch
ainerlai
unk
,
die
auz
dem
Line: 30
ai
werdent
,
daz
ain
han
legt
,
der
neun
jâr
alt
ist
,
als
30
Line: 31
die
alten
weisen
sagent
.
ich
weiz
auch
ainen
guoten
Line: 32
freunt
,
der
daz
sach
mit
seinen
augen
,
daz
ain
gelêrter
Line: 33
man
ainen
unk
macht
auz
lautern
totern
,
diu
er
in
ain
Line: 34
peckein
satzt
in
ainer
kamern
.
und
dô
er
in
gezôch
,
daz
Line: 35
er
wart
als
ain
klainz
hüenl
,
dô
liez
er
oben
in
daz
glas
35
Line: 36
spinnen
und
rauten
dar
inn
er
den
unk
het
,
die
ertôten
Page: 265
Line: 1
in
und
dar
nâch
pulvert
er
in
und
würkt
mit
dem
pulver
Line: 2
daz
er
wolt
.
Chapter / Strophe: 4
4.
Line: 3
Line: 4
VON
DER
BOA
.
Line: 5
Boa
ist
ain
slang
,
diu
wont
in
dem
land
Calabria
,
5
Line: 6
alsô
spricht
Solînus
.
diu
slang
wirt
unmæzicleichen
grôz
Line: 7
in
dér
weis
.
si
müet
und
laidigt
des
êrsten
diu
wilden
Line: 8
rint
und
auch
diu
haimischen
,
alsô
daz
si
sich
legt
an
Line: 9
der
rinder
äuter
,
diu
gar
vil
milch
gebent
,
und
seugt
ân
Line: 10
underlâz
die
vaizten
milch
und
treibt
daz
sô
lang
,
unz
10
Line: 11
daz
si
sô
grôz
gewehset
,
daz
irr
grœz
kain
sterk
noch
Line: 12
kain
kraft
wider
mag
gesein
,
und
ze
letzt
vertreibt
si
ain
Line: 13
ganzez
lant
und
macht
daz
wüest
von
läuten
und
von
Line: 14
frühten
.
dâ
von
schreibt
Jeronimus
und
spricht
alsô
.
Line: 15
der
hailig
herr
sant
Hylarion
wart
gepeten
von
dem
volk
,
15
Line: 16
daz
er
daz
tier
ertœtt
in
ainem
land
.
daz
tet
er
und
ge\pot
Line: 17
dem
tier
,
daz
ez
oben
auf
ainen
holzhaufen
stig
.
daz
Line: 18
tet
ez
betwungen
in
der
kraft
gotes
.
dô
stiez
er
ain
feur
Line: 19
dar
under
und
verprant
daz
grausam
tier
.
Plinius
spricht
Line: 20
von
dem
tier
,
daz
ez
sô
grôz
sei
,
daz
ez
hirz
und
rinder
20
Line: 21
verslind
,
und
daz
selb
sagt
auch
der
hailigen
väter
ge\schrift
.
Line: 22
ez
sprechent
auch
etleich
,
daz
diu
slang
derlai
Line: 23
slangen
sei
gewesen
,
die
Regulus
der
Rœmer
herzog
hie
Line: 24
vor
ertœtt
,
sam
der
Rœmer
wâr
schrift
sagt
und
ir
cronik
,
Line: 25
daz
ist
diu
schrift
von
den
geschehen
dingen
in
den
25
Line: 26
zeiten
oder
in
den
landen
,
wan
die
slangen
ertœt
Regulus
Line: 27
in
dem
land
Africa
und
diu
was
an
der
leng
hundert
und
Line: 28
zwainzig
schuoh
grôz
und
lanch
,
und
dô
man
ir
die
haut
ab
Line: 29
gezôch
,
dô
prâht
man
si
ze
Rôm
an
die
gemain
kaffât
,
Line: 30
dâ
si
all
läut
an
sâhen
,
und
des
tiers
kinpacken
hiengen
30
Line: 31
die
Rœmer
auf
zuo
aim
wunder
.
Plinius
schreibt
von
Line: 32
der
slangen
und
spricht
,
wenn
man
si
vâhen
well
,
sô
Line: 33
müez
man
si
mit
armbrüsten
twingen
und
mit
anderm
Line: 34
gezeug
,
reht
als
der
ain
vest
gewinnen
well
.
Page: 266
Chapter / Strophe: 5
5.
Line: 1
Line: 2
VON
DEM
BERN
.
Line: 3
Berus
haizt
ain
ber
.
diu
ist
die
schalkhaftigst
under
Line: 4
allen
slangen
,
sam
ain
vorscher
spricht
,
und
ist
kündiger
Line: 5
wan
kain
ander
slang
.
diu
slang
lokt
den
visch
murên
5
Line: 6
auz
dem
wazzer
mit
irm
wispeln
an
daz
gestat
und
scherzt
Line: 7
denn
mit
der
murên
,
dar
umb
,
daz
si
si
enzünd
zuo
un\käusch
.
Line: 8
sô
ist
diu
murên
waichs
willen
und
læzt
sich
Line: 9
piegen
zuo
der
unkäusch
.
daz
pringet
ir
dick
den
tôt
,
Line: 10
wan
die
vischær
lâgent
der
murên
und
fürkoment
si
dick
,
10
Line: 11
ê
si
wider
zuo
dem
wazzer
kümt
,
und
tœtent
si
.
alsô
Line: 12
muoz
si
den
tôt
leiden
umb
ir
schuld
.
Pei
der
murên
Line: 13
verstêt
man
die
frawen
,
die
sich
lâzent
locken
auz
irn
Line: 14
häusern
mit
schalmeien
und
mit
fideln
und
mit
andern
Line: 15
gepærden
.
wenn
si
ir
unstæt
habent
geüebt
,
sô
tœtt
si
15
Line: 16
der
pœs
gaist
an
der
sêl
.
Chapter / Strophe: 6
6.
Line: 17
Line: 18
VON
DER
CERASTEN
.
Line: 19
Cerastes
haizt
ain
cerast
.
daz
ist
ain
slang
,
diu
hât
Line: 20
neun
oder
aht
hörner
auf
dem
haupt
,
diu
geleichent
20
Line: 21
eines
widers
hörnern
.
diu
slang
hât
die
art
,
daz
si
sich
Line: 22
gar
verpirgt
in
die
erd
ân
diu
hörner
,
diu
læzt
si
ob
der
Line: 23
erd
,
und
wenn
die
spirken
oder
ander
vogel
auf
diu
hör\ner
Line: 24
sitzent
und
dar
auf
ruoent
,
sô
begreift
si
diu
slang
Line: 25
und
zereizt
si
.
diu
slang
ist
mêr
piegleich
denn
ander
25
Line: 26
slangen
und
mag
paz
geslingen
denn
die
andern
,
dar
Line: 27
umb
,
daz
si
nihts
hât
,
dâ
von
si
stærr
sei
.
wenn
man
der
Line: 28
slangen
horn
auf
der
reicher
läut
tisch
setzt
,
ist
vergift
Line: 29
auf
dem
tisch
,
sô
switzet
daz
horn
,
und
auz
den
hörnern
Line: 30
macht
man
mezzerheft
.
diu
mezzer
legte
man
hie
vor
30
Line: 31
auf
der
kaiser
tisch
des
aller
êrsten
,
daz
man
pei
der
Line: 32
mezzer
switzen
erkant
,
ob
kain
ezzen
vergift
wær
oder
Line: 33
kain
trank
.
Page: 267
Chapter / Strophe: 7
7.
Line: 1
Line: 2
VON
DER
CILIDER
.
Line: 3
Cilydros
haizt
ain
cilider
.
diu
ist
ain
slang
,
sam
Line: 4
Isidorus
spricht
,
diu
wont
auf
dem
land
und
auch
in
dem
Line: 5
wazzer
und
dâ
von
hât
si
den
namen
.
cilydrοs
ist
in
5
Line: 6
kriechisch
sô
vil
als
ertwazzer
,
wan
citrοn
haizt
erd
in
Line: 7
kriechischen
,
sô
haizt
ydrοs
wazzer
,
von
den
zwain
worten
Line: 8
kümt
der
gesament
nam
cilydrοs
.
wâ
diu
slang
auf
die
Line: 9
erden
gêt
,
dâ
macht
si
die
erden
rauchend
,
und
gêt
Line: 10
allzeit
aufgereht
,
wan
stieze
si
sich
wenn
si
läuft
,
sô
10
Line: 11
zespielt
si
vonenander
.
Chapter / Strophe: 8
8.
Line: 12
Line: 13
VON
DER
CENKER
.
Line: 14
Cencris
haizt
ain
cenker
.
diu
slang
ist
unpiegleich
,
Line: 15
wan
si
ist
sô
stärr
,
daz
si
sich
niht
gepiegen
mag
,
sam
15
Line: 16
Isidorus
spricht
.
diu
slang
macht
allzeit
den
rehten
weg
,
Line: 17
alsô
daz
si
niht
peiwegig
ist
.
dâ
von
spricht
Lucânus
:
diu
Line: 18
cenker
sleift
allzeit
an
dem
rehten
steig
.
aber
centipeda
Line: 19
haizt
ain
hundertfüezel
,
dar
umb
,
daz
diu
selb
slang
gar
Line: 20
vil
füez
hât
,
sam
Isidorus
spricht
.
20
Chapter / Strophe: 9
9.
Line: 21
Line: 22
VON
DER
DISPEN
.
Line: 23
Dipsas
haizt
ain
dispe
.
diu
slang
ist
sô
behend
,
Line: 24
sam
Jacobus
und
Solînus
sprechent
,
daz
si
unsihticleich
Line: 25
die
läut
hekt
,
und
wenn
man
si
tritt
,
sô
siht
man
ir
niht
.
25
Line: 26
diu
slang
tœtt
mit
durst
,
wan
si
zeplæt
dâ
mit
und
swellt
Line: 27
und
alsô
tœtt
ir
vergift
den
menschen
,
sam
Solînus
Line: 28
spricht
.
diu
vergift
bedäutt
hôhfart
,
wan
diu
zeplæt
auch
.
Line: 29
ain
vorscher
spricht
,
daz
diu
slang
alsô
die
läut
tœt
,
daz
Line: 30
sich
des
tôten
antlütz
in
kain
trauren
stell
noch
schick
,
30
Line: 31
sam
wir
doch
gemainleich
sehen
an
der
tôten
antlütz
,
Page: 268
Line: 1
daz
si
trauricleich
und
wainleich
gestalt
sint
.
alsô
fürkümt
Line: 2
der
tôt
des
vergiften
menschen
antlütz
.
alsô
geschiht
an
Line: 3
den
hôhvertigen
,
die
verkêrent
ir
antlütz
gar
kaum
in
Line: 4
trauren
und
in
wainen
umb
ir
schuld
und
etleich
nümmer
,
Line: 5
als
wol
schein
ist
an
dem
pœsen
gaist
,
der
neur
von
5
Line: 6
seiner
hôchvart
gevallen
ist
und
nie
got
gepat
umb
aplâz
Line: 7
seiner
sünd
noch
gibt
sich
nümmer
schuldig
seiner
sünd
.
Line: 8
Jacobus
spricht
,
daz
dreirlai
slangen
sein
,
die
daz
gläubig
Line: 9
volk
pei
Moyses
zeiten
laidigten
in
der
wüesten
,
und
wider
Line: 10
die
slangen
riht
Moyses
ain
erein
slangen
auf
ainem
rigel
10
Line: 11
von
gotes
gepot
.
diu
erein
oder
diu
glokspeisein
slang
Line: 12
half
wider
die
dreirlai
lebendiger
slangen
.
der
êrsten
lai
Line: 13
wâren
dispen
,
die
andern
wâren
siteln
,
und
die
dritten
Line: 14
scorpen
.
Chapter / Strophe: 10
10.
Line: 15
Line: 16
VON
DEM
TRACKEN
.
Line: 17
Draco
ist
der
grœsten
tier
ainz
,
daz
diu
werlt
hât
,
Line: 18
sam
Jacobus
und
Augustînus
sprechent
.
daz
tier
hât
niht
Line: 19
vergift
.
er
ist
gekrœnt
auf
dem
haupt
nâch
der
grœzen
Line: 20
seins
leibes
,
reht
als
er
ainen
grôzen
kamp
hab
.
er
hât
20
Line: 21
ainen
engen
munt
und
hât
klain
halsâdern
.
wenn
er
gêt
,
Line: 22
sô
reckt
er
sein
zungen
für
den
munt
.
er
greint
und
Line: 23
ginet
mit
dem
maul
,
aber
er
schatt
mit
den
zenden
niht
Line: 24
vil
,
iedoch
ist
sein
piz
gar
schad
,
wie
daz
sei
daz
der
Line: 25
piz
klain
sei
,
sam
ain
vorscher
spricht
.
aber
der
gar
25
Line: 26
grôz
schad
kümt
niht
von
den
zenden
,
er
kümt
dâ
von
,
Line: 27
daz
er
vergiftez
dinch
izt
.
wen
der
track
mit
seim
zagel
Line: 28
pint
,
den
tœtt
er
,
wan
vor
dem
mag
der
grôz
helfant
niht
Line: 29
sicher
gesein
.
in
dem
lenzen
undäut
der
track
und
wüllet
Line: 30
im
.
daz
selb
übel
vertreibt
er
mit
lattuken
saff
,
sam
30
Line: 31
Plinius
spricht
.
er
wont
daz
mêrer
tail
in
holen
pergen
Line: 32
und
allermaist
dâ
stainrütschen
sint
.
daz
tuot
er
umb
Line: 33
die
übrigen
hitz
seines
leibes
und
seiner
nâtûr
und
aller\maist
Line: 34
suocht
er
die
stet
wenn
er
geflogen
hât
,
und
auch
Page: 269
Line: 1
etswenn
durch
der
grôzer
hitz
willen
,
diu
von
der
sunnen
Line: 2
kümt
sumerzeiten
,
wan
diu
hitz
ist
gar
grôz
in
den
lan\den
Line: 3
gegen
der
sunnen
aufganch
,
dâ
der
track
wont
.
Line: 4
sein
stimm
und
sein
geschrai
erschrecket
die
läut
.
sein
Line: 5
gesicht
ist
sô
graussam
den
läuten
,
daz
si
ez
niht
erleiden
5
Line: 6
mügent
und
daz
si
etswenn
dâ
von
sterbent
.
wenn
der
Line: 7
track
in
sein
alter
kümt
und
zuo
seinr
pilleichen
grœze
,
Line: 8
sô
lebt
er
lang
ân
ezzen
,
sam
Aristotiles
spricht
,
und
Line: 9
wâ
er
izt
,
dâ
wirt
er
niht
gar
leiht
sat
.
Augustînus
Line: 10
spricht
,
daz
der
track
gern
won
in
den
tiefen
abgrünten
10
Line: 11
der
erd
,
und
wenn
er
ains
ungewiters
enpfint
,
sô
sleuft
Line: 12
er
etswenn
her
auz
und
fleugt
gar
hôch
über
die
lüft
und
Line: 13
zetailt
den
luft
mit
seinen
gar
grôzen
flügeln
und
treibt
Line: 14
den
luft
von
aim
stuck
in
daz
ander
.
sein
flügel
sint
Line: 15
häutein
,
reht
als
ain
grôzeu
haut
auf
gespannen
sei
in
der
15
Line: 16
weis
sam
diu
fledermaus
flügel
hât
in
irr
mâze
;
aber
des
Line: 17
trachen
flügel
sint
gar
grôz
nâch
der
grœz
seins
leibes
.
Line: 18
wâ
er
wont
dâ
verunraint
er
den
luft
mit
seim
âtem
,
der
Line: 19
im
auz
dem
hals
gêt
.
er
hât
ain
tôtpringendez
anhûchen
Line: 20
oder
anplâsen
auz
seinem
hals
,
dâ
mit
pringt
er
tœtleich
20
Line: 21
siehtüem
.
ez
ist
auch
ainrlai
trachen
,
der
hât
niht
füez
und
Line: 22
slingt
neur
auf
der
prust
an
der
erden
,
und
ainr
ander
lai
Line: 23
trachen
die
hânt
füez
,
aber
die
sint
seltsein
.
Adelînus
Line: 24
spricht
,
daz
man
auz
seim
hirn
ainen
stein
sneid
,
der
Line: 25
haizt
draconica
oder
draconcides
und
haizt
ze
däutsch
25
Line: 26
drachenstain
,
als
her
nâch
kunt
wirt
,
wenne
wir
von
den
Line: 27
edeln
stainen
sagen
.
aber
der
stain
hât
kain
adel
,
man
Line: 28
zieh
in
dann
auz
des
lebendigen
drachen
hirn
,
wan
man
Line: 29
sleht
si
mit
aim
slag
ungewarnt
oder
unfürsihticleich
,
Line: 30
wenn
si
sumerzeiten
an
der
sunnen
ruoent
,
und
sleht
si
30
Line: 31
durch
daz
haupt
und
zeuht
den
stain
her
auz
,
wenn
si
Line: 32
dannoch
krefticleich
zabelnt
.
des
trachen
zung
und
sein
Line: 33
gall
gekocht
in
wein
sint
ain
erznei
den
,
die
anvehtung
Line: 34
habent
von
den
pœsen
gaisten
,
wenn
man
ir
leib
dâ
mit
Line: 35
salbet
.
des
trachen
flaisch
ist
glasvar
und
erküelt
die
35
Line: 36
ez
ezzent
,
und
dar
umb
ezzent
ez
die
môrn
in
der
gar
Page: 270
Line: 1
grôzen
hitz
,
die
si
habent
in
irm
land
,
wan
daz
flaisch
Line: 2
ist
kalter
nâtûr
.
der
trach
erhitzet
gar
vast
in
seim
flug
,
Line: 3
und
dar
nâch
begert
er
sich
widerzepringen
mit
des
Line: 4
helphandes
pluot
,
wan
daz
selb
pluot
küelt
gar
vast
.
Line: 5
er
fürht
des
donrs
galm
und
daz
himelplatzen
mêr
dann
5
Line: 6
kain
ander
tier
,
und
dar
umb
,
wenn
er
den
donr
hœrt
,
Line: 7
sô
fleucht
er
in
diu
hölr
,
und
daz
ist
pilleich
,
wan
der
Line: 8
donr
ist
im
scheder
denn
kaim
andern
tier
,
sam
Plinius
Line: 9
spricht
.
aber
der
donr
schadet
dem
adlarn
aller
minst
Line: 10
und
schadet
auch
dem
lorpâm
niht
.
der
trach
wehset
10
Line: 11
zwainzig
daumeln
lang
oder
mêr
und
wirt
sô
grôz
,
daz
Line: 12
er
seinen
aufsitzer
gar
verr
füert
auf
im
selber
,
aber
sô
Line: 13
er
müed
wirt
,
sô
senket
er
sich
und
die
pürd
in
daz
mer
.
Line: 14
wenn
man
in
verjagen
wil
oder
vorhtig
machen
,
sô
nimt
Line: 15
man
ain
aufgeplâsen
plâtern
und
sleht
dar
auf
mit
15
Line: 16
coralleinn
gärtleinn
;
den
dôn
oder
daz
klâppern
fürht
Line: 17
er
und
entweicht
und
wirt
gehôrsam
.
Chapter / Strophe: 11
11.
Line: 18
Line: 19
VON
DEM
DRACHENKOPP
.
Line: 20
Draconcopes
haizt
ain
drachenkopp
und
ist
ain
slang
20
Line: 21
in
Kriechenlant
gar
grôz
und
mâhtig
,
sam
Adelînus
spricht
.
Line: 22
diu
slang
hât
ainr
junkfrawen
antlütz
geleich
ainem
men\schen
,
Line: 23
aber
daz
ander
tail
irs
leibes
geleicht
ainem
dra\chen
,
Line: 24
nu
sprechent
die
maister
,
daz
diu
slang
derlai
sei
Line: 25
gewesen
,
diu
Evam
betrog
in
dem
paradîs
,
wan
Beda
25
Line: 26
spricht
,
daz
diu
selb
slang
ain
junkfrawenantlütz
hab
Line: 27
gehabt
,
dar
umb
,
daz
si
mit
gleicher
gestalt
Evam
zämt
Line: 28
und
zuolocket
,
wan
der
mensch
und
ain
iegleich
tier
Line: 29
nimt
sein
geleichz
und
ist
lustig
gegen
im
.
diu
selb
slang
,
Line: 30
dô
si
Evam
betrog
,
zaigt
ir
neur
daz
haupt
und
verparg
30
Line: 31
daz
ander
tail
under
der
paum
pleter
und
buschen
.
wie
Line: 32
aber
der
teufel
daz
gemachen
moht
,
daz
diu
slang
Line: 33
menschleicheu
wort
sprach
,
daz
ist
uns
verporgen
,
wir
Line: 34
wellen
dann
sprechen
,
daz
diu
selb
slang
halsâdern
und
Page: 271
Line: 1
andern
gezeug
hab
gehabt
in
dem
hals
und
in
dem
haupt
Line: 2
sam
ain
mensch
,
dâ
mit
si
geschikt
wær
zuo
mensleichen
Line: 3
worten
,
reht
als
wir
sehen
,
daz
etleich
vogel
menschleicheu
Line: 4
wort
für
pringent
,
wenn
man
si
des
êrsten
dâ
mit
üebet
.
Line: 5
iedoch
wæn
ich
und
ist
geläupleich
,
daz
der
teufel
sich
5
Line: 6
selber
verkêrt
in
ainer
slangen
weis
und
auch
mensch\leich
Line: 7
sprâch
mit
Even
rett
,
wan
er
mag
sich
verkêren
in
Line: 8
aller
tier
form
.
nu
schaw
,
wie
sich
der
teufel
hât
ge\macht
Line: 9
auz
menschleichem
haupt
und
auz
ains
tracken
Line: 10
leib
,
auz
dem
pesten
leiphaftigen
dinge
und
auz
dem
10
Line: 11
pœsten
.
der
anplik
was
guot
und
käusch
,
aber
daz
end
Line: 12
was
vergiftig
und
tœtleich
.
wê
,
ach
und
owê
got
vater
,
Line: 13
lâz
dich
erparmen
,
daz
ze
meinen
zeiten
diu
werlt
sô
vol
Line: 14
ist
worden
der
drachenkoppen
,
die
iedem
menschen
Line: 15
guotes
under
diu
augen
erzaigent
und
ist
daz
end
irr
15
Line: 16
handlung
valsch
und
vergiftig
.
verporgen
pôshait
mag
Line: 17
wol
haizen
ain
drachenkopp
,
aber
verporgne
güet
und
Line: 18
tugent
mag
wol
haizen
almagalan
,
daz
ist
als
vil
gespro\chen
Line: 19
als
ain
verporgne
käuschait
in
der
menig
oder
in
Line: 20
dem
haufen
des
volkes
.
daz
wort
ist
gesamnet
auz
he\braischen
20
Line: 21
worten
,
wan
alma
haizt
ain
verporgneu
käusch\ait
,
Line: 22
sô
haizt
gal
ain
hauf
und
an
haizt
ain
volk
.
nu
Line: 23
merk
,
wer
ist
almagalan
.
wærleich
unser
fraw
,
diu
rain
Line: 24
käusch
magt
voller
gnâd
,
diu
ist
allzeit
mit
irr
gnâd
Line: 25
verporgen
in
dem
haufen
des
sündigen
volks
und
be\schirmt
25
Line: 26
die
sündær
,
die
irn
namen
êrent
,
und
sichert
si
Line: 27
vor
allen
drachenkoppen
.
und
wizz
,
daz
daz
wort
kain
Line: 28
mensch
hat
gesament
,
ez
kom
aim
grôzen
sündær
für
in
Line: 29
seim
slâf
mit
wolgeflorierten
puochstaben
,
dem
het
unser
Line: 30
fraw
geholfen
auz
grôzen
kriegen
und
auz
angsten
,
alsô
30
Line: 31
daz
ez
die
werlt
wundert
und
auch
den
selben
sündær
,
Line: 32
wie
ez
möht
gesein
.
dô
erzaigôt
sich
unser
frawe
dem
Line: 33
sünder
mit
dem
selben
wort
:
dô
verstuont
er
sein
niht
Line: 34
und
suocht
seineu
stuck
in
den
hebraischen
wörtern
,
dâ
Line: 35
si
geschriben
sint
zeletzt
an
etleichen
wibeln
,
und
vant
35
Line: 36
ez
,
als
vor
geschriben
ist
.
eyâ
,
Maria
,
lâz
uns
niht
.
Page: 272
Chapter / Strophe: 12
12.
Line: 1
Line: 2
VON
DER
IPNAPPEN
.
Line: 3
Ipnapis
haizt
ain
ipnapp
.
daz
ist
ain
slang
,
diu
Line: 4
zeuht
ir
art
von
der
slangen
,
diu
aspis
haizt
,
dâ
von
wir
Line: 5
vor
gesait
haben
.
alsô
spricht
Solînus
.
diu
ipnapp
hât
die
5
Line: 6
art
,
daz
si
die
läut
peizt
und
hekt
und
dar
nâch
werdent
die
Line: 7
läut
slâfend
und
sterbent
mit
dem
slâf
,
wan
si
senkt
den
Line: 8
slâf
in
den
menschen
mit
irr
vergift
,
und
diu
vergift
mag
Line: 9
von
dem
menschen
niht
vertriben
werden
.
man
list
von
Line: 10
ainer
frawen
,
diu
hiez
Cleopatra
,
diu
begreif
derlai
slan\gen
10
Line: 11
ain
mit
dem
denken
arm
und
legt
sich
in
ain
grab
Line: 12
zuo
irm
tôten
wirt
,
der
Antonius
hiez
,
dar
umb
,
daz
si
Line: 13
entslief
von
der
slangen
berüerung
und
daz
si
slâfend
ir
Line: 14
leben
endet
mit
ainem
gerüewigen
tôd
.
alsô
lieb
hiet
din
Line: 15
fraw
iren
wirt
.
15
Chapter / Strophe: 13
13.
Line: 16
Line: 17
VON
DER
EMOROIEN
.
Line: 18
Etleich
puoch
ze
latein
hât
ain
capitel
vor
dem
,
daz
Line: 19
nun
geschriben
ist
,
und
daz
selb
capitel
sagt
von
ainr
Line: 20
slangen
,
diu
haizt
emorois
,
daz
ist
ain
emoroi
oder
ain
20
Line: 21
kraftsaugerinn
ze
däutsch
,
wan
,
sam
Isidorus
spricht
,
Line: 22
welher
mensch
von
der
slangen
gepizzen
wirt
,
der
switzet
Line: 23
sein
aigen
pluot
auz
im
selber
alsô
lang
,
daz
sich
all
Line: 24
sein
âdern
entsliezent
,
und
waz
lebens
in
im
ist
,
daz
gêt
Line: 25
auz
im
mit
dem
pluot
,
wan
emach
in
kriechischer
sprâch
25
Line: 26
haizt
pluot
,
dannen
kümt
der
nam
emοrοis
und
dâ
von
Line: 27
kümt
auch
daz
wort
emoroides
,
daz
sint
die
âdern
,
die
Line: 28
sich
zuo
dem
aftern
endent
an
dem
menschen
und
auz
Line: 29
den
selben
âdern
fleuzt
den
juden
der
rôt
vluz
und
auch
Line: 30
etleichen
christen
nâch
des
mônen
änderung
30
Chapter / Strophe: 14
14.
Line: 31
Line: 32
VON
DER
WAZZERSLANGEN
.
Line: 33
Ydros
haizt
ain
wazzerslang
,
wan
ydοr
in
kriechisch
Line: 34
haizt
wazzer
,
dannen
kümt
daz
wort
ydrοs
.
diu
slang
Page: 273
Line: 1
wont
gern
in
dem
wazzer
,
daz
Nilus
haizt
,
sam
Isidorus
Line: 2
spricht
,
daz
ist
ain
grôz
wazzer
in
Egypten
lant
.
wenn
Line: 3
diu
slang
daz
tier
siht
slâfen
mit
offem
mund
auf
dem
Line: 4
gestat
pei
dem
selben
wazzer
,
daz
dâ
haizt
cocodrillus
,
Line: 5
von
dem
vor
geschriben
ist
,
sô
welzt
si
sich
in
ainem
5
Line: 6
glaten
laim
,
daz
si
dester
paz
durch
des
selben
tiers
Line: 7
maul
geslupfen
müg
,
und
sô
der
cocodrill
erwachet
,
sô
Line: 8
verslint
er
die
slangen
.
diu
zereizt
dan
sein
gedirm
und
Line: 9
kümt
lebentig
auz
im
.
Plinius
spricht
,
daz
diu
slang
Line: 10
diu
schœnist
sei
ob
allen
slangen
.
der
slangen
lebern
10
Line: 11
behelt
man
zuo
ainer
erznei
den
,
die
geslagen
werdent
Line: 12
oder
gehekt
von
den
slangen
,
und
wenn
die
läut
gehekt
Line: 13
werdent
von
derlai
slangen
,
sô
geswellent
si
,
und
den
Line: 14
siehtuom
haizt
man
ze
latein
boam
,
daz
ist
gesprochen
Line: 15
ain
rindersuht
,
dar
umb
,
daz
man
den
siehtuom
vertreibt
15
Line: 16
mit
rindermist
.
ez
sprechent
auch
etleich
,
daz
ydra
ain
Line: 17
drach
sei
,
der
vil
haupt
hab
,
und
der
wær
ainer
in
dem
Line: 18
pfuol
oder
in
der
hül
Lerna
in
dem
land
Archadia
.
der
Line: 19
drach
haizt
ze
latein
excedra
,
daz
spricht
ze
däutsch
ain
Line: 20
auzwähsel
,
dar
umb
,
als
die
mærlær
sagent
,
wenn
man
20
Line: 21
dem
dracken
ain
haupt
abslüeg
,
sô
wüehsen
im
dreu
an
Line: 22
die
stat
.
aber
daz
ist
niht
wâr
.
ez
was
ain
stat
,
hiez
Line: 23
Ydra
,
daz
ist
ain
wazzerstat
,
diu
was
diezend
mit
wazzer
Line: 24
und
dôz
sô
vast
,
daz
si
die
stat
dâ
pei
gelegen
wüest
Line: 25
macht
,
und
sô
man
ie
ain
runst
vermacht
,
sô
entsprungen
25
Line: 26
drei
oder
vier
anderthalben
.
daz
sach
der
helt
Hercules
Line: 27
und
gruob
daz
ertreich
ab
aller
ding
und
truog
new
erden
Line: 28
und
stain
dar
und
beschütt
den
drôr
ze
mâl
und
macht
Line: 29
die
stat
trucken
.
alsô
tuot
ain
pœser
mensch
:
wenn
man
Line: 30
im
ain
pôshait
verpeutt
und
ez
dar
umb
strâft
,
sô
tuot
30
Line: 31
ez
vier
pôshait
für
ain
.
Chapter / Strophe: 15
15.
Line: 32
Line: 33
VON
DER
SCHOZSLANGEN
.
Line: 34
Jaculus
haizt
ain
schozslang
.
diu
fleugt
,
sam
Isi\dorus
Line: 35
spricht
.
von
der
spricht
Lucânus
:
die
snellen
35
Page: 274
Line: 1
schiezerinne
,
wann
si
springent
auf
die
pæm
und
sô
in
Line: 2
ain
tier
begegent
,
sô
werfent
si
sich
auf
ez
alsô
snell
als
Line: 3
ain
geschoz
,
daz
von
ainem
armprust
vert
oder
auz
ainer
Line: 4
schozpüchsen
,
und
tœtent
daz
tier
.
dâ
von
haizt
diu
Line: 5
slang
alsô
.
Gleicher
weis
tuont
etleich
läut
,
die
sô
snell
5
Line: 6
sint
mit
irr
urtail
,
daz
si
zehant
ainz
verurtailent
und
Line: 7
sprechent
,
ez
hab
unreht
,
ê
si
die
wârhait
verhœrent
.
Chapter / Strophe: 16
16.
Line: 8
Line: 9
VON
DER
EGDEHSEN
.
Line: 10
Lacerta
haizt
ain
egdehs
und
spricht
Solînus
,
ez
sei
10
Line: 11
mêr
ain
wurm
dann
ain
slang
,
wann
si
wispelt
sänftic\leicher
Line: 12
dann
ain
slang
,
wie
daz
sei
daz
si
wispel
in
der
Line: 13
selben
weis
,
und
hât
auch
ainen
zagel
sam
ain
slang
.
si
Line: 14
hât
ain
gespalten
zungen
und
diu
ist
rauch
.
si
izt
velt\spinnen
.
Line: 15
Plinius
spricht
,
daz
diu
egdehs
niht
prüet
ob
15
Line: 16
irn
airn
oder
ob
irm
gesmaiz
,
und
wenn
si
vergizt
der
Line: 17
stat
,
dâ
si
gepirt
ireu
air
oder
iren
sâmen
(wan
si
ist
gar
Line: 18
vergezzenleich)
,
sô
kriechent
die
jungen
selber
her
für
.
Line: 19
der
sint
daz
mêrer
tail
ainlif
an
der
zal
.
etleich
spre\chent
,
Line: 20
wenn
diu
muoter
über
diu
kindel
köm
,
sô
frez
si
20
Line: 21
si
alleu
unz
an
ainz
,
daz
daz
aller
vernünftigst
under
in
Line: 22
ist
,
und
daz
setzet
sich
an
der
muoter
legerstat
.
sô
daz
Line: 23
nu
gewehset
,
sô
richt
ez
sein
prüeder
und
tœtt
vater
und
Line: 24
muoter
.
ez
sint
egdehsen
in
dem
land
India
,
die
habent
Line: 25
nâch
der
leng
irs
leibes
vierundzwainzig
füez
an
der
zal
25
Line: 26
und
sint
gar
scheinender
varb
.
Isidorus
spricht
,
daz
diu
Line: 27
egdehs
ze
latein
lacerta
haiz
,
von
dem
wort
lacertus
,
Line: 28
daz
haizt
ain
arm
,
wan
si
hât
ärm
.
er
spricht
auch
,
daz
Line: 29
mangerlai
egdehsen
sein
,
als
borax
,
salamandra
und
stellio
,
Line: 30
von
den
wir
her
nâch
sagen
.
30
Chapter / Strophe: 17
17.
Line: 31
Line: 32
VON
DER
NATER
.
Line: 33
Natrix
haizt
ain
nater
.
daz
ist
ain
slang
,
sam
Isi\dorus
Line: 34
spricht
,
diu
verunraint
daz
wazzer
mit
irr
vergift
,
Page: 275
Line: 1
wan
in
welhem
prunnen
si
ist
,
des
wazzer
mischet
si
mit
Line: 2
vergift
,
und
dâ
von
spricht
Lucânus
:
diu
nater
ist
ain
Line: 3
zestœrerinn
des
wazzers
.
Pei
der
slangen
verstên
ich
die
Line: 4
velscher
,
die
daz
wazzer
der
weishait
und
der
êwigen
Line: 5
wârhait
vergiftent
mit
der
valscher
lêr
,
die
si
dar
ein
5
Line: 6
mischent
.
Chapter / Strophe: 18
18.
Line: 7
Line: 8
VON
DER
NADERN
.
Line: 9
Naderos
haizt
ain
nader
.
daz
ist
ain
slang
in
däut\schen
Line: 10
landen
und
ist
an
der
grœz
als
ains
menschen
arm
10
Line: 11
und
ist
goltvar
unden
an
dem
leib
,
aber
auf
dem
rukken
Line: 12
ist
si
grüen
.
der
slangen
âtem
und
ir
hûchen
ist
sô
Line: 13
schedleich
,
daz
er
ainer
newen
gesnitenn
gerten
rinden
,
Line: 14
die
man
zuo
irem
mund
habt
,
macht
auf
diezzend
zuo
Line: 15
plæterleinen
,
und
der
aufwal
ist
gar
pitter
und
vergiftich
.
15
Line: 16
ist
auch
,
daz
man
ain
plôz
swert
zuo
irm
mund
habt
,
alsô
Line: 17
daz
ir
zung
neur
an
die
spitz
rüert
,
daz
swert
vergift
si
Line: 18
sô
vast
,
als
ob
ez
mit
ainer
überigen
hitz
verwüest
sei
.
Line: 19
welher
mensch
mit
der
vergift
gelaidigt
wirt
,
der
stirbt
,
Line: 20
man
helf
im
dann
pei
der
zeit
mit
tiriaca
,
daz
ist
triaker
.
20
Line: 21
der
vergift
weis
ist
,
daz
si
über
sich
arbait
,
wan
trift
si
Line: 22
den
menschen
an
dem
fuoz
,
sô
kreucht
si
von
stunt
ze
Line: 23
stunden
in
der
andern
glider
stuck
,
und
daz
ist
von
der
Line: 24
grôzen
hitz
,
diu
an
der
vergift
ist
.
dar
umb
kreucht
si
Line: 25
über
sich
sam
daz
feur
tuot
und
kreucht
sô
lang
,
unz
25
Line: 26
si
an
daz
herz
kümpt
:
sô
vellt
der
mensch
und
stirbt
.
Line: 27
aber
ez
ist
ain
erznei
dâ
wider
.
wenn
der
mensch
ver\gift
Line: 28
ist
an
dem
fuoz
,
so
schol
man
in
mit
den
füezen
Line: 29
aufhâhen
und
daz
haupt
ze
tal
naigen
,
sô
mag
diu
ver\gift
Line: 30
niht
zuo
dem
herzen
komen
,
wan
si
beleibt
ze
obrist
30
Line: 31
an
dem
fuoz
und
kümt
niht
fürpaz
.
dar
nâch
muoz
man
Line: 32
daz
vergift
tail
absneiden
und
muoz
ez
hailn
mit
zim\leicher
Line: 33
erznei
.
wer
sicherleich
an
der
stat
well
gên
,
dâ
Line: 34
die
slangen
wonent
,
der
schol
sein
füez
reiben
mit
rauten
Line: 35
und
mit
wermuot
und
sein
hend
und
andreu
glider
,
diu
35
Page: 276
Line: 1
unsicher
sint
,
wan
der
kräuter
kraft
vliehent
die
slangen
Line: 2
und
getürrent
diu
glider
niht
gerüeren
,
diu
mit
dem
saff
Line: 3
geriben
sint
.
Chapter / Strophe: 19
19.
Line: 4
Line: 5
VON
DER
SCHELMSLANGEN
.
Line: 6
Pester
mag
ain
schelmslang
haizen
,
wan
pestis
haizt
Line: 7
ain
schelm
.
diu
slang
läuft
allzeit
mit
offem
mund
,
sam
Line: 8
Jacobus
und
Solînus
sprechent
,
und
auz
dem
mund
gêt
Line: 9
allzeit
ain
vergiftig
dunst
.
wen
diu
slang
heket
,
der
Line: 10
geswillt
unmæzleichen
grôz
,
als
ob
er
wazzersühtig
sei
,
10
Line: 11
und
stirbt
alsô
.
Chapter / Strophe: 20
20.
Line: 12
Line: 13
VON
DER
PARI
.
Line: 14
Parias
haizt
ain
pari
.
daz
ist
ain
slang
,
diu
auf
Line: 15
dem
zagel
gêt
und
macht
ain
furch
mit
irm
gang
auf
15
Line: 16
dem
waichen
ertreich
.
von
der
spricht
Lucânus
:
wâ
Line: 17
parias
gêt
,
dâ
machet
si
ain
furch
an
dem
weg
irs
ganges
.
Chapter / Strophe: 21
21.
Line: 18
Line: 19
VON
DER
RUTELN
.
Line: 20
Rutela
haizt
ain
rutel
.
daz
ist
ain
slang
in
den
20
Line: 21
landen
gegen
der
sunnen
aufganch
und
ist
guot
zuo
vil
Line: 22
dingen
und
zuo
erznei
,
sam
Aristotiles
spricht
.
die
slangen
Line: 23
vâhent
die
ärzt
und
die
apotêker
und
behaltent
si
in
Line: 24
pühsen
und
dâ
pei
verstêt
man
,
daz
si
lang
zeit
ungezzen
Line: 25
mügent
sein
,
und
die
selben
art
habent
all
slangen
,
daz
25
Line: 26
si
lang
lebent
ân
ezzen
,
iedoch
besunder
die
rutel
.
Chapter / Strophe: 22
22.
Line: 27
Line: 28
VON
DER
SALAMANDER
.
Line: 29
Salamandra
in
kriechisch
haizt
stelliο
,
sam
Jacobus
Line: 30
spricht
,
und
haizt
auch
gamaleοn
,
daz
ist
als
vil
gespro\chen
30
Line: 31
als
ain
ertleo
,
sam
Plinius
und
Adelînus
sprechent
.
Page: 277
Line: 1
diu
salamander
ist
vierfüezig
und
hât
ain
antlütz
sam
ain
Line: 2
egdehse
.
aber
Aristotiles
spricht
,
si
hab
ain
antlütz
ge\prochen
Line: 3
nâch
ainer
mitten
auz
ains
sweins
antlütz
und
auz
Line: 4
ains
affen
antlütz
.
Plinius
spricht
,
si
hab
diu
aftern
pain
Line: 5
auf
gerekt
und
lenger
wan
diu
vodern
.
diu
selben
pain
5
Line: 6
sint
irem
pauch
zuo
gesmuckt
.
si
hât
ainen
langen
Line: 7
knodochten
zagel
,
der
ist
an
dem
end
gar
smal
.
ir
kräwel
Line: 8
an
den
klâwen
sint
hakot
und
gar
behend
.
si
hât
ainen
Line: 9
scharpfen
leib
und
ain
haut
als
ain
cocodrill
.
si
lebt
in
Line: 10
dem
feur
und
stirbt
niht
dâ
von
und
erlescht
auch
daz
10
Line: 11
feur
,
sam
Augustînus
,
Adelînus
und
Isidorus
sprechent
.
Line: 12
ir
ganch
ist
træg
,
reht
als
ains
sneken
,
sam
Solînus
Line: 13
spricht
.
ir
augen
sint
flach
hin
ein
gezogen
hinder
sich
Line: 14
und
stênt
allzeit
offen
.
Plinius
spricht
,
daz
ir
augen
ze\mâl
Line: 15
umbwalzen
.
ir
leber
ist
in
der
denken
seiten
wider
15
Line: 16
anderr
tier
art
.
ir
munt
stêt
allzeit
offen
,
wan
si
nützet
Line: 17
irn
munt
niht
zuo
ezzen
und
zuo
trinken
,
dar
umb
,
daz
Line: 18
si
allain
des
himeltaws
lebt
und
des
luftes
,
sam
Aristo\tiles
Line: 19
spricht
.
diu
salamander
ist
gar
mager
,
wan
si
hât
Line: 20
wênig
pluotes
,
und
dar
umb
ist
si
ain
vorhtig
tier
,
wan
20
Line: 21
si
hât
wênig
hitz
.
nu
ist
die
hitz
ain
anprunst
der
ge\türstichait
Line: 22
und
der
kuonhait
.
der
salamander
vorht
ist
Line: 23
ain
ursach
,
war
umb
si
manigverbich
ist
,
wan
von
ir
vorht
Line: 24
fleuht
si
zuo
mangerlai
dingen
und
verleust
ir
vordren
varb
Line: 25
leiht
neur
über
ain
stund
.
daz
ist
ir
art
,
und
dar
umb
,
25
Line: 26
welherlai
ding
si
sich
zuo
gefüegt
,
dar
nach
verbt
si
sich
,
Line: 27
sam
Ambrosius
spricht
.
aber
si
mag
zwairlai
varb
niht
Line: 28
beheften
,
weiz
und
rôt
.
ir
leib
ist
vil
nâch
ân
allez
Line: 29
flaisch
und
vint
man
ain
wênig
pluotes
in
irm
herzen
.
Line: 30
si
hât
niht
milzen
.
si
loschet
in
dem
winter
und
ist
ver\porgen
,
30
Line: 31
aber
in
dem
lenzen
kümt
si
her
für
.
Isidorus
Line: 32
spricht
,
daz
kainerlai
tier
sô
schädleich
sei
mit
seiner
ver\gift
Line: 33
sam
diu
salamander
,
wan
andreu
tier
ertœtent
neur
Line: 34
ainen
menschen
nâch
dem
andern
,
aber
diu
salamander
Line: 35
ertœtt
ir
vil
mitenander
,
wan
wâ
si
in
ainen
paum
kümt
,
35
Line: 36
dâ
vergift
si
die
öpfel
all
zemâl
,
und
wer
der
öpfel
izt
,
Page: 278
Line: 1
der
stirbt
.
vellt
aber
si
in
ainen
prunnen
,
wer
des
trinket
,
Line: 2
der
stirbt
auch
.
der
salamandern
ist
gar
vil
in
Asia
.
si
Line: 3
habent
niht
ern
und
sien
under
in
.
ain
iegleicheu
Line: 4
legt
air
wâ
si
wil
,
reht
als
die
hennen
,
und
dar
auz
Line: 5
werdent
jung
salamander
.
man
spricht
,
daz
ain
pâbist
,
5
Line: 6
Alexander
,
ain
gewant
het
,
daz
was
gemachet
auz
des
tiers
Line: 7
wollen
,
und
wenn
man
daz
rainigen
wolt
,
sô
wuosch
man
Line: 8
ez
mit
anderm
wazzer
niht
,
dann
daz
man
ez
in
ain
feur
Line: 9
warf
,
dâ
von
wart
ez
weiz
.
ez
spricht
Albertus
,
daz
er
Line: 10
selber
mit
seiner
hant
ain
snuor
in
ain
geweltigez
feur
10
Line: 11
würf
;
diu
was
gemacht
auz
des
tiers
wollen
,
und
liez
si
Line: 12
sô
lang
in
dem
feur
,
unz
daz
si
glüend
wart
als
ain
haiz
Line: 13
eisen
.
dô
zôch
er
si
her
auz
,
und
dô
si
erkuolt
,
dô
han\delt
Line: 14
er
si
mit
vleiz
in
seinen
handen
und
vant
nie
kain
Line: 15
hâr
verprunnen
.
ez
spricht
auch
Isidorus
von
derlai
15
Line: 16
snuor
ainer
,
daz
si
nie
verlaidigt
moht
werden
von
dem
Line: 17
feur
.
Der
salamandern
geleichet
ain
prinnendeu
sêl
,
diu
Line: 18
sô
vast
glüet
in
den
flammen
und
in
der
prunst
der
göt\leichen
Line: 19
minne
,
daz
si
kain
flaisch
an
ir
hât
unrainer
gir
.
Line: 20
diu
sêl
lebt
neur
des
tawes
götleicher
gnâden
und
des
20
Line: 21
luftes
,
daz
sint
die
gâb
des
hailigen
gaistes
,
und
in
dem
Line: 22
feur
wirt
si
sô
rain
und
sô
clâr
,
daz
der
götleich
schein
Line: 23
dar
inne
läuht
als
in
ainem
zarten
spiegel
,
den
im
got
Line: 24
selb
behalten
hât
zuo
aim
sunderleichem
schatz
,
niht
zuo
Line: 25
aim
klainen
,
wan
got
aht
die
sêl
niht
klain
,
er
schätzet
25
Line: 26
si
als
sein
schatzpær
liep
,
nâch
im
selber
gepildet
.
nu
Line: 27
wizz
,
welher
mensch
auf
ertreich
der
flammen
ain
tail
Line: 28
begreift
und
sich
dik
dar
inne
üebt
,
dem
wirt
ze
stunden
Line: 29
sô
wol
,
daz
all
sein
auzwendigen
sinn
beslozzen
werdent
Line: 30
und
daz
ez
enzukt
wirt
in
ain
sô
zart
süezen
,
daz
ich
rüd
30
Line: 31
dir
daz
niht
gesagen
kan
.
iedoch
hân
ich
ain
klain
an\gehebt
Line: 32
ze
spinnen
von
der
lieb
an
ainer
andern
stat
und
Line: 33
main
,
ich
well
ain
guldein
keten
dar
auz
weben
,
hilft
Line: 34
mir
diu
rain
,
der
ich
mich
mit
leib
und
mit
sêl
hân
der\geben
.
Line: 35
aber
diu
lieb
,
die
man
hât
in
diser
werlt
zuo
35
Line: 36
vergancleichen
dingen
,
diu
krenkt
leib
und
sêl
,
und
diu
Page: 279
Line: 1
minnend
sêl
geleicht
ainem
dürren
schaub
,
der
zehant
Line: 2
verswint
in
der
flammen
.
Chapter / Strophe: 23
23.
Line: 3
Line: 4
VON
DER
SERPEN
.
Line: 5
Serps
haizt
ain
serp
.
daz
ist
ain
slang
,
sam
Isidorus
5
Line: 6
spricht
,
diu
ist
gar
clain
.
diu
hât
die
art
,
daz
si
mit
Line: 7
ir
vergift
flaisch
und
pain
verzert
.
Pei
der
serpen
ver\stên
Line: 8
ich
ain
häzzigz
herz
,
daz
verzert
dem
menschen
leib
Line: 9
und
kraft
.
Chapter / Strophe: 24
24.
Line: 10
Line: 11
VON
DER
SEURN
.
Line: 12
Saura
haizt
ain
seur
,
und
ain
ander
puoch
hât
sal\burra
Line: 13
ze
latein
,
daz
ist
ainr
lai
egdehs
,
sam
Isidorus
Line: 14
spricht
.
wenn
diu
veraltent
,
sô
wirt
si
plint
und
dar
Line: 15
umb
setzet
si
sich
dann
in
ainr
wend
loch
gegen
der
15
Line: 16
sunnen
aufganch
und
kêrt
sich
gegen
der
sunnen
,
unz
Line: 17
daz
si
wider
gesehen
wirt
.
Pei
der
seuren
verstên
ich
Line: 18
den
menschen
,
den
diu
gemainschaft
diser
werlt
hât
ver\plendet
Line: 19
an
der
vernunft
,
alsô
daz
er
got
clain
gedienet
Line: 20
hât
in
seinen
jungen
tagen
und
der
sich
dann
kêrt
zuo
20
Line: 21
aim
ainsidligen
leben
gegen
der
wâren
sunnen
,
diu
Chri\stus
Line: 22
ist
,
und
wirt
gesehend
mit
seiner
vernunft
,
daz
diser
Line: 23
krank
gelust
in
disem
ellend
valsch
ist
und
kurz
gegen
Line: 24
dem
êwigen
leben
.
Chapter / Strophe: 25
25.
Line: 25
Line: 26
VON
DER
WISPELN
.
Line: 27
Sibula
haizt
ain
wispel
und
haizt
mit
ainem
andern
Line: 28
namen
regulus
,
sam
Isidorus
spricht
.
diu
slang
hât
die
Line: 29
art
,
daz
si
den
menschen
vergift
mit
irm
wispeln
,
ê
daz
Line: 30
si
in
peiz
oder
heck
.
Pei
der
slangen
verstên
ich
die
30
Line: 31
pœsen
râtgeben
,
die
ander
läut
vergiftent
mit
irm
haim\leichen
Line: 32
raumen
,
aber
si
slahent
ir
offenbâr
niht
noch
Line: 33
redent
in
under
augen
übel
.
der
ist
ze
unsern
zeiten
Line: 34
niht
,
ob
got
wil
.
Page: 280
Chapter / Strophe: 26
26.
Line: 1
Line: 2
VON
DER
SPETWIFT
.
Line: 3
Spectabificus
haizt
ain
spetwift
und
ist
ain
slang
,
diu
Line: 4
hât
die
art
,
sam
Isidorus
spricht
,
wenn
si
den
menschen
Line: 5
gepizzen
hât
,
sô
verzert
si
in
zehant
,
alsô
daz
er
zemâl
5
Line: 6
vergêt
und
verswindet
in
irm
maul
.
Chapter / Strophe: 27
27.
Line: 7
Line: 8
VON
DER
SALPEN
.
Line: 9
Salpiga
haizt
ain
salpe
.
daz
ist
sô
ain
klaineu
slang
,
Line: 10
daz
man
ir
niht
leiht
siht
,
und
ist
doch
gar
schedlich
.
10
Line: 11
Diu
slang
geleicht
ainem
verporgem
neid
in
dem
herzen
,
Line: 12
den
ain
mensch
dem
andern
tregt
und
niemant
dâ
von
Line: 13
sagt
und
schadet
gem
haimleich
wâ
ez
mag
.
Chapter / Strophe: 28
28.
Line: 14
Line: 15
VON
DER
STERNSLANGEN
Line: 16
Stellio
haizt
ain
sternslang
und
hât
den
namen
von
Line: 17
irr
varb
,
sam
Isidorus
spricht
,
wan
si
hât
auf
irm
ruk
Line: 18
liehtgemâlt
augen
sam
die
stern
,
und
dâ
von
ist
stellio
Line: 19
ainer
andern
lai
slângen
dann
diu
salamander
,
wie
daz
sei
,
Line: 20
daz
Jacobus
sprech
,
daz
diu
salamander
in
kriechisch
20
Line: 21
stelliο
haiz
.
diu
sternslang
ist
dem
scorpen
sô
gar
wider
Line: 22
und
veint
,
daz
die
scorpen
gar
sêr
erschreckent
,
wenn
Line: 23
si
si
ansehent
.
diu
slang
bedäut
die
läut
,
die
geziert
Line: 24
sint
mit
nâtürleichem
adel
und
mit
götleichen
gnâden
Line: 25
alsô
daz
si
schœn
sint
und
wol
geschaffen
an
dem
leib
,
25
Line: 26
tugenthaft
und
vernünftig
an
der
sêl
.
die
sint
ain
er\schreckung
Line: 27
den
pœsen
und
übeltætigen
.
der
sternslangen
Line: 28
vergift
ist
tœtleich
,
sam
Plinius
spricht
,
aber
ain
erznei
Line: 29
ist
dâ
wider
,
daz
man
zemült
schorpenflaisch
und
salbet
Line: 30
die
vergiften
stat
dâ
mit
.
wenn
diu
sternslang
ertrenket
30
Line: 31
wirt
in
wein
und
dar
inne
erstirbt
,
der
wein
benimt
dem
Line: 32
antlütz
seineu
sprinkelmail
,
ob
man
ez
dâ
mit
weschet
.
Line: 33
wer
der
sternslangen
gallen
in
wazzer
zerstœzt
,
daz
Page: 281
Line: 1
besament
die
wiseln
umb
und
umb
mit
ainem
haimleichen
Line: 2
zuozug
.
Chapter / Strophe: 29
29.
Line: 3
Line: 4
VON
DER
GEMAINEN
SLANGEN
.
Line: 5
Serpens
vulgaris
haizt
ain
gemaineu
slang
,
die
wir
5
Line: 6
oft
sehen
.
diu
hât
die
art
,
sam
Alexander
spricht
,
daz
Line: 7
si
dem
slâfenden
niht
tuot
,
aber
sô
er
erwachet
,
sô
heket
Line: 8
si
den
menschen
.
Alsô
tuont
die
unküstigen
niht
,
die
Line: 9
den
abwesenden
schadent
und
si
stechent
mit
nâchred
,
Line: 10
wan
die
selben
abwärtigen
slâfent
,
alsô
daz
si
ir
pôshait
10
Line: 11
weder
hœrent
noch
sehent
,
und
dar
umb
sint
die
winkel\slangen
Line: 12
verr
pœser
wan
die
rehten
slangen
.
Chapter / Strophe: 30
30.
Line: 13
Line: 14
VON
DER
DURSTSLANGEN
.
Line: 15
Situla
haizt
ain
durstslang
.
diu
ist
gar
pœs
und
15
Line: 16
schedleich
,
diu
ertœtt
den
menschen
in
hitz
und
in
durst
,
Line: 17
sam
Jacobus
und
Solînus
sprechent
.
diu
slang
ist
sô
Line: 18
manigverbich
,
daz
si
die
läut
still
helt
mit
irr
schœn
,
Line: 19
alsô
daz
man
si
gern
siht
.
die
schœn
hât
ir
diu
nâtûr
Line: 20
geben
wider
daz
si
ir
trâchait
hât
geben
,
wan
diu
slang
20
Line: 21
ist
gar
træg
ze
slingen
von
ainer
stat
zuo
der
andern
Line: 22
und
dar
umb
helt
si
die
läut
mit
irr
schœn
,
den
si
niht
Line: 23
gevolgen
mag
mit
irm
gang
.
si
ist
sô
gar
hitzig
,
daz
si
Line: 24
sich
in
dem
winter
auzhäutt
und
ir
aigen
haut
abzeuht
.
Line: 25
wen
diu
slang
peizt
,
der
wirt
gevangen
mit
ainr
feureinr
25
Line: 26
hitz
und
wirt
verzert
und
verprint
in
im
selber
.
Chapter / Strophe: 31
31.
Line: 27
Line: 28
VON
DER
SIRÊN
.
Line: 29
Sirena
haizt
ain
sirên
,
aber
ez
ist
niht
diu
sirên
,
dâ
Line: 30
von
wir
vor
gesait
haben
,
dô
wir
von
den
merwundern
30
Line: 31
schriben
.
diu
slang
ist
in
Arabia
,
sam
ain
vorscher
Line: 32
spricht
,
und
ist
ir
vil
in
dem
selben
künigreich
und
sint
Line: 33
sneller
wan
diu
pfärt
.
ez
sint
auch
etleich
derlai
slangen
,
Page: 282
Line: 1
die
flügel
habent
,
alsô
daz
si
gefliegen
mügent
.
der
Line: 2
slangen
vergift
ist
sô
gar
kreftig
in
iren
werken
,
daz
si
Line: 3
dem
menschen
ê
den
tôt
pringt
von
der
slangen
piz
,
ê
Line: 4
si
im
den
smerzen
pring
,
alsô
daz
der
mensch
stirbt
ân
Line: 5
smerzen
.
5
Chapter / Strophe: 32
32.
Line: 6
Line: 7
VON
DEM
SCORPEN
.
Line: 8
Scorpio
haizt
ain
scorp
.
daz
ist
ain
slang
,
diu
hât
Line: 9
ain
gar
sänftig
antlütz
geleich
ainem
käuschen
junkfra\wen
Line: 10
antlütz
,
aber
er
hât
an
seim
knodochten
zagel
10
Line: 11
ain
scharf
spitz
,
diu
ist
voller
vergift
,
dâ
mit
heckt
der
Line: 12
scorp
die
läut
und
andreu
tier
.
der
scorp
heckt
mit
ge\pogem
Line: 13
zagel
,
alsô
daz
er
in
krümt
wenn
er
dâ
mit
hekt
Line: 14
oder
sleht
.
er
traht
auch
ân
underlâz
,
wie
er
die
läut
Line: 15
und
andreu
tier
hek
und
slach
mit
seim
vergiften
zagel
.
15
Line: 16
wer
vergift
wirt
von
dem
scorpen
,
der
verzeuht
drei
tag
Line: 17
ê
er
sterb
,
und
spricht
man
,
wer
der
scorpen
aschen
in
Line: 18
wein
trink
,
daz
sei
ain
erznei
dâ
wider
.
man
spricht
Line: 19
auch
,
daz
etleich
scorpen
zwuo
spitz
haben
an
dem
zagel
.
Line: 20
ez
sint
die
ern
under
in
gräuleicher
wan
die
sien
und
die
20
Line: 21
erkent
man
an
der
leng
und
an
der
klainheit
umb
sich
.
Line: 22
ez
spricht
auch
ain
vorschær
,
daz
der
scorp
der
erden
Line: 23
leb
.
Aristotiles
spricht
,
daz
der
schorp
zwên
ängel
hab
Line: 24
an
seim
zagel
,
und
wenne
die
scorpen
diu
swarzen
swein
Line: 25
peizent
,
sô
sterbent
diu
swein
,
und
als
vil
sneller
,
als
vil
25
Line: 26
si
sneller
in
ain
wazzer
gênt
.
aber
diu
swein
,
diu
niht
Line: 27
swarz
sint
,
diu
sterbent
niht
alleu
von
des
scorpen
piz
.
Line: 28
der
scorp
hât
ain
art
,
daz
er
des
menschen
tenr
in
der
Line: 29
hant
niht
hekt
,
er
rüert
neur
rauch
stet
gern
,
dâ
hâr
ist
,
Line: 30
und
daz
öl
,
daz
von
dem
scorpen
kümt
,
daz
ist
guot
für
30
Line: 31
sein
pizz
,
alsô
daz
man
die
wunden
dâ
mit
salbt
.
ist
daz
Line: 32
du
den
scorpen
in
öl
ertrenkst
und
geuzst
ezzeich
dar
auf
Line: 33
under
der
sunnen
schein
,
sô
wirt
er
zehant
lebentig
,
wan
Line: 34
daz
öl
verschoppet
diu
leiplöchel
,
diu
an
dem
menschen
Line: 35
swaizlöchel
haizent
und
ze
latein
pori
:
sô
öffent
der
35
Page: 283
Line: 1
ezzeich
diu
selben
löchel
an
dem
scorpen
.
Jeronimus
Line: 2
spricht
,
daz
der
scorp
ain
krump
wunden
haw
,
daz
ist
Line: 3
ain
dreiekot
wunden
.
dû
scholt
auch
wizzen
,
daz
ain
Line: 4
tarant
ain
ander
tierl
ist
und
der
scorp
ain
anderz
,
als
Line: 5
her
nâch
kunt
wirt
.
5
Chapter / Strophe: 33
33.
Line: 6
Line: 7
VON
DER
TORTUKEN
.
Line: 8
Tortuca
haizt
ain
tortuk
und
haizt
auch
etswâ
ain
Line: 9
scory
und
sprechent
etleich
,
diu
tortuk
sei
der
slangen
Line: 10
geslähts
,
alsô
daz
si
ainrlai
slangen
sei
,
und
ist
an
tier
,
10
Line: 11
hât
vier
füez
als
ain
krot
und
haizent
ez
etleich
däutsch
Line: 12
läut
ain
schiltkroten
,
dar
umb
,
daz
ez
zwên
hert
schilt
Line: 13
oder
pukler
auf
im
hât
.
dâ
mit
ist
ez
sô
wol
bewart
,
Line: 14
daz
man
ez
kaum
ersleht
mit
gar
grôzen
slegen
.
ez
hât
Line: 15
auch
ain
haupt
als
ain
krot
und
ain
kranch
stimm
und
15
Line: 16
legt
air
sam
ain
henn
.
aber
diu
air
sint
schedlich
ze
Line: 17
ezzen
.
ez
hât
kain
vergift
die
weil
ez
lebt
,
aber
sô
ez
Line: 18
gestirbt
,
sô
hât
ez
vergift
,
wan
als
Ambrosius
spricht
,
Line: 19
wer
auf
sein
niern
tritt
mit
plôzem
fuoz
nâch
dem
und
Line: 20
ez
gestirbt
,
der
wirt
zehant
vergift
.
Aristotiles
spricht
,
20
Line: 21
daz
derlai
weibel
neur
ainen
auzganch
hab
pei
der
gärm
Line: 22
und
hât
doch
ain
plâtern
,
und
daz
ist
wider
aller
tier
Line: 23
nâtûr
,
die
vedern
habent
oder
schuopen
oder
schaln
,
wan
Line: 24
diu
habent
alleu
niht
plâtern
,
ân
dáz
tier
.
Chapter / Strophe: 34
34.
Line: 25
Line: 26
VON
DEM
TARANT
.
Line: 27
Tarans
haizt
ain
tarant
.
daz
ist
ain
klain
tierl
und
Line: 28
ist
ain
slängel
,
scorpen
geslähtes
,
sam
Plinius
spricht
.
ez
Line: 29
hât
flügel
,
und
fleugt
ainer
lai
tarant
,
aber
niht
aller
lai
.
Line: 30
daz
tierl
ist
gar
schedleich
,
wan
wen
ez
sticht
der
stirbt
,
30
Line: 31
man
helf
im
dann
mit
driaker
oder
mit
anderr
erznei
.
Line: 32
der
tierl
ist
vil
in
Lamparten
und
überal
in
Italia
,
aber
Line: 33
diu
sint
dik
unschedleich
.
ir
ist
auch
vil
in
den
landen
Page: 284
Line: 1
gegen
der
sunnen
aufganch
und
diu
sint
all
voller
vergift
Line: 2
und
schedleich
.
der
tarant
lebt
dick
zwainzig
tag
und
Line: 3
lenger
ân
ezzen
.
wenn
man
in
tœt
und
in
paizt
in
öl
,
Line: 4
daz
öl
ist
guot
wider
des
tarandes
hecken
und
stechen
.
Chapter / Strophe: 35
35.
Line: 5
Line: 6
VON
DER
TIERSLANGEN
.
Line: 7
Tirus
haizt
ain
tierslang
.
daz
ist
ain
slang
,
diu
Line: 8
wont
in
dem
land
Jericho
gegen
der
wüesten
des
Jordans
.
Line: 9
diu
slang
ist
den
vogeln
gar
nâchsetzig
und
den
tiern
und
Line: 10
lâgt
vast
der
vogel
air
und
die
vogel
vrizt
si
mit
den
10
Line: 11
airn
und
verslint
si
.
wenn
man
der
slangen
flaisch
beraitt
Line: 12
mit
andern
dingen
,
diu
dar
zuo
gehœrent
,
dâ
wirt
ain
Line: 13
electuarium
auz
oder
ain
confect
,
daz
ist
ain
auzwal
und
Line: 14
ain
beraitung
sô
edel
,
daz
si
die
vergift
auzwürzelt
und
Line: 15
auztreibt
von
dem
menschen
.
daz
confect
haizt
tiriaca
,
15
Line: 16
daz
ist
triaker
,
und
nimt
den
namen
von
der
slangen
.
ez
Line: 17
sprechent
etleich
,
daz
diu
slang
vor
unsers
herren
gepurt
Line: 18
Jêsû
Christi
sô
gar
übel
wær
und
sô
gar
vergiftig
,
daz
Line: 19
man
kain
erznei
dâ
wider
fünd
,
alsô
schedleich
was
si
den
Line: 20
läuten
.
aber
an
dem
tag
,
dô
unser
herr
an
daz
cräuz
20
Line: 21
gehangen
wart
,
sprechent
si
,
daz
derlai
slangen
ain
gar
Line: 22
übeleu
gevangen
würd
pei
Jerusalem
und
würd
gehangen
Line: 23
an
daz
cräuz
neben
unsern
herrn
,
und
daz
von
der
stund
Line: 24
allez
daz
gesläht
derlai
slangen
ain
kraft
an
sich
züg
ze
Line: 25
helfen
vesticleich
wider
all
vergift
von
dem
pluot
unsers
25
Line: 26
herrn
Jêsu
Christi
.
wie
aber
daz
sei
,
daz
der
driaker
Line: 27
helf
wider
all
ander
vergift
,
iedoch
hilft
er
niht
wider
Line: 28
die
vergift
derlai
slangen
,
diu
tirus
haizt
,
und
ir
vergift
Line: 29
haizt
tichycon
.
Chapter / Strophe: 36
36.
Line: 30
Line: 31
VON
DER
TISEN
.
Line: 32
Tisus
haizt
ain
tis
.
daz
ist
ain
slang
,
diu
wont
auf
Line: 33
den
padawischen
pergen
pei
der
stat
Padaw
und
hât
an
Line: 34
der
leng
sehs
schuoh
oder
siben
,
aber
si
ist
gar
klain
Page: 285
Line: 1
umb
sich
.
iedoch
ist
si
grœzer
hinten
dann
vorn
.
diu
Line: 2
slang
schat
niemant
,
dann
man
raiz
si
gar
vil
.
wenn
Line: 3
derlai
slangen
flaisch
erfault
und
gedorrt
,
sô
gibt
man
ez
Line: 4
in
trinken
und
in
ezzen
wider
den
auzsetzligen
siechtum
Line: 5
und
ist
dik
dâ
wider
gar
ain
kreftigeu
erznei
.
5
Line: 6
37.
Line: 7
VON
DER
VIPPERN
.
Line: 8
Vippera
haizt
ain
vipper
.
daz
ist
ain
slang
,
sam
Ja\cobus
Line: 9
und
Isidorus
sprechent
,
diu
hât
die
art
,
daz
si
in
Line: 10
laid
und
in
smerzen
gepirt
,
wan
der
vater
stirbt
in
der
10
Line: 11
unkäusch
.
wenn
daz
weip
von
im
swanger
wirt
,
sô
stirbt
Line: 12
diu
muoter
an
der
gepurt
.
daz
geschiht
alsô
.
wenn
der
Line: 13
man
mit
dem
weib
unkäuscht
,
sô
ist
si
sô
gar
vol
ge\lustes
,
Line: 14
daz
si
im
daz
haupt
von
lieb
ab
peizt
.
und
sô
Line: 15
der
jungen
zeit
kümt
in
der
muoter
leib
,
sô
paitent
si
15
Line: 16
niht
,
unz
si
her
für
komen
mügent
,
si
scharrent
in
der
Line: 17
muoter
und
aufreizent
si
und
koment
mit
gewalt
her
für
.
Line: 18
die
slangen
habent
neur
gruob
an
der
ôrn
stat
und
habent
Line: 19
neur
drei
zend
und
sint
ir
pizz
unhailsam
und
die
pizz
Line: 20
pringent
geswulst
.
daz
westen
die
wol
,
die
mit
sant
Pauls
20
Line: 21
auz
dem
mer
kômen
,
wan
ze
der
selben
zeit
begraif
derlai
Line: 22
slangen
aineu
sant
Pauls
hant
und
paiz
in
.
dô
wânten
Line: 23
sein
gesellen
,
er
schölt
geswellen
und
sterben
gar
snell
.
Line: 24
daz
geschach
aber
niht
.
der
slangen
ingewaid
ist
guot
Line: 25
für
aller
slangen
heken
und
piz
,
sam
Plinius
spricht
.
ez
25
Line: 26
spricht
ain
vorschær
,
wer
derlai
slangen
haut
nem
,
die
Line: 27
si
her
ab
zeuht
in
irm
alter
,
und
sied
die
haut
in
wein
,
Line: 28
der
wein
sei
ain
erznei
dem
augswern
und
dem
zantswern
.
Line: 29
aber
ir
vaizten
benimt
den
augenschimel
und
macht
dunkel
Line: 30
augen
clâr
.
Aristotiles
spricht
,
daz
diu
vipper
ain
men\schen
30
Line: 31
antlütz
hab
unz
an
den
nabel
,
und
von
dem
nabel
Line: 32
unz
an
den
zagel
ains
cocodrillen
gestalt
.
ir
aftertrühel
Line: 33
ist
sô
eng
als
ain
nadelœr
und
dar
umb
mag
si
an
der
Line: 34
stat
niht
zuo
gevâhen
sam
andreu
tier
.
si
gevæht
zuo
Page: 286
Line: 1
mit
dem
mund
.
aber
Plinius
der
redet
vil
geläupleicher
Line: 2
von
der
vippern
,
wan
er
spricht
,
wenn
der
swangern
Line: 3
vippern
zeit
köm
,
daz
si
gepern
schüll
,
sô
pring
si
an
Line: 4
ainem
tag
neur
ain
kindel
und
niht
mêr
.
seid
nu
der
Line: 5
kindel
vil
ist
(wan
si
hât
wol
zwainzig
kindel
in
ir
mit
5
Line: 6
enander)
,
sô
werdent
diu
andern
gar
ungedultig
,
diu
über
Line: 7
die
rehten
zeit
dâ
hinten
beleibent
,
und
dar
umb
reizent
Line: 8
si
die
muoter
und
kriechent
her
für
.
diu
slang
hât
die
Line: 9
art
,
wie
daz
sei
,
daz
si
gräuleicher
sei
denn
all
ander
Line: 10
slangen
,
iedoch
ist
si
gar
sänftig
gegen
irm
weib
,
sam
10
Line: 11
der
grôz
Basilius
und
Ambrosius
sprechent
,
wan
sô
daz
Line: 12
weip
niht
gegenwart
ist
,
sô
suocht
si
der
man
und
lokt
Line: 13
ir
mit
ainem
senften
wispeln
,
und
sô
er
siht
,
daz
si
Line: 14
kümt
,
sô
læzt
er
sein
vergift
von
im
und
êrt
sein
fra\wen
,
Line: 15
alsô
daz
er
ân
vergift
sein
hôchzeit
und
sein
gir
15
Line: 16
mit
der
frawen
üeben
wil
.
Nu
merk
,
eifrær
,
wie
liep
dû
Line: 17
dein
frawen
habst
,
diu
weder
weis
noch
werk
dir
ze
dank
Line: 18
nümmer
mag
volpringen
.
siht
si
über
sich
,
si
ist
ain
Line: 19
kapferinn
,
under
sich
ain
maudrerinn
,
sweigt
si
,
si
ist
ain
Line: 20
stümminn
,
rett
si
,
si
ist
ain
klafferinn
.
dû
lesterst
si
mit
20
Line: 21
worten
und
mit
werken
,
ê
dû
die
wârhait
vindest
.
nim
Line: 22
dir
der
weil
:
gæher
man
schol
esel
reiten
.
Line: 23
Nu
haben
die
slangen
ain
end
.
This text is part of the
TITUS
edition of
Konrad von Megenburg, Buch der Natur
.
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, Frankfurt a/M, 12.9.2008. No parts of this document may be republished in any form without prior permission by the copyright holder.