TITUS
Konrad von Megenburg, Buch der Natur
Part No. 8
Book: IIIF
III.
Line: 24
Line: 25
F.
Line: 26
VON
DEN
WÜRMEN
IN
EINER
GEMAIN
.
Line: 27
Ez
ist
noch
ainrlai
tierl
,
die
haizent
würm
.
von
den
Line: 28
schüll
wir
nu
sagen
,
und
des
êrsten
in
ainer
gemain
.
Line: 29
Isidorus
spricht
,
ain
wurm
ist
ain
tierl
,
daz
allermaist
auz
Line: 30
flaisch
oder
auz
holz
oder
auz
andern
erdischen
dingen
30
Line: 31
wehset
ân
all
unkäusch
.
dû
scholt
auch
wizzen
,
daz
die
Line: 32
maister
etswenn
die
slangen
auch
würm
haizent
,
und
in
Line: 33
dér
weis
ze
reden
von
den
würmen
koment
etleich
würm
Page: 287
Line: 1
von
unkäusch
des
mans
und
der
frawen
in
slangen
art
,
Line: 2
als
vor
geschriben
ist
,
und
etleich
auz
airn
,
sam
der
Line: 3
schorp
,
und
in
dér
weis
redt
Plinius
von
den
würmen
und
Line: 4
spricht
,
kain
wurm
hât
pluot
denn
gar
ain
klain
nâch
seiner
Line: 5
grœz
.
etleich
würm
sint
ân
füez
,
iedoch
habent
si
pain
5
Line: 6
in
irm
leib
oder
græt
,
sam
die
slangen
habent
,
und
die
Line: 7
selben
slingent
auf
der
erd
von
ainr
stat
zuo
der
andern
.
Line: 8
von
derlai
würmen
well
wir
niht
reden
hie
,
wan
wir
ha\ben
Line: 9
vor
von
in
geschriben
.
aber
anderlai
würm
sint
,
die
Line: 10
kain
pain
oder
kainen
grât
in
irm
leib
habent
und
habent
10
Line: 11
auch
niht
füez
;
die
selben
würm
runzelnt
sich
in
klain
Line: 12
runzeln
an
dem
leib
,
wenn
si
hin
und
her
kriechent
.
ez
Line: 13
sint
auch
etleich
,
die
füez
und
flügel
habent
,
sam
die
wespen
Line: 14
habent
und
die
peinen
und
sämleich
würm
,
und
etleich
Line: 15
habent
zwên
füez
oder
vier
ân
flügel
.
die
selben
laufent
15
Line: 16
und
habent
etswie
vil
pluotes
.
etleich
habent
auch
mêr
Line: 17
dann
vier
füez
,
die
selben
laufent
auch
,
aber
si
habent
Line: 18
niht
aigens
pluotes
,
dar
umb
,
daz
ir
kost
und
ir
narung
Line: 19
gar
vil
in
ir
füez
gêt
,
und
daz
verniht
in
ir
pluot
.
iedoch
Line: 20
hât
ain
iegleich
wurm
ain
fäuhten
in
seim
leib
an
des
20
Line: 21
pluotes
stat
.
Line: 22
Nu
well
wir
von
der
aller
lai
würmen
hie
sagen
,
und
Line: 23
des
êrsten
von
der
pein
,
wan
diu
ist
diu
edelst
under
in
Line: 24
allen
.
Chapter / Strophe: 1
1.
Line: 25
Line: 26
VON
DER
PEIN
.
Line: 27
Apis
haizt
ain
pein
.
die
peinn
habent
die
art
,
sam
Line: 28
Aristotiles
und
der
grôz
Basilius
und
Ambrosius
spre\chent
,
Line: 29
daz
si
mit
aller
sach
mêr
gemain
sint
dann
kainer\lai
Line: 30
gesellter
ding
auf
erden
,
wan
wie
vil
ir
zuo
aim
swarm
30
Line: 31
gehœrent
,
die
habent
all
ain
wonung
und
lebent
all
in
Line: 32
ainr
gegen
ains
landes
.
ir
aller
arbait
ist
gemaines
nütz
Line: 33
in
allen
.
ir
nutz
und
ir
fruht
ist
in
allen
gemain
und
Line: 34
ir
vliegen
ist
in
auch
gemain
.
waz
schol
ich
dir
mêr
Line: 35
sagen
?
ir
gepurt
,
die
si
pringent
,
ist
in
allen
gemain
,
35
Page: 288
Line: 1
wan
si
pringent
ainen
jungen
swarm
all
mitenander
,
und
Line: 2
ir
genz
irs
leibes
(daz
ist
ir
käuschait)
ist
in
auch
allen
Line: 3
gemain
,
wan
ir
kaineu
unkäuscht
mit
der
andern
noch
Line: 4
habent
zuo
enander
unkäuschen
glust
und
habent
kainen
Line: 5
smerzen
in
irr
gepurt
.
iedoch
pringent
si
dick
ainen
5
Line: 6
grôzen
swarm
.
die
peinn
machent
under
in
ainen
küng
Line: 7
und
ain
volk
,
daz
dem
küng
gehôrsam
ist
,
und
wie
daz
Line: 8
sei
,
daz
si
all
under
aim
küng
sein
,
iedoch
sint
si
frei
Line: 9
und
habent
ain
wirdikait
und
ain
vorêr
in
irm
geriht
Line: 10
und
in
irr
beschaidenhait
und
ain
andæhtig
gir
zuo
gan\zen
10
Line: 11
trewen
,
wan
si
habent
irn
küng
liep
,
den
si
gesetzet
Line: 12
habent
,
und
êrent
in
mit
sô
grôzem
vleiz
,
daz
si
nümmer
Line: 13
wider
in
getuont
und
in
nümmer
erzürnent
,
und
daz
ist
Line: 14
pilleich
,
wan
der
küng
hât
sunderleich
sänftikait
gegen
Line: 15
dem
volk
,
sô
behelt
daz
volk
sein
gehôrsam
gegen
dem
küng
15
Line: 16
auch
pilleich
.
die
peinn
habent
sunderleich
samnung
und
Line: 17
vliegent
scharot
zuo
irm
weisel
.
si
schadent
kainer
fruht
Line: 18
noch
den
tôten
pluomen
,
daz
sint
die
dürren
pluomen
.
Line: 19
wenn
si
diu
naht
begreift
in
irm
auzraisen
,
sô
ruoent
si
Line: 20
hôch
in
paumen
,
dar
umb
,
daz
daz
taw
oder
der
regen
20
Line: 21
ir
flügel
iht
berüer
.
der
peinn
weisel
ist
als
ain
küng
Line: 22
under
in
,
und
in
aim
vaz
under
ainem
swarm
ist
neur
Line: 23
ain
weisel
,
der
des
swarms
fürst
ist
.
der
weisel
ist
schœn
Line: 24
und
ahtpær
an
der
gestalt
und
ist
zwir
als
grôz
als
der
Line: 25
andern
peinn
ain
.
er
hât
aber
kürzer
flügel
wan
die
andern
25
Line: 26
und
hât
aufgerihteu
pain
und
ist
sein
ganch
hœher
wan
Line: 27
der
andern
.
er
hât
auch
an
der
stirn
ain
weiz
plüemel
,
Line: 28
dâ
mit
hât
in
diu
nâtûr
gekrœnet
vor
den
andern
peinen
.
Line: 29
ez
sprechent
auch
etleich
,
daz
der
peinn
kaiser
kainen
Line: 30
angel
hab
,
dâ
mit
er
stech
,
sam
die
andern
peinn
habent
,
30
Line: 31
wan
er
ist
genuog
gewâpent
mit
seim
gewalt
,
den
er
hât
.
Line: 32
iedoch
spricht
Ambrosius
,
er
hab
ainen
angel
,
aber
er
Line: 33
stech
dâ
mit
niht
,
wan
er
ist
sänft
von
nâtûr
.
der
peinen
Line: 34
volk
ist
dreirlai
.
die
êrsten
peinn
sint
der
andern
müeter
Line: 35
und
wirdiger
und
grœzer
wan
die
andern
.
die
andern
35
Line: 36
sint
klainer
und
sint
doch
gar
kreftig
und
würkent
Page: 289
Line: 1
vil
und
vast
,
reht
als
ain
volk
,
daz
under
ainr
maister\schaft
Line: 2
ist
,
und
derlai
peinen
sint
den
müetern
undertân
Line: 3
und
gehôrsam
und
würkent
nihts
ân
der
grœzern
gepot
.
Line: 4
daz
dritt
volk
der
peinen
sint
derlai
peinen
,
die
ze
latein
Line: 5
fuce
haizent
,
daz
sint
unvolkomen
peinen
und
habent
niht
5
Line: 6
ängel
und
sint
der
rehten
,
daz
ist
der
êrsten
peinen
,
Line: 7
dienerinn
.
die
peinen
habent
gemaincleich
die
art
,
daz
si
Line: 8
irm
kaiser
stætes
und
ämzicleich
volgent
wâ
er
fleugt
oder
Line: 9
gêt
die
weil
er
junk
ist
.
si
habent
auch
die
art
,
daz
si
Line: 10
ir
wonung
schickent
sam
die
pürg
und
machent
die
10
Line: 11
obersten
drei
zeil
lær
von
honich
,
dar
umb
,
daz
daz
honig
Line: 12
an
dem
êrsten
anplick
iemant
hin
zuo
lad
,
der
in
schaden
Line: 13
pring
,
aber
die
letzten
zeil
füllent
si
vol
honigs
.
die
Line: 14
peinen
ruoent
in
irm
vaz
des
morgens
in
der
mettenzeit
,
Line: 15
unz
daz
aineu
under
in
zwir
oder
dreistund
geprumt
oder
15
Line: 16
gehumt
gegen
dem
liehten
tag
,
als
ain
wahter
,
der
mit
Line: 17
aim
herhorn
prummet
gegen
dem
tag
,
wan
diu
pein
ant
Line: 18
vor
hin
an
ir
nâtûr
,
ob
der
tag
sanft
well
sein
und
schœn
,
Line: 19
wan
sô
vliegent
si
auz
all
und
pringent
êr
und
guot
;
Line: 20
wil
aber
ez
regenn
und
wintsäusen
,
sô
haltent
si
sich
ze
20
Line: 21
samen
in
irm
vaz
.
wenn
aber
si
zuo
werk
kêrnt
,
sô
Line: 22
samnent
si
pluomen
an
ir
füez
,
als
ob
si
hosen
haben
Line: 23
gewunnen
.
die
andern
nement
des
süezen
tawwazzers
in
Line: 24
ir
münd
und
über
all
in
ir
wollen
und
tragent
daz
haim
Line: 25
in
ir
wonung
.
Ambrosius
spricht
:
man
siht
die
peinen
25
Line: 26
all
widerstreit
arbaiten
umb
ir
gâb
und
umb
irn
schatz
.
Line: 27
etleich
sint
wächig
und
fleizig
ze
suochen
ir
waid
.
die
Line: 28
andern
sint
sorgsam
ze
behüeten
ir
wonung
und
ir
pürg
.
Line: 29
die
dritten
vorschent
nâch
dem
weter
und
nâch
der
stern
Line: 30
lauf
.
die
jungen
vliegent
auz
ze
würken
und
tragent
ein
30
Line: 31
honig
und
wahs
,
aber
die
alten
würkent
in
irn
wonungen
.
Line: 32
die
von
veltpluomen
haim
tragent
die
ladent
ir
vodern
Line: 33
füezel
vol
oben
an
den
hüefen
und
varnt
haim
wol
ge\pürdet
Line: 34
und
schôn
geladen
.
si
habent
auch
inwendig
des
Line: 35
vazzes
ir
amt
schôn
getailt
,
wan
etleich
maurent
,
die
35
Line: 36
andern
zierent
und
sliehtent
daz
werk
.
etleich
saugent
Page: 290
Line: 1
hong
von
wahse
,
etleich
tailent
daz
werk
hin
und
her
Line: 2
und
daz
ezzen
daz
prâht
ist
und
ezzent
niht
besunder
,
Line: 3
dar
umb
,
daz
weder
ezzen
noch
werk
noch
zeit
under
in
Line: 4
ungeleich
sei
.
Plinius
spricht
,
daz
die
peinn
irs
werkes
Line: 5
gar
vleizig
sein
,
alsô
daz
si
prüevent
,
welheu
under
in
5
Line: 6
træg
ist
ze
würken
,
die
strâfent
si
zehant
und
peizent
si
Line: 7
zetôt
.
si
haltent
wundergrôze
rainikait
under
in
und
Line: 8
werfent
irn
mist
ze
mittelst
in
daz
vaz
und
ist
kain
un\sauberkait
Line: 9
under
irm
werk
,
wan
all
überflüzzichait
,
diu
Line: 10
von
den
würkenden
peinen
kümt
,
die
samnent
si
an
ain
10
Line: 11
stat
in
daz
vaz
und
tragent
si
her
auz
an
irn
veirtagen
,
Line: 12
wenn
daz
weter
trüeb
ist
,
daz
si
niht
gearbaiten
mügent
.
Line: 13
sô
ez
an
den
âbent
gêt
,
sô
prumment
si
in
dem
vaz
und
Line: 14
daz
prummen
wirt
ie
klainer
und
klainer
,
unz
aineu
Line: 15
under
in
umb
fleugt
und
hummet
in
der
weis
,
als
dâ
si
15
Line: 16
si
wecket
des
morgens
,
und
gebeut
in
allen
ze
ruoen
,
Line: 17
als
die
wahter
pflegent
auf
den
pürgen
,
die
paideu
naht
Line: 18
und
tag
anplâsent
.
sô
daz
geschiht
,
sô
sweigent
si
alle
Line: 19
gar
snell
.
si
habent
auch
die
art
,
daz
si
des
êrsten
dem
Line: 20
volk
hausent
,
und
dar
nâch
den
künigen
,
und
ist
,
daz
si
20
Line: 21
grœzers
gelükes
wartent
,
alsô
daz
si
swärmen
wellent
,
Line: 22
sô
machent
si
auch
gesellenhäuser
und
machent
den
Line: 23
künftigen
kaisern
besunder
paläst
ainseit
weit
und
grôz
.
Line: 24
iedoch
nement
si
kainen
küng
von
geschicht
oder
ân
für\sichtichait
,
Line: 25
si
prüevent
in
vor
,
ob
er
schœn
und
grôz
sei
25
Line: 26
und
sänftig
.
ist
daz
etleich
peinn
irs
kaisers
reht
über\varnt
,
Line: 27
sô
tœtent
si
sich
selber
und
wundent
sich
mit
irn
Line: 28
aigenen
ängeln
,
und
spricht
man
,
daz
daz
volk
in
den
Line: 29
landen
,
die
Perse
haizent
,
die
selben
weis
an
im
hab
Line: 30
gegen
seim
küng
.
die
peinen
varnt
niht
an
ir
waid
ge\maincleich
,
30
Line: 31
ez
var
dann
der
küng
des
êrsten
auz
und
Line: 32
halt
daz
fürstentuom
in
dem
flug
.
si
beschirment
auch
Line: 33
irn
künig
gar
vleizicleich
und
achtent
inz
zuo
ainr
Line: 34
frümchait
,
ob
si
umb
iren
küng
sterbent
.
Aristotiles
Line: 35
spricht
,
der
peinen
künig
erschainent
niendert
auzwendig
35
Line: 36
der
vaz
ain
,
si
haben
dann
ain
grôz
volk
pinen
mit
in
.
Page: 291
Line: 1
under
dem
selben
volk
fleugt
der
künig
ze
mitelst
und
Line: 2
die
pinen
umb
und
umb
,
und
welheu
pein
an
dem
flug
Line: 3
des
kaisers
flügel
rüert
,
die
strâft
daz
ganz
her
.
ez
be\gert
Line: 4
auch
iegleich
pein
dem
kaiser
ze
næhst
sein
in
der
Line: 5
rais
und
acht
sich
des
gar
frum
und
verrüemt
,
daz
man
5
Line: 6
si
anschaw
in
irs
kaisers
dienst
.
wenn
auch
der
kaiser
Line: 7
müed
wirt
,
sô
tragent
in
die
sterkisten
peinen
enpor
und
Line: 8
helfent
im
hin
.
Plinius
spricht
,
ist
daz
den
peinen
honigs
Line: 9
geprist
in
irm
vaz
,
sô
raisent
si
mit
grôzer
ungestüemi\kait
Line: 10
auf
die
næhsten
und
die
selben
stellent
sich
zuo
wer
10
Line: 11
und
streitent
mit
enander
.
si
vehtent
auch
mit
enander
Line: 12
umb
die
pluomen
auf
dem
veld
,
aber
den
streit
zestœrt
Line: 13
man
,
der
staup
under
si
wirft
oder
der
ainen
rauch
under
Line: 14
si
plæst
,
und
versüenet
si
mit
milch
oder
mit
wazzer
.
si
Line: 15
hazzent
gar
vast
pœsen
smack
und
vliehent
verr
dâ
von
,
15
Line: 16
und
unsauber
salb
laidigt
si
sêr
.
Basilius
spricht
:
an
den
Line: 17
peinen
und
an
den
wefsen
oder
an
den
vespen
sint
über
Line: 18
al
klaineu
spältel
und
klünsel
,
wan
si
âtement
niht
und
Line: 19
habent
niht
lungen
.
si
werdent
genert
und
gefuoret
in
Line: 20
dem
luft
nâch
der
gänzen
irs
leibes
,
alsô
daz
si
den
luft
20
Line: 21
über
al
in
sich
ziehent
,
und
dar
umb
,
sô
man
si
mit
öl
Line: 22
gefäuhtigt
,
sô
sterbent
si
leiht
,
wan
daz
öl
verschoppet
Line: 23
diu
klünsel
und
diu
spältel
irs
leibes
;
aber
der
zehant
Line: 24
dar
nâch
ezzeich
auf
si
geuzt
,
sô
öffent
sich
die
lüegel
Line: 25
und
werdent
wider
lebentig
zehant
.
wenn
die
peinen
siech
25
Line: 26
sint
,
sô
ezzent
si
mêr
denn
si
gewont
sint
,
und
daz
tuont
Line: 27
si
neur
umb
die
grôzen
lieb
,
die
si
zuo
dem
hong
habent
.
Line: 28
papilio
,
daz
ist
ain
veivalter
,
der
tuot
den
peinn
vil
ze
laid
,
Line: 29
wan
die
veivaltern
setzent
sich
auf
den
klê
und
auf
ander
Line: 30
süez
pluomen
und
saugent
daz
süez
mark
dar
auz
und
30
Line: 31
daz
edel
taw
verunrainent
si
mit
irm
gesmaiz
,
wan
dâ
Line: 32
wahsent
würmel
auz
.
ir
lâgent
auch
die
frösch
,
wenne
Line: 33
si
zuo
dem
wazzer
vliegent
,
wan
man
spricht
,
daz
die
Line: 34
frösch
der
peinn
ängel
niht
enpfinden
,
dâ
mit
si
stechent
.
Line: 35
si
laidigent
auch
von
nâtûr
die
websen
und
die
harniz
35
Line: 36
und
die
swalben
und
ander
vogel
frezzent
die
peinen
.
si
Page: 292
Line: 1
habent
auch
die
art
an
in
,
daz
si
leich
klagent
an
ainander
,
Line: 2
und
wenn
ir
kaiser
gestirbet
,
sô
wainet
daz
volk
ze
mâl
Line: 3
und
ist
traurich
,
wan
si
samnent
sich
all
umb
irn
tôten
Line: 4
kaiser
und
tragent
niht
mêr
ein
noch
vliegent
auz
,
und
Line: 5
kümt
man
in
niht
ze
hilf
,
sô
sterbent
si
hungers
,
sam
ain
5
Line: 6
vorscher
spricht
.
die
peinen
sint
krank
und
siechent
aller\maist
Line: 7
sô
die
pluomen
kaltent
.
in
ist
auch
ain
iegleich
Line: 8
widergalm
schad
,
sô
ains
menschen
stimm
oder
ains
an\dern
Line: 9
tiers
stimm
widergalm
gibt
nâhent
pei
den
peinen
.
Line: 10
nebel
ist
in
auch
schad
.
in
schadent
auch
die
spinnen
10
Line: 11
gar
sêr
,
wenne
si
in
angesigent
und
ir
netz
pei
in
auf\spannent
,
Line: 12
wan
sô
vâhent
si
si
und
tœtent
si
.
maister
Line: 13
Michel
von
Schottenlant
spricht
,
daz
den
peinen
ir
aigen
Line: 14
glück
schad
.
wan
sô
ain
überfrühtig
jâr
ist
mit
pluomen
Line: 15
und
mit
genuhtsam
,
sô
habent
si
sô
grôzen
vleiz
honig
15
Line: 16
ze
samnend
,
daz
si
nihtes
trahtent
nâch
kindeln
und
nâch
Line: 17
jungen
peinen
.
die
peinen
sterbent
von
mangerlai
sachen
Line: 18
und
allermaist
wenn
der
weisel
vil
ist
und
ain
iegleicher
Line: 19
weisel
ain
schar
der
peinen
für
sich
nimt
und
die
maistert
.
Line: 20
die
peinen
fräwent
sich
,
wenn
man
die
hend
ze
samen
20
Line: 21
klopfet
,
und
wenn
man
klingelt
mit
gesmeid
,
sô
samnent
Line: 22
si
sich
.
ez
werdent
peinen
auz
frischen
waltrinder
päu\chen
,
Line: 23
die
man
aurochsen
haizt
,
von
den
wir
vor
gesagt
Line: 24
haben
,
die
ze
latein
bubali
haizent
.
aber
man
muoz
die
Line: 25
päuch
mit
mist
bedecken
,
sô
koment
die
peinen
dâ
von
.
25
Line: 26
ez
werdent
auch
peinn
auz
ochsenhäuten
,
die
man
in
der
Line: 27
erden
verpirgt
,
und
auz
eselhäuten
werdent
websen
oder
Line: 28
vespen
.
auz
mukenmist
werdent
würmel
,
auz
piezen
frösch
Line: 29
oder
auz
mangolt
,
wan
piezen
und
mangolt
ist
áin
kraut
;
Line: 30
auz
pœsem
luft
und
auz
faulem
âtem
werdent
priemen
,
30
Line: 31
die
ze
latein
culices
haizent
,
aber
Virgilius
spricht
,
daz
Line: 32
die
priemen
werden
auz
ainer
kalben
leib
,
diu
tot
sei
,
Line: 33
und
daz
hân
ich
zwâr
gesehen
an
der
sunnen
schein
,
dâ
Line: 34
ain
tôteu
kalb
lag
.
auz
der
tôten
pfärd
leib
werdent
Line: 35
webzen
und
harliz
,
auz
eselleiben
werdent
ainrlai
vliegen
,
35
Line: 36
haizent
scarabei
,
die
sint
rôt
als
die
horniz
,
si
sint
aber
Page: 293
Line: 1
klainer
wan
die
websen
.
dû
scholt
auch
wizzen
,
daz
die
Line: 2
peinen
,
die
auz
den
rindern
werdent
,
mitenander
unkäu\schent
Line: 3
sam
die
mucken
,
aber
ir
gepurt
hât
nâhen
die
art
,
Line: 4
die
reht
peinen
habent
.
man
schol
daz
honig
abnemen
Line: 5
wenn
der
môn
vol
ist
an
aim
liehten
schœnen
tag
.
wenn
5
Line: 6
daz
honig
zehant
abtreuft
in
tropfen
weis
,
daz
ist
sô
guot
Line: 7
niht
sam
daz
zæh
ist
und
gar
wol
smecket
und
daz
durch\sihtig
Line: 8
ist
.
waz
auch
honges
von
newem
wahs
kümt
,
daz
Line: 9
ist
pezzer
wan
daz
von
altem
kümt
.
daz
von
altem
wahs
Line: 10
kümt
,
daz
ist
rôt
,
aber
daz
guot
honig
ist
goltvar
.
guotez
10
Line: 11
hong
und
weizz
ist
den
siechen
augen
guot
und
zuo
den
Line: 12
auzgängen
.
daz
rain
hong
ist
niden
in
dem
vaz
.
Pla\tearius
Line: 13
spricht
,
daz
daz
honig
warm
sei
in
dem
êrsten
Line: 14
grâd
der
wirmen
und
trucken
in
dem
andern
grâd
der
Line: 15
trücken
.
daz
hong
ist
zuo
mangerlai
guot
.
ez
behelt
15
Line: 16
der
ding
kraft
,
dar
zuo
man
ez
gesellt
,
und
rainigt
.
ez
Line: 17
sänftigt
den
würzen
und
den
kräutern
und
andern
dingen
,
Line: 18
dâ
zuo
man
ez
mischet
,
ir
pitterkait
,
und
dar
umb
mischt
Line: 19
man
ez
zuo
vil
erznei
,
wan
ez
tregt
mit
seiner
süezen
die
Line: 20
vergift
in
die
tiefen
der
gelider
.
in
electuariis
,
die
man
20
Line: 21
ze
däutsch
latwergen
haizt
,
und
in
edelm
gestüpp
,
wenn
Line: 22
man
ez
dar
zuo
mischt
,
sô
hât
ez
die
kraft
,
daz
diu
dinch
Line: 23
dester
lenger
guot
und
frisch
beleibent
.
wem
der
mag
Line: 24
vol
kalter
fäuhten
ist
,
dem
schol
man
geben
honig
mit
Line: 25
warm
wazzer
,
wan
daz
hönig
entlœst
und
wäscht
ab
.
wer
25
Line: 26
sein
antlütz
clâr
und
lauter
well
machen
,
der
schol
ez
Line: 27
waschen
mit
hong
und
mit
wazzer
.
wenn
man
ain
un\derzäpfel
Line: 28
macht
auz
gerœschtem
hong
und
auz
salz
,
daz
Line: 29
ist
den
läuten
gar
guot
,
die
sühtig
sint
mit
dem
fieber
.
Line: 30
Aristotiles
spricht
,
daz
die
alten
peinen
süezer
hong
prin\gen
30
Line: 31
wan
die
jungen
,
wan
si
sint
paz
ervarn
wan
die
Line: 32
jungen
.
wer
hönig
in
sich
trinket
,
daz
niht
geschäumt
Line: 33
ist
,
den
plæt
ez
.
daz
hong
ist
guot
für
der
tobigen
hund
Line: 34
piz
,
wenn
man
ez
trinket
,
und
ist
guot
für
die
piz
der
Line: 35
grimmen
tier
.
daz
laudônisch
hong
ist
pitter
und
wer
ez
35
Line: 36
izt
,
der
wirt
unsinnig
.
switzet
aber
er
,
sô
wirret
im
niht
Page: 294
Line: 1
mêr
.
daz
honig
hât
die
art
,
daz
ez
den
ungelust
und
daz
Line: 2
wüllen
,
daz
von
dem
pœsen
magen
kümt
,
benimt
.
der
Line: 3
peinen
kaiser
machent
mêr
dann
ainen
sun
,
und
wenn
die
Line: 4
gewahsent
,
sô
koment
all
peinen
über
ain
und
tœtent
die
Line: 5
pœsern
,
daz
si
iht
ain
teilung
machen
under
der
schar
5
Line: 6
der
peinen
und
niht
krieg
under
in
machen
.
die
peinen
Line: 7
prüetent
jung
auz
,
reht
sam
die
hennen
,
und
daz
jung
Line: 8
peindl
,
daz
des
êrsten
her
für
sleuft
,
daz
ist
weiz
;
aber
des
Line: 9
kaisers
sündl
ist
zehant
hongvar
,
wan
ez
kümt
von
auz\erwelten
Line: 10
pluomen
und
von
aller
genuhtsam
.
Pei
den
10
Line: 11
peinen
verstên
ich
ainen
iegleichen
tuom
,
dâ
ain
pischolf
Line: 12
weisel
ist
der
kôrherren
mit
witzen
und
mit
allen
tugen\den
Line: 13
und
im
die
peinen
,
daz
sint
die
kôrherren
,
gehôrsam
Line: 14
sint
mit
allen
sachen
.
die
leident
under
in
niht
mêr
Line: 15
dann
ain
haupt
,
wan
si
fürhtent
,
machten
si
mêr
dann
15
Line: 16
ain
haupt
,
daz
ir
gotshaus
verdürb
;
dar
umb
welent
si
Line: 17
daz
pest
.
ach
got
,
wie
wênig
der
peinen
ze
unsern
zei\ten
Line: 18
ist
!
ez
sint
all
peinen
ze
websen
und
zuo
harniz
Line: 19
worden
.
got
durch
seinen
pittern
tôt
und
durch
sein
Line: 20
gruntlôs
erparmherzichait
kom
seim
gotshaus
ze
helf
,
daz
20
Line: 21
sô
gar
verdirbt
und
verdorben
ist
.
dû
waist
wol
,
wâ
ich
Line: 22
main
,
parmherzigerv́got
,
lâ
dein
genâd
erscheinen
!
Chapter / Strophe: 2
2.
Line: 23
Line: 24
VON
DER
SPINNEN
.
Line: 25
Aranea
haizt
ain
spinn
.
der
wurm
hât
die
art
,
daz
25
Line: 26
er
auz
seim
gedirm
fädem
spinnet
und
netzel
webt
,
dâ
Line: 27
mit
er
die
muken
væht
.
ez
geschiht
auch
dick
,
daz
er
Line: 28
sich
selber
mit
dem
spinnen
sô
gar
auzdärmt
,
daz
nihts
Line: 29
in
im
beleibt
und
daz
er
stirbt
,
wan
die
spinnen
habent
Line: 30
in
in
ain
wollentragend
kraft
,
dar
auz
si
die
fädemen
30
Line: 31
spinnent
.
ez
sprechent
auch
etleich
,
daz
daz
weibel
spinn
Line: 32
und
web
und
daz
männel
vâh
die
mucken
mit
dem
selben
Line: 33
netzel
.
si
gepernt
mit
irn
lenden
klaineu
würmel
,
diu
Line: 34
aint
airn
geleich
und
diu
airl
gepernt
si
zwischen
den
Page: 295
Line: 1
webnetzeln
.
ez
werdent
auch
spinnen
ân
unkäusch
auz
Line: 2
faulen
dingen
,
sam
auz
dem
klainen
staub
,
der
in
der
Line: 3
sunnen
fleugt
,
wenn
der
erfault
,
und
auz
des
menschen
Line: 4
spaicheln
,
die
er
wirft
sô
er
gezzen
hât
.
diu
spinn
webt
Line: 5
sô
daz
weter
lauter
ist
,
niht
wenn
ez
trüeb
ist
.
si
jagt
5
Line: 6
auch
niht
mêr
noch
væht
,
unz
daz
si
gar
verzert
daz
si
Line: 7
vor
gevangen
hât
,
sam
ain
vorschær
spricht
.
wer
der
Line: 8
spinnen
netzel
über
ain
frisch
wunden
legt
,
dem
geswilt
Line: 9
diu
wund
niht
und
faulet
auch
niht
.
die
spinnen
lebent
Line: 10
des
saffes
und
der
fäuhten
,
und
dar
umb
stirbt
ir
kaineu
10
Line: 11
hungers
.
wenn
die
spinnen
ireu
netzel
hœher
ziehent
,
Line: 12
daz
ist
ain
zaichen
,
daz
ez
regenen
wil
.
diu
spinn
hât
Line: 13
die
art
,
daz
si
sich
an
ainem
vadem
wigt
auf
der
slangen
Line: 14
haupt
,
wâ
si
daz
under
ainem
paum
aufrecket
an
dem
Line: 15
schaten
,
und
peizt
die
slangen
sô
krefticleich
,
daz
si
ir
15
Line: 16
daz
hirn
begreift
unz
in
den
tôt
.
Aristotiles
spricht
,
wer
Line: 17
geswilt
von
ainer
spinnen
piz
,
der
mach
ain
pflâster
von
Line: 18
mucken
und
pind
daz
auf
den
smerzen
,
sô
wirt
im
paz
.
Line: 19
maister
Michel
der
Schott
spricht
,
wenn
diu
spinn
slâf
,
Line: 20
sô
kêr
si
den
ruck
gegen
der
erd
und
slâf
in
dem
luft
20
Line: 21
hangend
an
den
vädemen
,
die
si
gespunnen
hât
,
und
kêr
Line: 22
ir
antlütz
gegen
dem
netz
.
Chapter / Strophe: 3
3.
Line: 23
Line: 24
VON
DER
KLAINEN
KROTEN
.
Line: 25
Buffo
mag
ain
klain
krot
haizen
.
diu
krot
ist
ain
25
Line: 26
vergiftiger
wurm
und
hât
ain
schelmig
gesiht
und
ist
un\rain
Line: 27
anzegreifen
.
si
lebt
der
erden
,
iedoch
mit
rehter
mâz
Line: 28
und
wag
,
wan
sô
vil
und
si
besliezen
mag
mit
dem
vordern
Line: 29
füezel
,
daz
ist
ir
tagezzen
.
ez
ist
ainr
lai
kroten
in
wäl\hischen
Line: 30
landen
,
die
habent
stimm
sam
die
pusaunn
,
und
30
Line: 31
wenn
man
si
auz
dem
land
pringt
,
sô
verliesent
si
die
Line: 32
stimm
.
die
kroten
bedäutent
die
prediger
,
die
neur
in
Line: 33
irm
land
wellent
predigen
.
Alexander
spricht
,
diu
krot
Line: 34
izt
gern
salbai
und
vergift
der
salbai
wurzeln
nümmer
,
Page: 296
Line: 1
dar
umb
schol
man
der
salbai
stat
mit
rauten
umbgeben
,
Line: 2
wan
der
rauten
taw
und
ir
saff
ist
der
kroten
tœtleich
Line: 3
schad
.
er
spricht
auch
,
wer
ainen
krotenstain
auz
irm
Line: 4
haupt
nimt
und
in
pei
im
trait
,
dem
vertreibt
er
der
ver\gift
Line: 5
pôshait
.
wer
ain
kroten
ze
pulver
prennt
und
den
5
Line: 6
pulver
læzt
ligen
,
dâ
werdent
lebendig
kroten
auz
.
diu
Line: 7
krot
hât
die
art
,
daz
si
fürht
,
ir
zerinn
der
erden
.
Dâ
Line: 8
pei
verstê
wir
die
geitigen
.
Chapter / Strophe: 4
4.
Line: 9
Line: 10
VON
DER
GROZEN
KROTEN
Line: 11
Borax
haizt
ain
grôz
krot
.
diu
hât
ain
antlütz
sam
Line: 12
ain
frosch
und
ist
gar
ain
vergiftiger
wurm
,
und
von
der
Line: 13
übrigen
vergift
,
die
si
in
ir
tregt
,
zeplæt
si
sich
wenn
man
Line: 14
si
angreift
.
si
viht
mit
der
spinnen
und
wirt
siglôs
,
wan
Line: 15
sô
diu
spinn
die
kroten
dick
gesticht
und
sich
diu
krot
15
Line: 16
niht
gerechen
mag
,
sô
wirt
si
alsô
vast
zeplæt
,
daz
si
ze
Line: 17
mitelst
vonenander
prist
.
der
kroten
piz
ist
sô
unrain
,
Line: 18
daz
man
in
selten
gehailen
mag
.
si
trait
auch
ainen
Line: 19
schatzpærn
stain
in
dem
haupt
,
dar
umb
tœtt
man
si
.
der
Line: 20
stain
ist
zwair
lai
.
der
ain
ist
weiz
und
der
ist
der
pezzer
.
20
Line: 21
der
ander
ist
praun
und
swarz
und
hât
ze
mitelst
ain
Line: 22
äugel
,
daz
ist
nâhent
wahsvar
,
und
der
ist
under
den
Line: 23
praunen
der
pest
.
wer
den
stain
in
ezzen
nimt
und
in\wendig
Line: 24
siech
ist
,
der
wirt
gesunt
,
wan
der
stain
durchgêt
Line: 25
dem
menschen
sein
ingewaid
,
und
wenn
er
in
hât
gehailt
,
25
Line: 26
sô
gêt
er
niden
von
dem
menschen
,
wan
man
schol
in
Line: 27
ganzen
verslinden
in
dem
ezzen
.
wenn
der
kroten
ain
Line: 28
aug
verdirbt
,
sô
izt
si
ain
besunder
kraut
,
dâ
mit
si
daz
Line: 29
gesiht
widerpringet
.
man
tœtt
si
auch
mit
rauten
.
si
Line: 30
hazt
der
sunnen
liecht
und
gêt
gern
pei
der
naht
und
30
Line: 31
allermaist
wâ
die
läut
gegangen
sint
.
des
tages
verpirgt
Line: 32
si
sich
und
ruowt
.
si
fleuht
den
edeln
smack
der
wein\gärten
.
Line: 33
der
stain
,
den
si
tregt
,
ist
der
vergift
widerwär\tig
,
Line: 34
als
man
spricht
.
Page: 297
Chapter / Strophe: 5
5.
Line: 1
Line: 2
VON
DEM
SEIDENWÜRMEL
.
Line: 3
Bombix
haizt
ain
seidenwürmel
.
daz
ist
ain
würmel
,
Line: 4
sam
Plinius
spricht
,
daz
wirt
gern
in
dem
land
Assyria
,
Line: 5
daz
spinnet
seiden
,
reht
in
der
weis
als
diu
spinn
auz
ir
5
Line: 6
selber
spinnet
,
und
auz
den
seiden
macht
man
seidein
ge\pend
Line: 7
und
seidein
gewant
,
daz
allermaist
zimt
der
zart\hait
Line: 8
an
den
zarten
frawen
.
daz
gewant
haizt
ze
latein
Line: 9
bombicina
.
maister
Michel
der
Schott
spricht
,
daz
daz
Line: 10
würmel
sich
umb
und
umb
vermacht
in
ain
cleu
vädem
,
10
Line: 11
die
ez
gespunnen
hât
,
dar
umb
,
daz
ez
wider
geporn
werd
Line: 12
in
dem
selben
cleu
.
wenn
ez
allez
daz
auzgewirft
,
daz
Line: 13
mistig
in
im
ist
und
gärmig
und
swarz
,
und
ez
denn
ge\gen
Line: 14
der
sunnen
helt
,
sô
ist
sein
leibel
durchsichtig
.
daz
Line: 15
würmel
izt
niht
auzwendiges
ezzens
dar
nâch
und
ez
vol\prâht
15
Line: 16
ist
.
Alsô
tuont
die
volkumen
menschen
,
die
sich
Line: 17
zemâl
eingezogen
habent
in
die
götleichen
lieb
,
die
ahtent
Line: 18
aller
auzern
lieb
niht
,
diu
in
diser
werlt
ist
.
Chapter / Strophe: 6
6.
Line: 19
Line: 20
VON
DEM
GLEIMEL
.
Line: 21
Cicendula
ist
der
vliegen
geslähtes
,
die
scarabei
hai\zent
,
Line: 22
und
haizt
cicendula
ze
däutsch
ain
gleimel
.
alsô
Line: 23
mag
auch
scarabeus
haizen
ain
gleim
.
daz
würmel
hât
Line: 24
die
art
,
daz
ez
gleizet
wenn
ez
vleugt
oder
gêt
und
ist
Line: 25
als
ain
klaineu
muk
.
daz
würmel
siht
man
in
vil
landen
25
Line: 26
und
allermaist
in
Italia
.
wenn
ez
des
nahtes
vleugt
,
sô
Line: 27
scheint
ez
,
sam
funken
varn
in
der
vinster
,
und
der
schein
Line: 28
ist
im
allermaist
an
dem
zagel
.
aber
sô
ez
niht
vleugt
,
Line: 29
sô
siht
man
den
schein
niht
sô
wol
.
daz
würmel
hât
ain
Line: 30
wunderleich
kraft
,
wan
wer
ir
dreu
izt
,
an
dem
verlischt
30
Line: 31
aller
unkäuscher
gelust
;
daz
hât
manig
mensch
versuocht
.
Line: 32
wærleich
,
ich
wolt
,
daz
si
all
gaistleich
läut
æzen
für
an\der
Line: 33
gestüpp
.
Pei
dem
würmel
verstê
wir
all
die
menschen
,
Line: 34
die
läuhtend
sint
mit
guoten
werken
und
die
mit
tugenden
Page: 298
Line: 1
weiten
genent
sint
und
allermaist
an
dem
zagel
,
daz
ist
Line: 2
an
dem
end
.
wan
wer
volharret
unz
an
daz
end
,
der
Line: 3
wirt
sælig
.
wen
man
alsô
vindet
läuchtend
in
der
vinster
Line: 4
diser
werlt
,
daz
in
diu
vinster
niht
begreift
,
wærleich
Line: 5
der
ist
sælig
.
dar
umb
spricht
unser
herre
:
'ewreu
werk
5
Line: 6
schüllent
läuhten
vor
den
menschen
.'
Chapter / Strophe: 7
7.
Line: 7
Line: 8
VON
DER
HUNDSMUCKEN
.
Line: 9
Cinomia
haizt
ain
hundsmuck
oder
ain
hundsvlieg
,
Line: 10
sam
Isidorus
spricht
,
und
ist
ain
kriechisch
wort
,
wan
10
Line: 11
cinοs
in
kriechisch
haizt
ain
hunt
.
diu
vlieg
belaidigt
Line: 12
der
hund
ôrn
gar
sêr
sumerzeiten
,
wan
wie
dick
si
die
Line: 13
hund
dar
ab
slahent
,
als
dick
koment
si
wider
,
und
wâ
si
Line: 14
vaizteu
präckel
vindent
,
die
peizent
si
,
daz
si
pluotent
.
Line: 15
Pei
der
vliegen
verstêt
man
den
teufel
,
der
hanget
dem
15
Line: 16
menschen
tag
und
naht
an
den
ôrn
seins
muotes
und
Line: 17
seinr
gedenk
,
und
versaumt
sich
der
mensch
icht
ze
lang
,
Line: 18
daz
er
in
niht
absleht
,
alsô
daz
er
im
henget
mit
gedän\ken
Line: 19
unz
in
den
willen
und
in
den
glust
,
wærleich
sô
peizt
Line: 20
im
der
teufel
ain
wunden
.
dar
umb
,
mein
herz
,
wir
20
Line: 21
schüllen
tuon
,
als
der
hailig
vater
Abraham
tet
,
und
Line: 22
schüln
uns
der
mucken
und
des
gefügels
der
pœsen
ge\denk
Line: 23
wern
mit
ainer
gerten
,
daz
ist
mit
dem
hailigen
Line: 24
cräuz
,
dâ
got
seinen
rôsenvarben
swaiz
an
vergôz
durch
Line: 25
uns
und
durch
all
sünder
,
wan
Davit
überwant
den
grô\zen
25
Line: 26
risen
Goliam
mit
aim
stab
und
mit
ainer
slingen
und
Line: 27
Jacob
gieng
mit
ainem
stab
über
den
Jordan
,
des
wazzer
Line: 28
ungestüem
ist
,
und
dâ
pei
verstê
wir
die
ungestüemigen
Line: 29
gedenke
,
die
den
menschen
von
got
schaident
.
Chapter / Strophe: 8
8.
Line: 30
Line: 31
VON
DEN
SNAKEN
.
Line: 32
Cinifes
haizent
snâken
.
daz
sint
gar
klaineu
würmel
Line: 33
und
vliegent
gern
nâch
des
menschen
âtem
oder
nâch
Line: 34
anderr
tier
âtem
und
peizent
die
parhaupten
läut
gar
sêr
Page: 299
Line: 1
und
allermaist
umb
den
âbent
sumerzeiten
,
wan
sô
vlie\gent
Line: 2
si
mit
grôzen
haufen
,
und
wâ
ain
mensch
ze
veld
Line: 3
slæft
,
daz
stechent
si
hart
und
wundent
ez
mit
etleichen
Line: 4
stichlingen
oder
ängeln
,
die
si
habent
.
Der
snâken
ist
Line: 5
genuog
under
den
läuten
paideu
sumer
und
winter
,
die
5
Line: 6
uns
slâfend
stechent
mit
nâchred
.
Chapter / Strophe: 9
9.
Line: 7
Line: 8
VON
DEN
PREMEN
.
Line: 9
Culex
haizt
ain
prem
.
daz
ist
ain
würmel
grœzer
Line: 10
dann
ain
gemaineu
vlieg
.
daz
hât
ainen
stichling
in
dem
10
Line: 11
mund
sam
ain
pfeifen
,
dâ
mit
sticht
ez
die
läut
und
diu
Line: 12
tier
und
trinket
ir
pluot
.
und
dar
umb
hât
ez
den
na\men
Line: 13
ze
latein
,
wan
aculeus
haizt
ain
stichling
,
dannen
Line: 14
kümt
culex
,
sam
Isidorus
spricht
.
Isidorus
spricht
,
daz
Line: 15
der
prem
daz
lieht
liep
hab
,
alsô
daz
er
sich
pei
weilen
15
Line: 16
verprenn
an
ainem
prinnendem
lieht
.
aber
daz
tuot
ain
Line: 17
ander
vögäll
,
daz
haizt
man
ain
fewersteln
und
ist
sam
Line: 18
ain
veivalter
gestalt
.
Plinius
spricht
,
daz
die
premen
Line: 19
saureu
dinch
liep
haben
und
süezeu
dinch
vliehen
.
Dâ
Line: 20
pei
verstê
die
pœsen
,
die
daz
guot
nümmer
geredent
von
20
Line: 21
irn
nâchgepaurn
,
aber
ervorschent
si
ain
pœs
mærl
,
daz
Line: 22
praitent
si
gar
weit
.
ez
sint
auch
etleich
premen
,
die
Line: 23
den
übel
tuont
,
die
in
wol
tuont
,
und
den
wol
,
die
in
Line: 24
übel
.
alsô
wechselnt
si
allzeit
daz
süez
umb
daz
saur
.
Line: 25
wol
hin
,
lâ
varn
!
ez
schat
niht
der
witzig
wirt
.
25
Chapter / Strophe: 10
10.
Line: 26
Line: 27
VON
DEN
PAUMWÜRMEN
.
Line: 28
Cantarides
haizent
paumwürm
,
die
zuo
obrist
auf
den
Line: 29
esten
wahsent
an
slintpäumeinen
paumen
oder
an
andern
Line: 30
paumen
auz
fäuhten
.
auf
den
pletern
wahsent
die
würm
30
Line: 31
reht
sam
die
krautwürm
auf
dem
kraut
,
aber
si
gewin\nent
Line: 32
volkumen
flügel
und
vliegent
des
tages
;
aber
des
Line: 33
nahtes
besamnent
si
sich
auf
ain
cleu
oder
zuo
aim
kü\gäll
.
Line: 34
die
würm
sint
grüen
,
aber
wenn
diu
sunn
scheint
,
Page: 300
Line: 1
sô
sint
si
goltvar
,
und
dar
umb
haizt
man
si
auch
golt\würm
.
Line: 2
die
würm
sament
man
des
nahtes
umb
den
augst
Line: 3
und
ertrenkt
si
in
ezzich
.
wenn
si
nu
tôt
sint
,
sô
geuzt
Line: 4
man
wein
dar
auf
und
leget
si
auf
ain
glit
,
ez
sei
fuoz
Line: 5
oder
hant
oder
ain
ander
glit
,
under
ain
wähsein
köpfel
,
5
Line: 6
und
sô
machent
si
ain
plâtern
an
der
stat
.
wenn
man
Line: 7
die
plâtern
durchsticht
an
manger
stat
mit
ainer
gul\deinen
Line: 8
nadel
oder
mit
aim
hamel
,
sô
gêt
all
diu
pœs
Line: 9
fäuhten
her
für
,
diu
in
dem
glit
ist
,
reht
als
von
aim
Line: 10
prand
,
und
ist
als
guot
sam
manig
prant
,
der
ain
jâr
wert
.
10
Chapter / Strophe: 11
11.
Line: 11
Line: 12
VON
DEM
HARLIZ
.
Line: 13
Crabro
haizt
ain
harliz
oder
ain
harniz
.
daz
ist
ain
Line: 14
michel
wurm
und
ist
an
der
varwe
sam
ain
webs
.
iedoch
Line: 15
ist
er
grœzer
.
die
harliz
habent
die
art
,
sam
Plinius
15
Line: 16
spricht
,
daz
si
in
hölrn
wonent
oder
under
der
erden
.
Line: 17
der
harliz
zell
sint
sehseckot
und
die
andern
sint
rinden
Line: 18
hölrig
.
ir
auzzuht
ist
ungeordent
und
ungleich
,
wan
Line: 19
ainr
fleugt
auz
,
der
ander
ist
in
dem
wazzer
,
der
dritt
Line: 20
auf
aim
würmel
,
daz
er
izt
.
si
ezzent
flaisch
und
wah\sent
20
Line: 21
in
dem
vollen
mônn
.
in
dem
winter
verpergent
si
Line: 22
sich
.
die
maister
sprechent
,
daz
ain
zwaijærig
kint
von
Line: 23
neun
harlizstichen
müez
sterben
.
die
harliz
und
die
web\sen
Line: 24
habent
kainen
küng
sam
die
peinen
habent
,
wan
ain
Line: 25
iegleich
harliz
wil
selber
herr
sein
und
ain
iegleich
webs
,
25
Line: 26
und
dar
umb
nement
si
vil
schadens
und
verderbens
.
ir
Line: 27
hong
ist
kaim
menschen
nütz
.
si
prumment
grausenleich
Line: 28
mit
irn
stimmen
und
allermaist
wâ
si
in
holn
steten
sint
.
Line: 29
Pei
den
harlizen
verstên
ich
ain
iegleich
üppig
gemain
,
dâ
Line: 30
ainr
dem
andern
niht
gehôrsam
wil
sein
und
ein
iegleicher
30
Line: 31
mit
dem
andern
muotwillens
pfligt
.
wærleich
,
ez
sein
Line: 32
laien
oder
pfaffen
,
si
müezent
verderben
.
daz
hab
wir
Line: 33
gesehen
an
steten
und
an
gotshäusern
.
niemd
ich
meld
,
Line: 34
daz
ist
verpoten
,
aber
prüefen
ist
alles
gepietens
frei
.
Page: 301
Chapter / Strophe: 12
12.
Line: 1
Line: 2
VON
DEM
KRAUTWURM
.
Line: 3
Eruca
haizt
ain
krautwurm
.
daz
ist
ain
langer
wurm
Line: 4
und
hât
gar
vil
füez
und
mangerlai
varb
.
der
wurm
Line: 5
frizt
daz
kraut
ab
und
diu
pleter
ab
den
paumen
.
man
5
Line: 6
spricht
,
daz
der
wurm
umb
den
andern
augst
,
der
ze
Line: 7
latein
september
haizt
,
sein
varb
verkêr
,
und
wandel
Line: 8
sein
gestalt
,
wenn
er
naz
werd
von
taw
oder
von
regen
,
Line: 9
wan
er
gewinnet
flügel
und
wirt
vliegend
,
sam
ain
vor\scher
Line: 10
spricht
.
wâ
der
wurm
über
ains
menschen
plôze
10
Line: 11
hant
gêt
,
die
unwirdigt
er
und
læzt
plæterl
nâch
im
,
und
Line: 12
daz
ist
ain
zaichen
,
daz
er
vergiftig
ist
,
wie
daz
sei
,
daz
Line: 13
sein
vergift
niht
grôzen
schaden
pring
.
Chapter / Strophe: 13
13.
Line: 14
Line: 15
VON
DER
AMAIZEN
Line: 16
Formica
haizt
ain
amaiz
.
diu
smeckt
sam
ain
hunt
Line: 17
oder
ain
mensch
,
iedoch
niht
sô
ganz
und
sô
wol
,
sam
Line: 18
Aristotiles
spricht
.
daz
aber
si
smecken
,
daz
prüeft
man
Line: 19
dâ
pei
.
wer
swebel
nimt
und
origanum
,
daz
auf
dem
veld
Line: 20
wehset
(daz
haizet
ôrkraut
und
haizent
ez
etleich
aiter\kraut
,
20
Line: 21
aber
ez
haizt
pilleich
ôrkraut
,
wan
ez
ist
den
sie\chen
Line: 22
ôrn
guot
und
man
erkennt
ez
dâ
pei
,
daz
ez
ainen
Line: 23
rôten
stil
hât
und
niht
grôzeu
pleter
und
ain
rôt
pluomen
Line: 24
und
pringt
seinen
sâmen
kraizlot
in
ainer
krôn
weis
und
Line: 25
hât
ainen
gar
scharpfen
smak)
,
wer
daz
kraut
nimt
und
25
Line: 26
pulvert
ez
mit
dem
swebel
und
legt
daz
pulver
auf
ainen
Line: 27
âmaizhaufen
,
sô
vliehent
si
zehant
und
lâzent
ir
wonung
,
Line: 28
und
in
eingêndem
môn
hœrent
si
allzeit
auf
ze
arbaiten
.
Line: 29
under
allen
tiern
hât
diu
âmaiz
ain
die
art
,
daz
si
stark
Line: 30
wirt
in
dem
alter
und
wehset
.
wenn
der
môn
vol
ist
,
30
Line: 31
sô
würkent
si
tag
und
naht
,
aber
ander
zeit
niht
.
man
Line: 32
siht
ir
steig
und
ir
weg
auf
den
herten
kislingen
,
alsô
Line: 33
mit
grôzem
vleiz
arbaitent
si
und
tragent
ein
.
dar
an
Page: 302
Line: 1
mag
ain
iegleich
mensch
prüefen
,
daz
ämzichait
oder
Line: 2
stætichait
vil
vermag
,
ez
sei
mit
guoten
werken
gegen
got
Line: 3
oder
mit
andern
dingen
,
si
sein
guot
oder
pœs
.
die
âmai\zen
Line: 4
tragent
ir
tôten
auz
und
begrabent
si
.
daz
tuot
kain
Line: 5
tier
mêr
ân
den
menschen
,
sam
Ambrosius
spricht
.
si
5
Line: 6
peizent
daz
korn
enzwai
daz
si
eintragent
,
daz
ez
icht
Line: 7
anderwaid
keimel
und
grüen
,
und
welheu
körner
naz
Line: 8
werdent
,
diu
trückent
si
an
der
sunnen
,
daz
si
icht
faul
Line: 9
werden
.
Chapter / Strophe: 14
14.
Line: 10
Line: 11
VON
DEM
AMAIZLEB
.
Line: 12
Formicaleon
haizt
ain
âmaizleb
und
haizt
auch
mir\micaleon
,
Line: 13
sam
Adelînus
spricht
,
wan
mirmin
in
kriechisch
Line: 14
ist
ain
âmaiz
und
leοn
haizt
ain
leb
,
dannen
kümt
daz
Line: 15
gesament
wort
mirmicaleon
,
daz
ist
gesprochen
ain
âmaiz\leb
.
15
Line: 16
der
wurm
ist
âmaizen
geslähtes
,
er
ist
aber
vil
grœ\zer
Line: 17
denn
ain
âmaiz
.
die
weil
der
âmaizleb
klain
ist
,
sô
Line: 18
ist
er
fridsam
und
zeuht
seinen
zorn
in
sich
;
aber
wenn
Line: 19
er
kreftig
wirt
und
starch
,
sô
versmæht
er
die
alten
ge\sellschaft
Line: 20
und
gesellt
sich
zuo
den
grœzern
,
und
wenn
20
Line: 21
er
ze
letzt
gar
grôz
wirt
und
starch
,
sô
lauzt
er
in
den
Line: 22
haimleichen
steten
pei
der
âmaizen
strâzen
und
setzet
in
Line: 23
lâg
,
reht
als
ain
rauber
,
und
wenn
si
an
ir
arbait
gênt
,
Line: 24
waz
si
dann
haim
tragen
wellent
,
daz
nimt
er
in
oder
Line: 25
würget
die
âmaizen
selber
und
frizt
si
,
und
in
dem
winter
25
Line: 26
beraubet
er
die
âmaizen
irr
narung
,
die
si
den
sumer
ge\sament
Line: 27
habent
,
wan
er
hât
im
selber
nihts
für
getraht
noch
Line: 28
erarbaitt
in
dem
sumer
.
Pei
dem
wurm
verstê
die
müe\ziggängel
,
Line: 29
die
den
arbaitern
nihts
lâzent
irs
swaizes
und
Line: 30
irr
arbait
.
30
Chapter / Strophe: 15
15.
Line: 31
Line: 32
VON
DEM
ERDSNECKEN
.
Line: 33
Limax
haizt
ain
erdsneck
,
wan
limus
ist
ain
zæh
erd\reich
Line: 34
sam
laim
,
dar
auz
wechset
der
sneck
und
dâ
von
Page: 303
Line: 1
kümt
daz
wort
limax
ze
latein
.
der
sneck
izt
erden
und
Line: 2
hât
vier
hörner
,
aber
ir
zwai
sint
lenger
und
zwai
kürzer
,
Line: 3
und
wenn
er
kreucht
,
sô
strecket
er
diu
hörner
;
aber
wie
Line: 4
leicht
man
in
anrüert
,
sô
zeucht
er
diu
hörner
ein
und
Line: 5
smucket
sich
selber
zesamen
.
in
dem
winter
ist
er
ver\porgen
5
Line: 6
und
in
dem
lenzen
kümt
er
her
für
.
sein
pluot
Line: 7
hât
die
art
,
daz
ez
diu
swaizvensterl
verschoppet
,
und
dar
Line: 8
umb
,
wâ
man
ez
hin
streicht
,
dâ
wert
ez
vesticleich
,
daz
Line: 9
icht
hârs
dâ
wachs
.
wenn
man
die
snecken
zestœzt
und
Line: 10
zereibt
und
streicht
si
in
etleich
wunden
,
sô
werent
si
,
10
Line: 11
daz
kain
geswer
dar
inn
wachs
.
Chapter / Strophe: 16
16.
Line: 12
Line: 13
VON
DEM
HÆSCHRECKEN
.
Line: 14
Locusta
haizt
ain
hæschreck
oder
ain
haberschreck
,
Line: 15
aber
ez
ist
niht
daz
tier
,
dâ
diu
geschrift
von
saget
,
daz
15
Line: 16
sanctus
Johannes
az
in
der
wüesten
,
wan
daz
selb
ist
ain
Line: 17
vierfüezig
tier
,
daz
auch
ze
latein
locusta
haizet
,
als
hie
Line: 18
vor
geschriben
stêt
von
den
vierfüezigen
tiern
.
iedoch
Line: 19
wie
daz
sei
,
daz
etleich
maister
daz
sprechent
,
sô
wæn
ich
Line: 20
des
,
daz
sanctus
Johannes
im
selber
niht
sô
güetleich
lebt
20
Line: 21
nâch
dem
leib
,
daz
er
allzeit
flaisch
æze
daz
mêrer
tail
in
Line: 22
der
wüesten
;
ez
ist
sänfter
ze
gelauben
,
daz
er
der
würm
Line: 23
gelebt
,
wan
ain
volk
,
haizent
Parthi
,
die
ezzent
si
gern
,
Line: 24
ich
weiz
aber
niht
,
wie
si
si
ezzent
.
der
häuschreck
hât
Line: 25
ain
haupt
gestalt
sam
ains
pfärdes
haupt
.
ain
vorscher
25
Line: 26
spricht
,
daz
die
würm
anander
gezzent
,
und
die
grœzern
Line: 27
ezzent
die
klainern
.
si
habent
viereckot
münd
und
ainen
Line: 28
stichling
zuo
ainem
zagel
und
habent
zuo
sich
gepogneu
Line: 29
pain
.
die
würm
wahsent
von
dem
sudenwint
,
der
ze
la\tein
Line: 30
auster
haizt
,
und
sterbent
von
dem
nordenwint
,
der
30
Line: 31
ze
latein
aquilo
haizt
.
si
werdent
snell
vaizt
von
mandel\plüeten
.
Line: 32
si
habent
ain
därmel
,
daz
ist
vol
unsauberkait
,
Line: 33
und
vliegent
über
verreu
mer
hungrig
und
ungezzen
vil
Line: 34
tag
.
des
nimt
uns
wunder
,
daz
die
würmel
sô
verr
vliegent
Page: 304
Line: 1
nâch
irs
leibes
narung
.
wærleich
,
ez
schölt
der
mensch
Line: 2
durch
der
êwigen
speis
willen
,
sam
daz
gotswort
ist
,
gar
Line: 3
verr
varn
.
eyâ
,
waz
ist
diu
christenhait
worden
an
manger
Line: 4
stat
,
dâ
man
ainen
Uodelger
und
ainen
Penzen
verr
lie\ber
Line: 5
hœrt
wan
ain
êwangelium
sagen
!
die
häuschrecken
5
Line: 6
snurrent
mit
irn
flügeln
in
dem
flug
,
daz
man
wænt
,
ez
Line: 7
sein
reht
vogel
,
und
habent
auf
der
schultern
zuofüegung
Line: 8
ain
scherpfen
sam
zend
und
die
scherpfen
wetzent
si
an
Line: 9
enander
,
sam
ob
si
zandklaffen
.
ir
pruot
ist
sam
daz
Line: 10
rockenkorn
,
und
sô
die
jungen
des
êrsten
dar
auz
sliefent
,
10
Line: 11
sô
sint
si
klain
und
swarz
sam
die
âmaizen
.
der
was
gar
Line: 12
vil
pei
kaiser
Ludweiges
zeiten
und
tâten
grôzen
schaden
,
Line: 13
als
ich
in
dem
andern
stuck
des
puochs
geschriben
hân
von
Line: 14
dem
geschöpften
stern
.
Chapter / Strophe: 17
17.
Line: 15
Line: 16
VON
DER
MUCKEN
.
Line: 17
Musca
haizt
ain
muck
oder
ain
flieg
.
diu
hât
die
Line: 18
art
,
daz
si
gar
trätzleich
fleugt
und
hât
daz
lieht
liep
,
Line: 19
wan
si
kan
sich
in
der
vinster
nihts
berihten
.
si
wont
Line: 20
gern
an
der
wirm
und
sitzet
gern
auf
naz
dinch
.
si
ist
20
Line: 21
girig
nâch
pluot
.
si
müet
alleu
tier
und
allermaist
den
Line: 22
menschen
.
wâ
si
frisch
flaisch
berüert
,
daz
allerêrst
geslagen
Line: 23
ist
,
dâ
volgent
zehant
würmel
nâch
und
unlustigent
daz
ge\mailigt
Line: 24
flaisch
,
und
daz
geschiht
allermaist
in
den
haizen
Line: 25
augsttagen
.
diu
muck
fleuht
wol
gesalzen
dinch
und
daz
25
Line: 26
scharpf
ist
,
und
waz
weiz
und
rain
ist
,
daz
unsaubert
si
,
Line: 27
und
mag
man
an
mangen
dingen
diu
mail
niht
vertreiben
Line: 28
in
ainem
jâr
.
sam
ain
vorscher
spricht
,
waz
mucken
man
Line: 29
in
wazzer
versenket
oder
peinen
,
die
werdent
wider
leben\tig
Line: 30
in
ainer
stunt
,
iedoch
niht
allzeit
.
si
wahsent
auz
30
Line: 31
faulem
mist
.
si
gepernt
würmel
,
dâ
ander
mucken
von
Line: 32
koment
,
und
diu
würmel
sint
hert
und
swarz
.
si
habent
Line: 33
kain
gedæhtnüss
.
ez
ist
ainr
lai
mucken
in
Cypernland
,
Line: 34
die
sint
vierfüezig
und
gevidert
und
sint
vil
grœzer
denn
Line: 35
unser
mucken
,
die
haizent
pyralle
,
sam
Plinius
spricht
.
35
Page: 305
Line: 1
daz
sint
feurmucken
,
wan
sô
si
in
ainen
feuroven
koment
,
Line: 2
sô
vliegent
si
ze
mitelst
durch
daz
feur
unbelaidigt
,
und
Line: 3
daz
ist
ain
wunder
.
si
lebent
in
dem
feur
,
vliegent
aber
Line: 4
si
ain
klain
verr
dâ
von
,
sô
sterbent
si
.
Chapter / Strophe: 18
18.
Line: 5
Line: 6
VON
DEM
FLOCH
.
Line: 7
Pulex
haizt
ain
flôch
.
der
wirt
auz
gewermtem
staub
Line: 8
und
auz
fauler
fäuhten
.
diu
pest
erznei
für
die
flœch
ist
,
Line: 9
der
seinen
leip
all
âbent
mit
wermuotsaf
reibt
,
oder
,
sam
Line: 10
Ambrosius
spricht
,
die
flœch
berüerent
dich
niht
,
ist
daz
10
Line: 11
dû
wermuotkraut
kochest
mit
öl
und
deinen
leip
dâ
mit
Line: 12
salbest
.
Chapter / Strophe: 19
19.
Line: 13
Line: 14
VON
DEM
FÜEZLING
.
Line: 15
Pediculus
haizt
aigencleich
ain
füezling
.
daz
ist
ain
15
Line: 16
leuteswürml
oder
ain
kintpeiz
,
und
haizt
dar
umb
ain
Line: 17
füezling
nâch
der
latein
,
daz
ez
vil
füez
hât
,
sam
daz
Line: 18
puoch
spricht
von
den
dingen
.
Aristotiles
spricht
,
daz
Line: 19
diu
pest
erznei
wider
diu
würmel
sei
,
der
seinen
leip
dick
Line: 20
wasch
mit
merwazzer
oder
mit
anderm
gar
wol
gesalzem
20
Line: 21
wazzer
,
oder
der
kwecksilber
,
daz
etleich
köksilber
hai\zent
,
Line: 22
gar
wol
seudet
mit
paumöl
und
ain
gürtelsnuor
dar
Line: 23
ein
daucht
und
die
tregt
,
oder
putter
mit
köksilber
ge\mischet
,
Line: 24
wer
sein
klaider
dâ
mit
reibt
,
daz
hilft
auch
.
Chapter / Strophe: 20
20.
Line: 25
Line: 26
VON
DEM
FROSCH
.
Line: 27
Rana
haizt
ain
frosch
.
der
hât
die
art
,
daz
er
allez
Line: 28
daz
fürhtet
daz
lebt
und
wænt
,
daz
in
die
läut
hazzen
.
Line: 29
er
mag
seinen
munt
nümmer
auf
getuon
in
dem
augst
Line: 30
weder
durch
ezzens
willen
oder
trinkens
oder
ze
schreien
30
Line: 31
oder
zuo
kainrlai
andern
sachen
,
dû
tuost
im
in
kaum
auf
Line: 32
mit
ainem
stab
.
der
frösch
unkäusch
ist
mêr
in
der
naht
Page: 306
Line: 1
wan
in
dem
tag
,
und
dâ
pei
prüefet
man
die
scham
der
Line: 2
unkäusch
.
daz
ist
wider
die
,
die
tag
und
naht
unschämig
Line: 3
sint
.
iedoch
habent
si
klainen
gewin
mit
der
übermâz
,
Line: 4
wan
sölich
unfuor
benimt
schœn
stimm
,
klârhait
der
augen
,
Line: 5
des
leibes
kraft
und
macht
und
benimt
êr
und
verderbt
5
Line: 6
die
sêl
.
mâz
ist
ain
maisterinn
aller
werk
.
wer
des
Line: 7
wazzerfrosches
zungen
ainem
slâfenden
menschen
legt
Line: 8
under
sein
haupt
,
daz
wirt
redent
in
dem
slâf
und
offen\bârt
Line: 9
haimleicheu
dinch
,
sam
diu
alt
gepäurischait
spricht
,
Line: 10
diu
doch
dick
missagt
.
wer
aim
hund
gibt
ainen
leben\tigen
10
Line: 11
frosch
in
prôt
,
der
verleust
sein
peiln
.
ez
ist
auch
Line: 12
ain
klainz
fröschel
,
daz
haizt
ze
latein
coriens
und
haizt
Line: 13
ze
däutsch
ain
laupfrosch
.
daz
fröschel
ist
grüenvar
und
Line: 14
steigt
auf
die
paum
und
ruoet
zwischen
den
pletern
.
daz
Line: 15
fröschel
hât
die
art
,
daz
ez
vor
hin
schreit
,
wenn
ain
re\gen
15
Line: 16
wil
komen
,
aber
ze
anderr
zeit
singet
ez
selten
oder
Line: 17
nümmer
,
und
wænet
manig
mensch
,
der
daz
fröschel
aim
Line: 18
hund
in
sein
maul
würf
,
er
verlür
sein
stimm
dâ
von
.
Line: 19
ez
ist
auch
ain
klainz
fröschel
,
sam
Plinius
spricht
,
daz
Line: 20
wonet
gern
in
dem
rœrach
und
in
den
püschen
:
wenn
20
Line: 21
daz
diu
rinder
in
sich
trinkent
,
sô
werdent
ir
leib
un\mæzicleich
Line: 22
grôz
.
Chapter / Strophe: 21
21.
Line: 23
Line: 24
VON
DER
EGELN
.
Line: 25
Sanguisuga
haizt
ain
egel
.
daz
ist
ain
wazzerwurm
,
25
Line: 26
der
hât
niht
pain
in
im
und
niht
füez
noch
flozzen
.
der
Line: 27
hât
die
art
,
wenn
er
an
ains
menschen
flaisch
behanget
,
Line: 28
sô
man
in
dan
ie
mêr
zeuht
,
sô
er
ie
vester
dar
an
Line: 29
hangt
,
unz
daz
er
zeprist
.
der
wurm
zeuht
daz
faul
pluot
Line: 30
auz
dem
menschen
und
nimt
des
dicke
sô
vil
,
daz
er
ze\prist
.
30
Line: 31
alsô
machet
er
den
menschen
gesunt
und
tœtt
sich
Line: 32
selber
.
Pei
dem
wurm
verstê
wir
die
mit
geitichait
und
Line: 33
mit
haz
dick
überwunden
werdent
,
alsô
daz
si
andern
Line: 34
läuten
ir
schuld
vergebent
und
tœtent
sich
selber
an
der
Line: 35
sêl
.
ain
vorscher
spricht
,
man
schüll
die
egeln
mit
dornen
35
Page: 307
Line: 1
stechen
oder
mit
tisteln
oder
mit
nezzeln
,
unz
si
die
ver\gift
Line: 2
lâz
,
die
si
in
dem
wazzer
genomen
hât
von
den
frö\schen
.
Line: 3
dâ
nâch
schol
si
der
mensch
an
die
haut
lâzen
.
Line: 4
die
egel
hât
ainen
dreieckoten
munt
,
dar
umb
macht
si
Line: 5
ain
dreieckot
wunden
.
5
Chapter / Strophe: 22
22.
Line: 6
Line: 7
VON
DEM
WAZZERLÄUFEL
.
Line: 8
Talpula
mag
ain
wazzerläufel
haizen
.
daz
ist
ain
Line: 9
vierfüezig
wurm
und
hât
soln
an
den
füezen
,
dâ
mit
lauft
Line: 10
er
freileich
auf
dem
wazzer
und
fürht
der
wazzer
niht
.
10
Line: 11
der
wurm
lebt
geleich
in
wazzer
und
auf
erden
.
er
lauft
Line: 12
auf
der
erd
gar
snell
,
iedoch
mêr
auf
den
wazzern
,
alsô
Line: 13
daz
er
in
kurzer
zeit
ain
langez
wazzer
überläuft
;
wie
Line: 14
ungestüem
ez
ist
,
iedoch
sitzet
er
dick
auf
dem
wazzer
Line: 15
und
ruowet
,
wenn
er
müed
worden
ist
.
er
wirt
auch
niht
15
Line: 16
naz
von
dem
wazzer
,
wie
lang
dû
in
under
dem
wazzer
Line: 17
mit
henden
heltst
,
noch
stirbt
dâ
von
.
Chapter / Strophe: 23
23.
Line: 18
Line: 19
VON
SALOMONS
WURM
.
Line: 20
Thamur
oder
samier
haizt
Salomôns
wurm
.
dâ
von
20
Line: 21
sagt
man
in
der
geschrift
,
diu
scolastica
historia
haizt
,
Line: 22
daz
Salomôn
des
tempels
stain
dâ
mit
tailt
und
zeprach
Line: 23
und
daz
ain
strauz
ain
hertez
glas
dâ
mit
zeprach
,
dar
Line: 24
umb
,
daz
er
sein
jungez
sträuzel
her
auz
næm
.
Der
wurm
Line: 25
der
mag
unsern
herren
Jêsum
Christum
bedäuten
,
wan
25
Line: 26
unsers
herren
pluot
,
daz
er
vergôz
an
dem
hailigen
cräuz
,
Line: 27
hât
sô
grôz
kraft
,
daz
ez
die
staineinen
herzen
erwaicht
Line: 28
zuo
dem
mitleiden
unsers
herren
marter
.
ich
waiz
daz
Line: 29
wol
,
daz
kain
trachten
sô
vast
flammen
pringt
zuo
göt\leicher
Line: 30
lieb
,
sam
daz
trahten
tuot
in
die
pittern
marter
30
Line: 31
und
in
die
menschait
unsers
herren
Jêsû
Christi
,
ich
main
Line: 32
an
dem
anvang
der
götleichen
lieb
,
wenn
ain
mensch
des
Line: 33
êrsten
die
lieb
vâhen
wil
.
eyâ
,
nu
prüef
,
mein
herz
,
ob
Line: 34
ain
lieber
mensch
umb
deinen
willen
sô
vil
litt
smâchait
Page: 308
Line: 1
und
leidens
unz
an
den
grimmen
tôt
,
ob
dû
niht
grôz
Line: 2
leiden
hetest
an
deim
herzen
umb
in
?
ich
gesweig
,
daz
Line: 3
der
edelst
der
schœnst
der
tugentleichst
der
gewaltigst
Line: 4
und
der
reichst
durch
dein
lieb
sô
vil
marter
hât
erlit\ten
,
Line: 5
daz
er
dich
wider
haim
præht
in
seins
vater
reich
in
5
Line: 6
die
êwigen
fräud
.
eyâ
,
kêr
wider
,
mein
sêl
,
kêr
wider
Line: 7
zuo
deinem
pesten
freund
!
Chapter / Strophe: 24
24.
Line: 8
Line: 9
VON
DEM
RAUBÆR
.
Line: 10
Spoliator
haizt
ain
rauber
.
der
wurm
ist
goltvar
,
10
Line: 11
sam
daz
puoch
spricht
von
den
dingen
,
und
hât
die
art
,
Line: 12
wâ
er
ain
slangen
vint
ligen
in
aim
schaten
,
dâ
steigt
er
Line: 13
ir
des
êrsten
auf
den
zagel
und
kläuselt
si
sänfticleich
Line: 14
und
zeletst
durchnegt
er
ir
daz
hirn
und
tœtt
si
.
alsô
Line: 15
tuot
diu
sünd
des
êrsten
wol
und
tœtt
den
sünder
zeletst
15
Line: 16
mit
dem
êwigen
tôd
.
Chapter / Strophe: 25
25.
Line: 17
Line: 18
VON
DEM
WEIZSNECKEN
.
Line: 19
Testudo
haizt
ain
sneck
gemainleich
,
ez
sei
ain
waz\zersneck
Line: 20
oder
ain
ertsneck
,
swarz
oder
weiz
.
iedoch
hab
20
Line: 21
wir
von
in
allen
geschriben
ân
von
dem
weizen
snecken
.
Line: 22
der
kümt
von
faulem
gras
mit
übermâz
der
fäuhten
und
Line: 23
der
hitz
.
der
wurm
ist
gar
træg
und
vaizt
und
hât
vil
Line: 24
pluotes
nâch
seiner
art
.
wenn
man
salz
auf
in
sprengt
,
Line: 25
sô
zefleuzt
er
vil
nâhen
aller
ganz
und
gar
,
alsô
daz
25
Line: 26
sein
nâhent
nihts
mêr
beleibt
,
und
wirt
eitel
pluot
auz
Line: 27
im
in
seiner
art
.
daz
ist
guot
zuo
mangerlai
erznei
.
Dâ
Line: 28
pei
verstê
die
läut
,
die
versuocht
habent
daz
salz
der
Line: 29
weishait
,
die
zevliezent
zemâl
in
andâht
und
achtent
sich
Line: 30
selber
nihts
in
der
werlt
.
ich
main
die
götleichen
weis\hait
,
30
Line: 31
aber
diu
menschleich
kunst
macht
die
üppigen
mai\ster
Line: 32
hôchvertig
und
zeplæt
.
dâ
von
spricht
sanctus
Line: 33
Paulus
'scientia
inflat
,'
daz
spricht
:
diu
kunst
zeplæt
,
Line: 34
und
maint
ez
in
dem
sinn
und
ich
gesprochen
hân
.
Page: 309
Chapter / Strophe: 26
26.
Line: 1
Line: 2
VON
DEM
HOLZWURM
.
Line: 3
Τheredο
haizt
in
kriechisch
ain
holzwurm
,
sam
Isi\dorus
Line: 4
spricht
.
der
wurm
wechst
in
den
hölzern
,
diu
man
Line: 5
ze
unrehter
zeit
abhawet
,
iedoch
wâ
man
lindez
holz
5
Line: 6
trucken
helt
,
dâ
wachsent
niht
würm
inn
und
auch
in
Line: 7
aicheim
holz
wachsent
si
niht
gern
,
aber
in
allem
anderm
Line: 8
holz
ân
gar
wênig
wachsent
si
in
den
landen
gegen
der
Line: 9
sunnen
underganch
.
dar
umb
prüefent
die
holzhacker
an
Line: 10
daz
wädel
und
daz
new
des
mônen
,
wenn
si
daz
holz
10
Line: 11
oder
die
paum
hawen
wellent
.
Chapter / Strophe: 27
27.
Line: 12
Line: 13
VON
DER
SCHABEN
.
Line: 14
Tinea
haizt
ain
schab
.
daz
ist
ain
gewantwurm
,
sam
Line: 15
Isidorus
spricht
,
und
wechset
von
faulem
luft
und
von
15
Line: 16
saiger
fäuhten
in
der
gewantwollen
,
dar
inn
sitzet
ez
und
Line: 17
durchnegt
si
.
Chapter / Strophe: 28
28.
Line: 18
Line: 19
VON
DEM
SPECKMADEN
.
Line: 20
Tarmus
haizt
ain
speckmad
,
wan
daz
ist
ain
wurm
,
20
Line: 21
der
in
speck
wehset
,
sam
Isidorus
spricht
,
und
maint
die
Line: 22
vaizten
,
diu
in
dem
swein
ist
zwischen
der
swarten
und
Line: 23
dem
rôten
flaisch
.
iedoch
mag
tarmus
ain
iegleich
flaisch\mad
Line: 24
haizen
.
die
würm
fürkümt
man
mit
zimleichem
sal\zen
Line: 25
und
mit
rehter
handlung
.
25
Chapter / Strophe: 29
29.
Line: 26
Line: 27
VON
DEM
WEFSEN
.
Line: 28
Vespe
haizent
wefsen
.
die
machent
nest
in
hœhen
Line: 29
auz
horw
und
handelnt
ir
leben
gern
pei
mist
,
der
von
Line: 30
den
tiern
und
von
den
läuten
kümt
.
si
ezzent
flaisch
,
30
Line: 31
sam
Plinius
spricht
,
und
koment
etswenn
von
pfärdes
Line: 32
flaisch
,
sam
Clemens
der
pâbst
spricht
.
Page: 310
Chapter / Strophe: 30
30.
Line: 1
Line: 2
VON
DEM
REGENWURM
.
Line: 3
Vermis
haizt
gemainleich
ain
iegleich
wurm
,
iedoch
Line: 4
haizt
aigenleichen
in
der
geschrift
vermis
ain
regenwurm
,
Line: 5
dâ
mit
man
die
ängel
äzt
,
sô
man
die
visch
wil
vâhen
.
5
Line: 6
der
wurm
wechset
auz
lauterr
erden
ân
unkäusche
und
Line: 7
dem
wurm
geleicht
sich
unser
herr
in
dem
psalm
und
Line: 8
spricht
'ego
sum
vermis
et
non
homo
,'
daz
spricht
:
ich
Line: 9
pin
ain
regenwurm
oder
ain
ertwurm
und
niht
ain
mensch
.
Line: 10
daz
sprach
er
pilleich
durch
des
weissagen
munt
von
seinr
10
Line: 11
menschait
und
von
seinr
marter
,
wan
er
wart
mensch
von
Line: 12
dem
lautern
rainen
leib
unserr
frawen
ân
alleu
mail
,
und
Line: 13
dem
zuo
ainer
geleichnüss
spricht
diu
geschrift
,
daz
würm
Line: 14
würden
auz
dem
rainen
himelprôt
,
daz
got
den
alten
vä\tern
Line: 15
her
ab
warf
hie
vor
in
der
wüesten
.
15
Chapter / Strophe: 31
31.
Line: 16
Line: 17
VON
DEM
CELIDONIER
.
Line: 18
Vermis
celidonie
haizt
ain
celidonier
,
daz
ist
ain
Line: 19
wurm
,
der
wonet
in
etleichen
haizen
wazzern
,
diu
von
Line: 20
nâtûr
haiz
sint
,
sam
diu
wiltpad
,
in
dem
land
Celidonia
,
20
Line: 21
daz
ist
ain
küngreich
;
aber
celidonia
haizt
ze
latein
ain
Line: 22
schellkraut
,
als
her
nâch
kunt
wirt
.
alsô
nemen
wir
ez
Line: 23
hie
niht
.
derlai
würm
lebent
in
dem
haizen
wazzer
sam
Line: 24
die
visch
in
dem
kalten
,
und
wenn
si
auz
dem
siedenden
Line: 25
wazzer
koment
in
ain
kaltez
,
sô
sterbent
si
:
alsô
spricht
25
Line: 26
und
schreibt
Augustînus
in
dem
puoch
von
der
stat
gotes
.
Line: 27
Dâ
mit
hab
daz
dritt
tail
des
puochs
ain
end
von
Line: 28
allerlai
tieren
,
an
der
art
und
nâtûr
man
schawet
die
Line: 29
wunderleichen
werch
des
obristen
fürsten
,
und
der
die
Line: 30
hailig
schrift
auch
an
manger
stat
gedenkt
,
und
wizzent
30
Line: 31
ainvaltig
pfaffen
niht
vil
dâ
von
,
die
doch
vil
guoter
pre\dig
Line: 32
dâ
von
machten
,
ob
si
der
tier
nâtûr
alsô
erkanten
.
Page: 311
This text is part of the
TITUS
edition of
Konrad von Megenburg, Buch der Natur
.
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TITUS Project
, Frankfurt a/M, 12.9.2008. No parts of this document may be republished in any form without prior permission by the copyright holder.