TITUS
Konrad von Megenburg, Buch der Natur
Part No. 12
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Book: VII     VII.
Line: 19    
Line: 20    
VON DEM GESMEID.



Line: 21    Daz ist nu daz sibend stuck des puoches, in dem wir
Line: 22    
sagen wellen von dem gesmeid. wan daz ist sibenlai:
Line: 23    
golt silber gunderfai kupfer zin plei und eisen. diu ge\smeid   5
Line: 24    
hât got beschaffen zuo menschleichem nutz. den
Line: 25    
mezzink begreift man under dem kupfer und stahel un\der
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eisen.



Chapter / Strophe: 1     1.
Line: 27    
Line: 28    
VON DEM GOLD



Line: 29    
Aurum haizt golt. daz ist warmer nâtûr, sam Pla\tearius
Line: 30    
spricht. wenn man ez pulvert, hailt ez den
Line: 31    
auzsetzel und daz kratzen, wenn man ez mischt mit edeln
Line: 32    
salben. waz wunden man mit golt macht, die geswellent
Line: 33    
niht. ez ist auch zwir als swær als silber oder kupfer   15
Line: 34    
oder zin. ez ist auch edler dann ander gesmeid und auz
Line: 35    
den vier elementen edeleicher gemischt, alsô daz ez warm
Line: 36    
und kalt, fäuht und trucken mêr in ainer mittelmâz hât
Line: 37    
dann ander gesmeid. ez scheint ze aller zeit und kain
Line: 38    
unsauberkait mag ez verzeren. man vint ez in etleichen   20
Line: 39    
pächeln und in prunnen und auch in den pergen, aber daz
Line: 40    
ist selten. ez muoz auch vil arbait haben ze waschen,
Line: 41    
und wie klain man ez vint, doch vindet man ez mêr lau\ter
Line: 42    
denn ander gesmeid, alsô daz ez niht gemischet ist
Line: 43    
mit erden oder mit sleim sam kupfer oder silber, wie daz   25
Line: 44    
sei daz ez in der erden und in seiner unsauberkait lig.
Line: 45    
golt hât die art, daz ez kreftigt und läutert oder rainigt.
Line: 46    
ez ist auch mêr werhaft und mêr handelpær dann ander

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Line: 1    
gesmeid und læzt sich paz zämen und ziehen. golt ist
Line: 2    
guot für des herzen krankhait und für die âmaht und
Line: 3    
wider des magen kelten. der wein, goldes plechel inn
Line: 4    
erlescht sint, ist den milzsühtigen guot. der aber des
Line: 5    
niht hât, der nem wein, stahel inn erlescht sei. wenn   5
Line: 6    
man aim menchen pränt wil machen, die werdent pezzer
Line: 7    
mit guldeim gezeug dann mit anderm. daz golt küelt
Line: 8    
gegen dem tag, alsô erkennent die nahtengel, wenn in
Line: 9    
der tak des morgens drô anlegen wil. daz golt wirt tie\fer
Line: 10    
in der erden dann kain ander gesmeid, und ez ie   10
Line: 11    
tiefer in der erden ist, ez der hell ie næher ist, und
Line: 12    
dar umb spricht man: zuo dem teufel umb golt. des
Line: 13    
goldes überfluz, daz ist sein schaum, haizt ze latein cad\mia,
Line: 14    
und wer den selben schaum in diu augen träuft
Line: 15    
oder sust dar ein legt, dem peizt er diu mail auz den   15
Line: 16    
augen, sam Platearius spricht. wenn man daz golt ha\mersleht,
Line: 17    
klært ez sich und entweicht dem hamer und
Line: 18    
praitt sich überal. alsô tuot der gereht mensch: wenn
Line: 19    
der in leiden ist, klært sich sein vernunft oder sein
Line: 20    
anplick und wirt enzünt mit götleicher gir. wizz, daz   20
Line: 21    
daz golt wirdiger ist, wan alleu leiphaftigeu dinch, diu
Line: 22    
auz den elementen werdent, und ist edler wan die stain,
Line: 23    
des, daz ez weder von luft noch von wazzer noch von
Line: 24    
erd zerpricht noch wirt in dem feur klainer, ez wirt pez\zer
Line: 25    
in dem feur und enpfæht ain fäuhten dar inn. ez   25
Line: 26    
verprennt auch kain swebel, der doch ander gesmeid ver\prennt,
Line: 27    
wan sein nâtürleich wesen ist ainer gleichen lau\tern
Line: 28    
mischung auz den elementen. ez hât zehen stuck hitz
Line: 29    
und zehen stück kelten, zehen fäuhtin und zehen trücken.
Line: 30    
alsô spricht daz puoch ze latein. aber daz spræch ich   30
Line: 31    
ungern, wan ez ist kaum wâr. seint nu daz golt glei\cher
Line: 32    
mischung ist, dar umb habent die weisen seinen
Line: 33    
namen erhœcht und habent daz befunden, daz ez gar wer\haft
Line: 34    
ist, sam vor gesprochen ist. daz golt ist under anderm
Line: 35    
gesmeid sam diu sunn under andern sternen. alles gesmei\des   35
Line: 36    
pulver ist unwerhaft, wenn man in behelt zuo erznei,

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Chapter / Strophe: 2     2.
Line: 1    
Line: 2    
VON DEM SILBER.



Line: 3    
Argentum haizt silber. daz ist kalt ebenmæzich,
Line: 4    
sam Platearius spricht, und ist werhaft, wenn ez lauter
Line: 5    
ist. wenn aber ez gemischt ist, zerpricht ez leiht. ez   5
Line: 6    
hât die art, daz ez sich wol ziehen læzt mit der zangen
Line: 7    
und mit dem hamer und læzt sich handeln und hillt wol
Line: 8    
und klinget süezleich, iedoch allermaist, wenn man ez
Line: 9    
zuo kupfer mischt, und dar umb gepôt Moyses, daz man
Line: 10    
silbrein pusaunen macht, mit man die veind erschreckt.   10
Line: 11    
dar umb stêt geschriben: die pusaun wirt hellent und
Line: 12    
daz volk wirt erschreckent. ez sint die pusaun auch guot,
Line: 13    
die ritterschaft ze manen an streiten und ze stürmen an
Line: 14    
die vest und zuo tisch und zuo freuden. daz silber hât
Line: 15    
auch die art, daz ez ander gesmeid zesamen lœtt und   15
Line: 16    
ainz auz zwain macht. wenn man ez pulvert und mischt
Line: 17    
mit edeln salben, hilft ez wider die zæhen fäuhten in
Line: 18    
dem leib, diu flegma haizt. daz silber ist niht lauter an
Line: 19    
im selber sam daz golt: ez ist mit erden und mit un\sauberkait
Line: 20    
gemischt und dar umb bedarf ez grôzer ar\bait,   20
Line: 21    
ê man ez geläutert in dem feur. aber sein rauch,
Line: 22    
der von gêt wenn man ez läutert, ist gar schedleich,
Line: 23    
und mag man den niht wol gerainigen, der mit dem rauch
Line: 24    
vergift wirt, dann mit weirachrauch und mit andern edeln
Line: 25    
würzen. daz silber ist sauber, aber niht vil sam daz   25
Line: 26    
golt, und verdirbt in erden und an fäuhten steten und
Line: 27    
ist auf der zungen scharpf und verprint von swebel und
Line: 28    
wirt klainer in feur. ez hât auch die art, wie weiz ez
Line: 29    
an im selber ist, krizt man ain ander dinch mit, ez
Line: 30    
swerzt ez. sein schaum haizt scoria ze latein und ist   30
Line: 31    
für daz kratzen guot und für den rôten fluz auz den
Line: 32    
âfternâdern.



Chapter / Strophe: 3     3.
Line: 33    
Line: 34    
VON DEM KÖCKSILBER.



Line: 35    
Argentum vivum haizt köksilber. daz wirt in der   35
Line: 36    
erden, reht in der weis, als man ez siht, und fleuzt her

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Line: 1    
für sam daz wazzer. sein rauch ist den glidern gar schad
Line: 2    
und verderbt die âdern und macht diu lider sühtig mit
Line: 3    
dem siehtum, der paralis haizt, und alsô verderbt ez
Line: 4    
mangen goltsmit und mangen gesmeidkünstler, die alchi\miste
Line: 5    
haizent, wan ez ist ain ursprinch alles gesmeids in   5
Line: 6    
der erden, dar nâch und sich mangerlai swebel dar zuo
Line: 7    
mischt. mit dem köksilber treibt man vil wunders. man
Line: 8    
velscht mit seiner hilf golt und silber und ander gesmeid
Line: 9    
und macht man springendeu vingerl mit und rädel,
Line: 10    
die selber laufent, und vil anders dinges. man tœtt ez   10
Line: 11    
mit spaicheln oder mit aschen, und wenn man ez getœtt,
Line: 12    
mag man ez gemischen zuo andern dingen, und vor
Line: 13    
niht. man schol ez behalten in glesern und an küelen
Line: 14    
steten, wan an warmen dünst ez auz. ez wirt weiz oder
Line: 15    
rôt mit swebel, wan ez nimt leihticleich ain iegleich varb,   15
Line: 16    
wenn man köksilber tœtt mit vaizten, scheint ez erd\var.
Line: 17    
man mag auch nihts vergulden ân köksilber.



Chapter / Strophe: 4     4.
Line: 18    
Line: 19    
VON DEM GOLTLAIM.



Line: 20    
Auripigmentum mag aigenleich goltlaim oder golt\leim   20
Line: 21    
haizen ze däutsch und wirt an des mers grunt in
Line: 22    
der weis gar klaines ertreichs und lindes, daz an des
Line: 23    
mers grunt ligt. daz wirt vaizt von dem, daz ez daz
Line: 24    
wazzer zesamen druckt und alsô wirt ez zæch sam der
Line: 25    
leim. nu daz erhitzt von der sunnen schein, der sich   25
Line: 26    
widerpricht in dem mer, sament sich diu vaizt erd zuo
Line: 27    
ainander in der fäuhten in etleicher zeit und diu fäuht
Line: 28    
gestêt und wirt hert. alsô wirt daz auripigmentum in der
Line: 29    
weis und daz swefel wirt, und ist zwairlai dünst in im:
Line: 30    
ainer trüeb und grob des zæhen ertreichs, und der ander   30
Line: 31    
dünn und behend. und wenn man ez erhœhen wil, daz
Line: 32    
ze latein haizt sublimari, sam die gesmeidkünstler wol
Line: 33    
wizzent, benimt man im der dünst oder der wint ainen
Line: 34    
mit waschen in ainer laugen oder in harmwazzer oder in

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Line: 1    
ezzeich oder in gaizeiner milch, wan belib im der vaizt
Line: 2    
dunst, möht man ez niht erhœhen, dar umb, daz ez
Line: 3    
zehant prünn auf dem schragen und würd ain flamm.



Chapter / Strophe: 5     5.
Line: 4    
Line: 5    
VON DEM GUNDERFAI



Line: 6    
Electrum haizt gunderfai. daz ist zwairlai: nâtür\leich
Line: 7    
und künstleich. daz künstleich wirt von golt und
Line: 8    
von silber, wenn man daz zesamen mischt, sam daz puoch
Line: 9    
spricht der ding. und daz nâtürleich geleicht im an der
Line: 10    
varb und ist pezzer wan daz diu kunst macht, aber man   10
Line: 11    
vint ez gar selden und erkennt man ez gar kaum von
Line: 12    
dem gevelschten gunderfai. iedoch mag man ez alsô.
Line: 13    
erkennen. ain geväz, daz gemacht ist auz rehtem nâtür\leichem
Line: 14    
gunderfai, melt vergift, wan man gift dar ein
Line: 15    
geuzt, seust daz vaz, ez sei schüzzel oder kopf, und   15
Line: 16    
verleust sein varb, unz man ez rainigt in feur. daz gun\derfai
Line: 17    
behelt andreu dinch, daz si iht vaulen, und dar
Line: 18    
umb legt man hie vor der grôzen herren cörpel in archen,
Line: 19    
die auz gunderfai gemacht wâren, und dar umb list man,
Line: 20    
daz der grôz kaiser Constantînus der hailigen zwelfpoten   20
Line: 21    
leichnam, sant Peters und sant Pauls, legt in ainen sarch
Line: 22    
von cyprio. nu sprechent die lêrær, daz cyprium gunder\fai
Line: 23    
sei, daz auz der inseln Cypro köm.



Chapter / Strophe: 6     6.
Line: 24    
Line: 25    
VON DEM KUPFER



Line: 26    
Es oder cuprum haizt kupfer. daz hillt wol und
Line: 27    
dœnt und ist von nâtûr warm. sein gedœn von im selber
Line: 28    
ist gepäurisch. wenn aber man ez mit silber mischt oder
Line: 29    
mit zin oder mit golt, gewinnt ez gar ainen guoten
Line: 30    
klank. ez klingelt daz kupfer lauter dann ander gesmeid,   30
Line: 31    
aber ez müet daz gehœrd, man senftig ez dann mit zin.
Line: 32    
kupfer læzt sich giezen war zuo man wil, aber ez læzt
Line: 33    
sich ziehen mit arbait und mit des smids siten. man mag

Page: 479  
Line: 1    
ez nümmer schôn gesaubern, ez werd gar leiht un\sauber,
Line: 2    
iedoch wert ez vil jâr.
Line: 3    
Mezzink wirt auz kupfer. der haizt ze latein auri\calcum
Line: 4    
und wirt golt auz dem mezzink, wan Aristotiles
Line: 5    
spricht in dem puoch von dem lieht der liehte, daz von   5
Line: 6    
kindes harm und von mezzink gar guotez golt werd. daz
Line: 7    
verstênt etleich, daz der mezzink golt werd an der varb,
Line: 8    
niht an dem selpwesen, wan sam Aristotiles selber spricht,
Line: 9    
diu varb ändert sich und daz selpwesen niht. diu schrift
Line: 10    
haizt mezzink dick ze latein electrum, dar umb, daz ir   10
Line: 11    
varb etswaz nâhen pei ainander sint. daz kupfer stinkt
Line: 12    
und dœnt doch wol und zerpricht von kaim rost.



Chapter / Strophe: 7     7.
Line: 13    
Line: 14    
VON DEM EISEN.



Line: 15    
Ferrum haizt eisen. daz ist kalter nâtûr und ist   15
Line: 16    
hert, vest und sneidend, alsô daz ez alleu andreu dinch
Line: 17    
zämt mit seiner vestikait und wirt doch verzert von im
Line: 18    
selber und wirt auch leihticleicher belaidigt wan kain
Line: 19    
ander gesmeid und belaidigt auch ander dinch, daz im
Line: 20    
zuo gesellet ist, mit rost und mit andern dingen. daz   20
Line: 21    
eisen hât die art, daz ez küelt und entsleuzt und ist dem
Line: 22    
magen guot, wenn man ez neuzt in feilpulver, daz ist
Line: 23    
daz gemaln eisen, daz von der feiln kümt. ez hât die
Line: 24    
kraft, daz ez klainert und trückent den menschen, sam
Line: 25    
die maister von der nâtûr sprechent. daz eisen dœnt   25
Line: 26    
haiserleichen und sein schaum haizt ze latein scoria und
Line: 27    
haizt ze däutsch sinder, der entsleuzt die apostem.
Line: 28    
Stahel kümt von eisen und wirt hert von vil smit\slegen
Line: 29    
und widerprechen, alsô daz er kraft gewint über
Line: 30    
daz eisen, und dar mit scherpft man wâpen und andreu   30
Line: 31    
dinch. ez ist auch ainer lai eisen in den landen gegen
Line: 32    
der sunnen aufganch, daz haizt andena. daz ist guot ze
Line: 33    
sneidenden wâfen und læzt sich giezen sam daz kupfer
Line: 34    
oder daz silber, aber ez læzt sich niht ziehen sam daz
Line: 35    
gemain eisen.   35

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Chapter / Strophe: 8     8.
Line: 1    
Line: 2    
VON DEM ZIN.



Line: 3    
Stannum haizt zin. daz ist gar ebenmæziger nâtûr
Line: 4    
und læzt sich gar gern ziehen und handeln und læzt sich
Line: 5    
paz giezen dan kain ander gesmeid. ez ist ain stumm   5
Line: 6    
an im selber, aber wenn man ez mischt mit silber oder
Line: 7    
mit golt, wirt ez wol und süezleich hellend. ez scheint
Line: 8    
inwendich schôn, aber auzwendig wirt ez leiht gemailigt,
Line: 9    
alsô daz ez plaich wirt, niht rostich. wenn ez lang in
Line: 10    
wazzer ligt, wirt ez leiht faul und dar umb, die pleiein   10
Line: 11    
rœrn, dar inn man daz wazzer hie vor laitet under der
Line: 12    
erden und si verlœtt mit zin, die verlœtt man nu mit
Line: 13    
haizem zeflozzem plei, wan daz plei wert lang under der
Line: 14    
erden; des tuot daz zin niht. daz zin ist scharpf auf
Line: 15    
der zungen sam ain saurz dinch. wenn man zin tuot zuo   15
Line: 16    
anderm gemischtem gesmeid, die tailt ez von ainander
Line: 17    
und schaidet golt und silber von kupfer und von plei
Line: 18    
und beschermt ander gesmeid in dem feur, wan kupfer
Line: 19    
und eisen, wie hert die sint, die verprinnent in dem feur,
Line: 20    
wenn si ân zin sint. wenn man kupfereineu vaz verzint,   20
Line: 21    
wirt ezzen und trinken dester pezzer inn und vertreibt
Line: 22    
die vergift des rosts an dem kupfer. man verzint auch
Line: 23    
diu spiegelglas und tempert si mit zin. des zins schaum
Line: 24    
ist guot zuo den plâtern in den augen.



Chapter / Strophe: 9     9.
Line: 25    
Line: 26    
VON DEM SWEBEL.



Line: 27    
Sulphur haizt swebel. daz ist an der kraft haiz und
Line: 28    
trucken und ist niht anders dann ertreich, daz von hitzi\gem
Line: 29    
dunst durchkocht ist, unz daz wazzer und erd zuo
Line: 30    
ainander gemischt durchhitzt werdent; daz wirt dam swebel,   30
Line: 31    
und dar umb prünselt sein smack vast. der swebel
Line: 32    
ist zwairlai. ainerlai haizt lebendiger swebel, daz ist
Line: 33    
swefel in der weis und er auz der erden kümt. der an\dern
Line: 34    
lai swefel haizt erleschter swefel oder tôter swebel,
Line: 35    
den macht diu kunst in kupfereinen oder in erdeinen   35

Page: 481  
Line: 1    
kezzeln und behelt man in dreu jâr. dar nâch verkêrt
Line: 2    
er sich in weizen aschen von seiner aigenen hitz. wer
Line: 3    
swebel und salz nimt und seut diu mit wazzer in ainer
Line: 4    
airschaln, alsô daz er daz häutel der airschaln ab nimbt,
Line: 5    
daz diu schal iht verprinn, und dauht golt dick in daz   5
Line: 6    
gemächt alsô haiz, daz golt värbt sich gar wol.



Chapter / Strophe: 10     10.
Line: 7    
Line: 8    
VON DEM PLEI.



Line: 9    
Plumbum haizt plei. daz ist ebenmæziger nâtûr sam
Line: 10    
daz zin und ist swær sam daz golt, alsô daz ez zwuo   10
Line: 11    
swæren hât: silbers und kupfers. daz plei læzt sich gar
Line: 12    
leiht handeln und ziehen und auch giezen. ez drükt und
Line: 13    
senftigt etleich smerzen ain weil. wenn man ez zeflœzt,
Line: 14    
scheint ez ain weil, aber über ain klain stunt wirt ez
Line: 15    
dunkel von seiner aigenen unsauberkait. ez ist niht allain   15
Line: 16    
ain stumm an im selber, ez verstummet auch ander gesmeid,
Line: 17    
dar zuo man ez mischt. wenn man ez zerlæzt in ainem
Line: 18    
fewer, klainert ez sich mêr dann ander gesmeid. sein
Line: 19    
schaum behelt silber. ez hât auch die aigenchait under
Line: 20    
allem gesmeid, daz ez sich mêrt an dem weter und an dem   20
Line: 21    
luft mêr dann under der erden. ez wirt plaich, aber ez wirt
Line: 22    
niht rostich oder rotich sam ander gesmeid. ez nimt varb in
Line: 23    
sich und verleust die nümmer und ist ain ursprinch des
Line: 24    
silbers und tregt über ain mit silber, ân daz ez sich von
Line: 25    
im schaidet in der gluot, man daz silber läutert. ez   25
Line: 26    
gesellet sich dem gold nümmer noch wirt mit gold gepez\zert
Line: 27    
und sein smak oder sein dunst nidert daz golt. ez
Line: 28    
sprechent auch die maister, wie daz sei, daz daz plei
Line: 29    
waich sei und daz zin hert, doch wirt daz zin mêr hert,
Line: 30    
wenn man plei zuo mischt. alsô wirt auch daz plei,   30
Line: 31    
wenn man zin zuo mischt. wie daz sei, daz man plei
Line: 32    
mit plei niht verlœten müg noch zin mit zin, doch ver\lœtt
Line: 33    
man zin mit plei und plei mit zin, sam daz puoch
Line: 34    
spricht ze latein. aber des waiz ich niht.




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This text is part of the TITUS edition of Konrad von Megenburg, Buch der Natur.

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